Die Lege-Kunst des Gärtners – Niwashi von AllGo-Games (Rezension)

Niwashi | Familienspiel | ab 8 Jahren | 2 Personen | Gautier de Cottreau & Baptiste Laurent | kooperativ | AllGo-Games | generationentauglich

Niwashi: Spieleschachtel mit Inhalt

Ihr schlüpft in die Rolle japanischer Gärtner:innen. Der Mönch hat euch dazu beauftragt die Pflege der Gärten des Nantoka-Ji zu übernehmen. Ihr sollt die Gestaltungswünsche genau befolgen. In aller Stille! Achtet darauf, welche Plättchen euer Partner wie in die Gärten legt. Ihr sollt nämlich die Aufträge des Gegenübers erledigen und andersrum. Dabei dürft ihr nicht sprechen, sondern müsst auf die Spielzüge des anderen achten. Nutzt die Laterne um dem anderen den gewünschten Weg zu weisen. 

Damit sich jede Partie ein bisschen anders gestaltet, müssen zu Beginn ein paar Gartenplättchen, sowie Aufträge in die Schachtel zurück gelegt werden. Legt die Spielehilfen, sowie die Laterne neben dem Nachziehstapel bereit, deckt 3 Gartenplättchen offen aus. Ein weiteres kommt in die Spielmitte. Beide bekommen noch 3 Gartenplättchen, sowie 2 Aufträge auf die Hand. Schon könnt ihr euch der Gartenkunst hingeben. 

Ihr legt abwechselnd ein Plättchen an und zieht wieder eins nach. Dabei versucht ihr die Aufträge zu erfüllen. Doch nicht die eigenen. Sondern die eures Partners — ohne miteinander zu reden oder durch Gesten auszutauschen. Es gibt 6 verschiedene Motive in 4 verschiedenen Jahreszeiten. Jede Variation gibt es 1 mal. Je später es also wird, desto mehr Formen könnt ihr ausschließen. 

In den Testrunden baute anfangs meist jeder erstmal an seinen eigenen Aufgaben. Jedoch ist es wichtig, dass man immer darauf achtet, was der andere tut. Denn das Plättchen, dass letztendlich die gewünschte Form vollendet, muss die andere Person legen. 

Bist du am Zug, kontrollierst du als erstes, ob der andere einen, oder vielleicht sogar beide deiner Aufträge in seinem Zug erledigt hat. Ist dies geschehen, wird sofort ein neuer Auftrag auf die Hand genommen und gleich wieder verglichen. Findet keine Übereinstimmung mehr statt, erweiterst du den Garten um ein weiteres Plättchen von deiner Hand. Dabei wägst du immer wieder ab, ob du an deinen eigenen Aufträgen weiter baust, oder vielleicht den Auftrag des anderen erfüllen kannst. Das neue Plättchen muss dabei 1 oder 2 Felder überdecken. 

Anstatt ein Plättchen zu legen, kannst du auch die Laterne nutzen um deinem Gegenüber einen Hinweis zu geben. Stelle dazu die Laterne an einen bestimmten Platz. Stelle sie so hin, dass der andere nachvollziehen kann, in welche Richtung er weiterbauen soll. Allerdings musst du dann alle 3 Gartenplättchen von deiner Hand auf den Ablagestapel legen. 

Ist dein Zug beendet, nimmst du dir ein offenes Gartenplättchen aus der Auslage. Hast du allerdings beim auslegen ein Feld mit der gleichen Farbe wieder überdeckt, darfst du dir auch das obere Plättchen vom Ablagestapel nehmen. So kann man die „verlorenen“ wieder zurück gewinnen. 

Spielt solange bis ihr keine Gartenplättchen mehr zur Verfügung habt. Je mehr Aufträge ihr geschafft habt, desto besser. Wie viele schafft ihr beim nächsten Mal? 

Ihr legt die Plättchen bereits telepatisch und seid wahre Niwashi-Meister? Dann geht für euch die Reise weiter. In den Zusatzregeln findet ihr weitere Herausforderungen. So darf bei der ersten Station kein Sandfeld  mehr sichtbar sein. Erfüllt ihr einen Auftrag, muss das zuletztgelegte Plättchen umgedreht werden. Dies darf dann nicht mehr überbaut werden. 
Das bewältigen der Stationen hebt „Niwashi“ nochmal auf ein ganz anderes Level und bietet ein vertieftes und ganz anderes besonderes verbundenes Erlebnis mit dem Spielpartner. 

Ein bunter Garten entsteht auf dem Tisch.
Wir haben immer die erreichten Aufträge neben das Spielfeld gelegt. So behält man einen besseren Überblick.

 

Fazit
Ich habe „Niwashi“ mit vielen Personen verschiedenen Alters gespielt. Keine Partie fühlte sich gleich an. Jede war aber spannend und begeisterte mich und meine Mitspielenden bis zum Schluss.
Bei manchen Partien waren wir sehr streng, andere waren eher freier gehalten. Je mehr auf das Schweigen geachtet wurde, war es schwieriger die Aufgaben zu schaffen. Doch genau das machte am Ende ein gutes Gefühl aus. Wurde mehr miteinander „gesprochen“, egal ob mit Worten oder Gesten, schaffte man vielleicht mehr Aufgaben, aber brachte nur wenig innerliche Zufriedenheit. 
Damit ihr am Ende auch wirklich das Gefühl habt mit einem guten Ergebnis aus der Partie gegangen zu sein, solltet ihr während der Spielzüge streng mit euch selber sein. Kommuniziert mit der Laterne. Achtet darauf wo die andere Person das letzte Plättchen hingelegt hat. Ihr werdet aber auch sehen, dass ihr immer besser werdet. Je öfter ihr mit dem gleichem Partner spielt, desto harmonischer wird eure Spielweise. 

Niwashi bietet sehr viel Tiefgang. Es ist ein faszinierendes und anspruchvolles Legespiel für 2 Personen. Das Thema wurde stimmungsvoll umgesetzt. Die Plättchen sind aus hochwertigem dicken Papier. Die Farben sind gut zu unterscheiden. Wie bei allen Legespielen, muss man darauf achten, dass nichts verrutscht. Man braucht gar nicht so viel Platz auf dem Tisch. Jedoch sollte man in allen Richtungen genug Freiraum haben, da man anfangs noch nicht weiß wohin die Wege führen. 

 

Bewertung / Test
+ herausfordernd, mit Ansporn immer besser zu werden 
+ mit dem richtigen Partner fließt der Spielverlauf sehr wohltuend
+ wunderschöne Illustration
+ kleine Schachtel, passt in jede Tasche
– sich in andere hineinversetzen kann nicht jeder. Es erfordert Übung

 
(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)

Rezensentin Köstlinger Christiane  
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Niwashi (2025)

Spielidee: Gautier de Cottreau & Baptiste Laurent
Grafik: Yoshito Fujiwara
Verlag: AllGo-Games
Anzahl der Spielenden: 2 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren 
Spieldauer: ca. 20 Minuten

Generationentauglich: Man muss aufpassen, dass am Spieltisch nichts verrutscht. Die Farben kann man gut unterscheiden. Es lässt sich gut mit jeder Generation spielen. Kinder lernen sich zu konzentrieren und darauf zu achten was der andere tut.