Nur die Einschaltquote zählt: The Networks – Board&Dice (Rezension)

The Networks | Karten-Brettspiel | ab 13 Jahren | 1-5 Personen | Gil Hova | Board&Dice

The Networks: Spielmaterial und Karton

Ihr müsst die Programmplanung für einen TV Sender übernehmen und innerhalb von fünf Jahren erfolgreicher werden als die Konkurrenz. Klingt irgendwie vertraut? Dann habt ihr sicherlich vor vielen Jahren auch am Computer „Mad TV“ gesuchtet… Die gute Nachricht: das ist auch in „The Networks“ absolut möglich. Das Spiel lockt nicht nur mit Nostalgiefaktor, sondern begeistert auch durch eine gut funktionierende Mechanik. So viel vorweg: Egal in welcher Gruppengröße – wir waren begeistert, nicht nur vom „PotatoNator“ der sicherlich nur gaaaanz zufällig an Arnold Schwarzenegger erinnert. Aber das passt auch, denn dank Mad TV haben wir bei The Networks tatsächlich ein Gefühl von „I’ll be back“, nur analog und besser. 

The Networks: Spielsituation
„Wie ich deinen Vater verlassen habe“ letztes Jahr noch ein Blockbuster, jetzt lockt es niemanden mehr vor die Glotze…

Die Kartenstapel sind sortiert, das Spielbrett ist entsprechend der Spieleranzahl zusammengebaut und die Auswahlkarten liegen bereit. Nun gilt es, das Abendprogramm zu füllen – mit Sendungen, großen Stars oder kleinen Sternchen und den unterschiedlichsten Werbepartnern. Das einzige Ziel ist es, Zuschauer zu gewinnen und zu verhindern, dass unsere Lieblingsshows vor ihrer Zeit vom Zahn der Zeit dahin gerafft werden. Geld? Nur Mittel zum Zweck!

Nachdem ihr euch aus der Auslage Fernsehserien, Stars und Werbepartner ausgesucht habt, gilt es diese in den drei Zeitslots eures Abendprogramms zu kombinieren. Aber obacht: nicht jede Sendung kommt schon um 20 Uhr gut an, nicht jeder Star mag in romantischen Komödien spielen (brilliert dafür aber bei Action o.ä.) und Werbepartner haben noch einmal ihre ganz eigenen Vorstellungen. Und während ihr euer ganz eigenes Programm zusammenbaut, müsst ihr auch noch verhindern, dass eure Gegner einen heißbegehrten Star einkaufen. Ihr könnt ihn gerade gar nicht gebrauchen? Egal… 🙂

Die Karten aus der Auslage sind aufgebraucht oder alle Spieler „ausgestiegen“; jetzt ist es Zeit für die Rundenwertung und den Jahresabschluss. Es gilt Zuschauer zu zählen, eure Spielfiguren zu bewegen und danach (oh Schreck!!!) eure Shows „altern“ zu lassen. Denn: was in diesem Jahr noch der große Hit war und euch elf Mio. Zuschauer gebracht hat, lockt im kommenden Jahr vielleicht gerade noch eine Mio. vor den Flimmerkasten… aber mit ein bisschen Glück könnte man das vielleicht verhindern, oder?

Wir haben The Networks mit Spiele-Nerds und Gelegenheitsspielern ausprobiert. Alle Gruppen hatten großen Spaß, keiner war überfordert und der kleine Spickzettel (auf dem Tableau für den Sendeplan) hat bei Zweifeln gut geholfen. Das Spielmaterial ist hochwertig, kräftige Pappe und Holzfiguren. Hier gibt es nichts zu bemängeln. Die Altersangabe „ab 13“ ist vielleicht etwas hoch gegriffen. Wir hatten fitte Elfjährige in unserer Runde und keine Probleme. Es ist einen Versuch wert.

Fazit
The Networks bietet einen lustigen Spieleabend – egal ob für MAD TV Nostalgiker, Spiele-Nerds oder Einsteiger. Sobald man die Regeln verinnerlicht hat, kommt die Zeitangabe von 60 bis 90 Minuten gut hin. 


Bewertung / Test
+ Einfache Regeln, trotzdem immer wieder spannend und anders
+ Nostalgiefaktor für MAD TV Fans
+ Namen von Serien, Stars und Werbepartnern sorgen immer wieder für Lacher

(Eine Rezension von Pirka Grönwaldt-Martin)

Selfie: Pirka Grönwaldt-Martin

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The Networks (2018)

Spielidee: Gil Hova
Grafik und Illustration: Heiko Günther und Travis Kinchy
Verlag
: Board&Dice
Anzahl der Spielenden: 1-5
Altersempfehlung Verlag: ab 13 Jahren
Eigene Altersempfehlung: ab 11 Jahren
Spieldauer: 60-90 Minuten
Generationentauglichkeit: mäßig
Pädagogisch wertvoll: nein