Nachschub für Fans: Carcassonne Maps Frankreich von Hans im Glück Verlag (Rezension)

Carcassonne Maps Frankreich | Familienspiel | ab 8 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Klaus-Jürgen Wrede und Christof Tisch | Hans im Glück Verlag | Optional: pädagogisch wertvoll | bedingt generationentauglich

Eine Entdeckung für die Fans von Carcassonne: Es sind Karten unterschiedlicher Länder erhältlich in tischfüllender Größe, auf denen man das bewährte Spiel wieder etwas anders erleben kann. Für uns war „Frankreich“ die erste Wahl, weil wir einfach gerne dort sind. Und siehe da: Wir sammeln und verkaufen Weine beim Gestalten des Landes. Sehr stimmig!

Spielplan, ein Frankreich-Atlas, zwei Pastis

 

Das Spiel
Carcassonne Maps Frankreich
 ist eine Erweiterung zum Familienspiel von Klaus-Jürgen Wrede und Christof Tisch und bei Hans im Glück Verlag erschienen. Es ist für 2 – 4 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Der Plan ist zum Aufbewahren zunächst gerollt. Da sollte man zeitig vorher schauen, dass man ihn glatt zum Liegen bekommt. Mein Tipp: Entweder unter einen Teppich legen oder länger mit Büchern beschweren.

Die Anleitung liefert der Verlag zum Herunterladen, zudem sollte man sich die Papp-Chips bestellen oder mitbestellen. Die stehen hier mit drei unterschiedlichen Farben für drei Weinsorten in den Werten 1 und 2. Zu Beginn liegen sie verdeckt auf dem Spielplan verteilt. Bei den anderen Maps haben sie andere Funktionen.

Teil des Spielplans, darauf verteilte kleine Pappscheiben, Stapel von Spielplättchen

Die Wein-Plättchen sind verteilt, es kann losgehen.

Für eine so große Karte reichen die Plättchen des Grundspiels (das natürlich vorhanden sein muss) nicht aus. Die Anleitung empfiehlt, die ersten beiden Erweiterungen hinzuzunehmen. Wir haben die Big-Box, also genug Plättchen. Dann wird empfohlen, dass jeder Spielende 9 Meeple bekommt plus einen für die Wertungstafel.

Die Stadt Paris auf dem Spielplan, herum bereits ausgelegte Plättchen

Paris ist natürlich besonders attraktiv!

Für den Start werden zwei Plättchen auf ausgewählte Dörfer gelegt. Die aufgedruckten Plättchen dürfen erst bei Erreichen genutzt werden. Das Ausbreiten ist attraktiv. Zum einen möchte ich an die Weinplättchen kommen. Habe ich passende Weinplättchen mit dem Wert 2 kann ich diesen Wein in Dörfern verkaufen, welche die passende Farbe auf der Weinflasche haben. Dazu ist dieses Dorf zu überbauen und ich bekomme für den Verkauf satte 9 Punkte. Alternativ kann ich jeden Wein  beim Legen eines Plättchens an der Landesgrenze ins Ausland verkaufen und bekomme -immerhin- 5 Punkte dafür. Die Weinpunkte aufzusparen bringt nichts, in der Endwertung zählen sie nicht. Wenn man schon mit der Map spielt, sollte man sich diese Plättchen gönnen, sie sind wie der Wein zum guten Essen.

Die aufgedruckten Städte enthalten Wappen, allen voran natürlich Paris mit 4 Wappen. Hier kann es mir natürlich gern passieren, dass sich Mitspielende in der Nähe niederlassen und ihre Stadt schließlich mit Paris verbinden. Da zeigt sich, welche Mitspielende gutmütig sind welche leicht hinterlistig konfrontativ spielen.

Mit neun zur Verfügung stehenden Meeplen kommt man nicht so schnell in Verlegenheit, doch mit mehreren Klöstern auf dem Plan, die sich bei der Größe des Spielfeldes nicht so leicht umschließen lassen, gilt es auch hier, nicht zu viele Baustellen gleichzeitig offen zu haben.

Gegen Spielende fast ausgefüllter Plan, darauf Meeple in Gelb und Rot

Zum Ende ist die Karte fast ausgefüllt.

Schon lange hege ich den Plan, Carcassonne mal so richtig groß zu spielen mit zwei Grundspielen, wobei ich mich frage, wie bekomme ich das hinterher wieder sortiert? Mit der Map und den hinzugenommenen Erweiterungen kommt man diesem Plan wohl schon ziemlich nahe. Es ist ein barockes Spielgefühl: Man kann aus dem Vollen schöpfen und ist gleichzeitig gefordert. Durch die aufgedruckten, vorgegebenen Plättchen ist es oft nicht so einfach, ein gezogenes Plättchen zu legen, beziehungsweise auch optimal zu legen. Auf dem großen Plan gibt es oft viele Möglichkeiten, die überlegt werden wollen. Zu viert wird die Wartezeit damit wahrscheinlich zum Problem.

Die Anleitung ist bewährt gut, wie man es aus Grundspiel und Erweiterungen kennt: klar formuliert und mit Beispielen und Illustrationen versehen. Das Grundspiel halte ich für generationentauglich, mit der Map gilt dies nur für erfahrene Spielende. Durch die Größe wird es am Ende etwas unübersichtlich, wenn man nicht gerade das als Herausforderung sieht.

Das Punktetableau geht bis 50. Das wird mehrmals umrundet. Es helfen da zwei Punkteplättchen  aus dem Vierpersonenspiel. Ansonsten muss man sich behelfen.

 

Fazit
Die Map bietet neue Varianz und eine neue Variante für den bewährten und immer wieder neuen Oldie. Carcassonne ist einfach zeitlos und wirkt gar nicht alt. Diese Erweiterung richtet sich eher an erfahrene Spieler. Die Erfordernis von zwei Erweiterungen plus der Grundversion, um genügend Plättchen und Meeple zu haben, sagt das bereits aus.

Für Fans von Carcassonne ist die Map ein guter Tipp: stimmig und thematisch umgesetzt. Wer es nur gelegentlich spielt und für Einsteiger ist das Grundspiel ausreichend und das gehört in meinen Augen zum Grundbestand einer Spielesammlung.

 

 

Bewertung / Test
+ neue, interessante Variante des bewährten Spiels
+ reizvoll und thematisch umgesetzt
– erfordert neben dem Grundspiel zudem Material aus Erweiterungen

 

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Erweiterungen”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Carcassonne Maps Frankreich (2119)

Spielidee: Klaus-Jürgen Wrede und Christof Tisch
Grafik:
Verlag: Hans im Glück Verlag
Anzahl der Spielenden: 2 – 4
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren
Spieldauer: 60 Minuten

Generationentauglichkeit: weitgehend, bis auf die leichte Unübersichtlichkeit gegen Ende

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