Tand oder Gold? – Fantastische Reiche: Der verfluchte Schatz von Strohmann Games (Rezension)

Fantastische Reiche: Der verfluchte Schatz | Erweiterung | ab 14 Jahren | 3 bis 6 Spielende | Bruce Glassco | Strohmann Games

„Fantastische Reiche“ ist ein Kartenspiel, das im Jahr 2021 für die Wahl zum Kennerspiel des Jahres nominiert wurde. Bei so viel Erfolg ist es nicht verwunderlich, dass zeitnah eine Erweiterung erschienen ist, die aus der Hand des gleichen Autors stammt. Sie enthält zwei Module, die einzeln oder auch zusammen ins Grundspiel eingebaut werden können. Werfen wir mal einen Blick auf „Der verfluchte Schatz“ und schauen, ob das, was da glitzert Gold oder nur wertloser Tand ist.

Fantastische Reiche bleibt auch mit der Erweiterung ein reines Kartenspiel
Fantastische Reiche bleibt auch mit der Erweiterung ein reines Kartenspiel

 

Das Spiel
Fantastische Reiche: Der verfluchte Schatz
ist ein Erweiterung von Bruce Glassco und bei Strohmann Games erschienen. Es ist für 3-6 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Zuerst nehme ich mal die namensgebenden verfluchten Schätze unter die Lupe. Die liegen als Extrakartendeck in der Schachtel und sind eindeutig an ihrer schwarzen Rückseite mit goldener Schrift zu erkennen. Auch auf ihrer Vorderseite unterscheiden sie sich deutlich von den Karten aus dem Grundspiel, denn sie sind horizontal ausgerichtet und in zwei Felder unterteilt. Links ist eine Zeichnung des Gegenstands und sein Punktewert, rechts eine Beschreibung, wann dieser eingesetzt werden kann und welchen Effekt er mit sich bringt.

Um die Schatzkarten auszuspielen, muss vorher reichlich Text gelesen werden.
So ein Wunschring ist nicht ohne!

Alle erhalten eine Karte und legen diese vor offen sich ab. Der Rest verbleibt in einem Nachziehstapel. Da alle diese Schätze aber verflucht sind, sollte man sich genau überlegen, ob man ihre Kraft einsetzen will, denn sie bringen in der Regel Minuspunkte für die Abrechnung, wenn sie eingesetzt wurden. Spielt man sie aber doch aus, darf man sich den einen oder anderen Vorteil sichern. Beispielsweise darf man die Auslage im Ablagebereich zu seinen Gunsten verändern, in den Nachziehstapel linsen oder bekommt die Chance, einen Blick in die Handkarten der anderen zu werfen. Ist der Effekt abgearbeitet, zieht man einen neuen verfluchten Gegenstand.

Grundsätzlich kann man auf die Aktivierung einer solchen Karte auch verzichten und im ganzen Spiel ohne die Schätze auskommen. Wenn dir die Karte nichts passt, kannst du sie auch abwerfen und eine neue ziehen. Irgendwie ist das genau das Dilemma des Moduls. Es ist nicht verbindlich und passt nicht so wirklich dazu. Zudem muss man andauernd den Spielfluss abbrechen und verliert den Fokus auf die eigenen Handkarten. Wir haben schon nach ein paar Runden gemerkt, dass wir lieber ohne die verfluchten Schätze spielen und lassen sie seitdem weg.

Die neuen Karten haben neue Farben und ein hübscheres Design.
Willkommen in der Fantastischen Reiche-Familie: Untote, Outsider und Gebäude.

Das ist bei dem zweiten Modul aber ganz anders. Über die Untoten, die Gebäude und die Outsider freuen wir uns sehr und haben sie seitdem auch nicht mehr aus dem Grundspiel herausgenommen. Die drei Begriffe stehen für die drei neuen Kartenfarben Dunkelgrün, Lila und Gelb. Damit das dann mit der Punktwertung auch klappt, ersetzt die Erweiterung auch acht Karten aus dem Grundspiel, wie etwa die Große Flut oder den Glockenturm. Außerdem ändert sich auch etwas am Spielaufbau und dem Regelwerk. Alle bekommen acht Karten zum Start und eine Runde endet erst, wenn zwölf Karten im Ablagebereich liegen. Spürbar länger wird eine Partie „Fantastische Reiche“ dadurch nicht.

Die gelben Outsider sorgen unter anderem dafür, dass du am Ende der Runde noch zusätzliche Karten auf die Hand bekommen kannst, Strafen ausgesetzt oder abgemildert werden. Damit erinnern sie ein bisschen an den Totenbeschwörer aus dem Grundspiel. Gebäude bringen Boni und können wieder fröhlich andere Karten blockieren. Die Untoten bringen Punkte für Karten, die zu Spielende in der Auslage liegen. Da kann nochmal ganz schon was zusammenkommen für die Endabrechnung. Auf dem Kartenrücken sehen sie identisch aus wie die Karten aus dem Grundspiel und passen sich super ein.

Die Karte Glockenturm im alten und im neuen Design.
Fällt auf, oder?

Schön ist, dass der Autor auf einen neuen Illustrator gesetzt hat. Die neuen Karten sind zwar immer noch im selben Stil gestaltet, an dem sich viele stören, kommen aber frischer, bunter und ein wenig comicartiger daher. Das sieht man vor allem im direkten Vergleich mit den Karten, die ersetzt werden müssen. Uns gefällt’s definitv besser. Daumen hoch für diese Entscheidung. Generationentauglich ist „Fantastische Reiche“ durch die „Der verfluchte Schatz“-Erweiterung immer noch nicht geworden. Die Texte sind immer noch zu klein und zu überfrachtet.

 

Fazit

Ja, die Erweiterung kann man schon haben! Zwar haben sich die namensgebenden verfluchten Schätze nicht in unser Herz gespielt, die neuen Kartenfarben aber schon. Vor allem die Untoten haben es mir angetan. Danke Lich, Todesritter und Co! Aber auch die Outsider und die Gebäude bringen Abwechslung. Schwieriger wird das Spiel dadurch nicht. Es bleibt leicht zugängig und schnell gespielt, wenn man die Anfangshürde von drei, vier Partien genommen hat.

Durch die neuen Karten wird natürlich auch die Wertung am Ende des Spiels nicht einfacher. Deswegen möchte ich gerne darauf verweisen, dass es eine kostenlose Online-Seite gibt, welche die teilweise kleinschrittige Rechenaufgabe übernimmt. Dort kann man ganz nach Belieben die Teile der Erweiterung zuschalten oder ausblenden und die Wertung kann auch in Deutsch erfolgen. Wir nutzen sie gerne.

Wenn du Lust hast, die Rezension des Grundspiels nochmal zu lesen, findest du sie hier.


Bewertung / Test
+ zwei neue Module
+ Design aufgepeppt
+ fügt sich nahtlos in das Grundspiel ein
– Verfluchte Schätze sind nicht so der Bringer

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kenner- und Expertenspiel”

  • ... Altersgruppe 14 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre

Fantastische Reiche: Der verfluchte Schatz (2021)

Spielidee: Bruce Glassco
Grafik: Anthony Cournoyer & Octographics
Verlag: Strohmann Games
Anzahl der Spielenden: 3-6 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 20-30 Minuten

Generationentauglichkeit: Wie schon im Grundspiel gilt: kleine Karten, klein gedruckte Texte – nö

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