Geht es noch heißer? – Tobago Volcano von Zoch (Rezension)

Tobago Volcano | Erweiterung | ab 10 Jahren |  2 bis 4 Spielende | Bruce Allen | Zoch | generationentauglich

Als ich „Tobago“, also das Grundspiel, kennen lernte, war es Liebe auf den ersten Blick. Jede Partie ist immer spannend und ein tolles Abenteuer. „Tobago“ wurde 2009 veröffentlicht. Und es mag schon was heißen, wenn das Spiel immer noch aufgelegt wird. Viele Spiele werden nach zwei oder drei Jahren gar nicht mehr hergestellt.

Scheint so, dass es für „Tobago“ gar nicht so schlecht läuft, wenn noch nach elf Jahren eine Erweiterung veröffentlicht wird. Ein heißer Vulkan macht uns das Reisen auf der Insel ganz schön schwer. Der wichtigste Tipp schon mal vorneweg… Wollt ihr der Lava entkommen… Seid nie ohne Amulett unterwegs!

Spieleschachtel mit Inhalt

 

Das Spiel
Tobago Vulcano
 ist eine Erweiterung von Bruce Allen und bei Zoch erschienen. Es ist für 2-4 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Zuerst möchte ich euch erstmal einen kleinen Einblick in das Grundspiel geben: Wir alle suchen Schätze auf der Insel. Nur nach und nach können wir diese ausheben. Doch nicht nur allein den Schatz zu finden bringt Taler. Auch wenn man Hinweise gibt, kann man so richtig absahnen.

Das Spiel aufzubauen dauert zwar etwas, man kann sich aber auch gleich an dem schönen Spielmaterial erfreuen. Der Spielplan selbst ist in sechs verschiedenen Landschaften unterteilt. Doch wo sind die Schätze versteckt?

Haben alle ihren Geländewagen platziert, kann es auch schon losgehen. Im Uhrzeigersinn werden Hinweise ausgespielt oder man bewegt sein Auto.
Insgesamt können für vier Schätze Hinweise gegeben werden. Jedoch darf man immer nur einen ausspielen, wenn man dran ist. Der Hinweis muss zu den bereits ausgespielten passen. Liegt schon eine Karte da, wo der Schatz im Fluss liegt, kann keine Karte dazugelegt werden die anzeigt, dass der Schatz im Gebirge ist.

Das Ausspielen von Hinweiskarten werden die Schatzstellen immer mehr eingegrenzt.
Hinweise müssen immer zu den bereits ausliegenden passen. Die Grafik ist schnell verständlich.

 

Kann der Schatz weitgehend eingegrenzt werden, können Holzklötzchen auf die noch verbliebenen möglichen Orte gelegt werden. Somit kann man sich einen besseren Überblick beschaffen. Steht der Ort fest und nur noch ein Klötzchen liegt auf dem Spielplan, kann der Schatz abgeholt werden. Meistens Glück für den, der gerade in der Nähe ist.

Wurde der Schatz gehoben, werden die Taler verteilt, und zwar so viele wie es Beteiligungen gab. Für jede gibt es eine Schatzkarte. Doch die Taler werden nicht einfach wild ausgegeben. Es darf immer der oder die letzte entscheiden, die den Schatz gehoben hat, bzw. die letzten Hinweise gegeben haben, ob er die aktuelle Karte haben möchte, oder ob er vielleicht noch auf eine bessere Karte warten möchte. Die Hinweiskarten werden von der jeweiligen Spieler:innenfarbe gekennzeichnet.
Im unteren Teil werden Fluchkarten mit reingemischt. Wird eine solche aufgedeckt, muss man ein Amulett abgeben oder die höchste Schatzkarte. Weitere Schatzkarten werden ebenfalls nicht mehr verteilt. Es ist also wichtig, während des Spiels Amulette mit Hilfe des Geländewagens aufzuheben. Sonst kann es ganz schön teuer werden.

Dann wird Schatz für Schatz gesucht und ausgegraben. Gespielt wird solange, wie Schatzkarten verteilt werden können. Wer die meisten Taler sammeln konnte, gewinnt das Spiel.

Der Vulkan ist stabil und macht das Spielbrett ansehnlicher.
Der Vulkan passt sehr gut zu dem anderen Material dazu und hübscht das Spiel auf.

 

Doch was ändert sich durch die Erweiterung? Eigentlich gar nicht so viel. Aber der Spielverlauf ist doch ganz anders. Erstmal wird in die Spielmitte der Vulkan gestellt. Der ist übrigens ein absoluter Hingucker.
Alle bekommen ein Landschaftsplättchen mit drei verschiedenen Landschaften. Diese platziert jede:r am Rand. Auf eines der Felder (außer Vulkanfeld) platziert ihr euren Geländewagen. Außerdem gibt es vier neue Hinweise. Diese werden aber nicht zu den anderen gemischt. Sie sind für alle zugänglich. Man darf sich aber nur darauf setzen, wenn man eine Karte ausspielt und dann auch abgibt, die nicht erlaubt wäre. Entscheidet man sich dafür, muss aber der vulkanische Hinweis regelkonform sein.

Die Amulette sind jetzt noch wichtiger. Immer, wenn man ein Amulett aufsammelt, darf man sich ein Lavaplättchen nehmen und es sofort platzieren. So können Wege von den Mitspielenden abgeschnitten werden. Sie können sogar von Lava komplett umzingelt werden. Das passiert schneller als einem lieb ist. Man kann sich dann nur durch ein Amulett wieder befreien. Hat man keines mehr in seinem Vorrat, darf man aber auch seine wertvollste Karte abgeben. Das ist dann aber schon ein sehr hoher Preis.
So ein Lavaplättchen verbrennt übrigens dann auch eine Palme, Feld oder einen Markierungsstein. Zum Glück kann ein Geländewagen nicht verbrennen.

Der blaue Geländewagen steht vor der Lava. Es darf die Lava nur durchqueren, wenn es ein Amulett abgibt.
Der Schatz wurde gefunden. Möchte „Blau“, ohne große Umwege, zum Schatz fahren, muss es ein Amulett abgeben.

 

Fazit
Der Vulkan macht den Spielverlauf auf alle Fälle intensiver. Man muss stets darauf achten, dass man nicht von der Lava eingesperrt wird. Das hängt natürlich auch von den Mitspielenden ab. Manchen waren von der Erweiterung ganz angetan. Andere sagten wiederum, dass es dem Spiel die Leichtigkeit genommen hat. Die fröhliche Schatzsuche ist nun vorbei. Ein etwas gehobeneres Familienspiel wird durch den Vulkan schwieriger. So viel steht fest. Ob man den Vulkan braucht oder nicht, hängt vom jeweiligen Typ ab. Man kann seine Mitspieler:innen nämlich schon sehr ärgern und die Fahrten zum Schatz macht es schwieriger, da man meist erstmal um den Vulkan herum fahren muss. Außer man hat Glück. 

Spielen Kinder und ältere Personen mit, sollten sie Spielerfahrung mitbringen. Es ist viel Material dabei und man muss auf einige Details achten. Das Material ist aber übersichtlich und groß gestaltet.

Der Vulkan sieht auf alle Fälle sehr hübsch aus. Ob man ihn braucht oder nicht, muss jeder selber entscheiden. Wer Ärgerspiele liebt, wird an der Erweiterung gefallen finden.
Für mich habe ich beschlossen, dass ich lieber ohne ihn spiele, da ich den angenehmen Spielfluss lieber mag und einfach nur auf Schatzsuche gehen möchte.

Die Sternenbewertung gilt ausschließlich für die Erweiterung.

Bewertung / Test
+ Es ist mehr Taktik erforderlich.
+ Der Vulkan ist ein absoluter Hingucker.
+ Jedes Spiel ist ein Abenteuer.
–  Die Leichtigkeit des Spiels geht mit dem Vulkan verloren.
– Man kann sich schnell ärgern, wenn man nur Lava um sich hat.

(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)

Rezensentin Köstlinger Christiane

 

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Erweiterung”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • Altersgruppe 50 bis 70 Jahre
  • Altersgruppe ab 71 Jahre

Tobago Volcano (2020)

Spielidee: Bruce Allen
Grafik: Victor Boden
Verlag: Zoch
Anzahl der Spielenden: 2-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
persönliche Altersempfehlung: Hat man eher weniger Spieleerfahrung kann man sich mit 10 Jahren schwer tun. 
Spieldauer: ca. 60 Minuten

Generationentauglich: Alle Mitspielenden brauchen Spielerfahrung. Man muss auf vieles achten. Viel Material, das aber übersichtlich gestaltet ist.

Pädagogisch wertvoll: Man lernt strategisch zu planen.

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