Agent, wir verstehen Sie nicht! – Stop the Robots! von Huch! (Rezension)

Stop the robots! | Kinderspiel | ab 7 Jahren | 1 bis 6 Spielende | Jeff Castel |  Huch!

Bei “Stop the Robots!” spielt die Technik verrückt. Wild gewordene Roboter halten die Stadt in Atem und wir müssen als Teil eines Agenten-Teams mithelfen, diese unschädlich zu machen, bevor wir, je nach Roboter, in klebrigen Glibberschleim getaucht oder mit nervtötender Musik beschallt werden. Wichtigster Bestandteil des Spiels ist hierbei ein Walkie-Talkie, welches uns Anweisungen gibt. Doch auch hier scheint die Technik nicht immer auf unserer Seite zu stehen.

Der Schachtelinhalt von Stop the robots!
Die Box enthält eine Anleitung, Karten und ein batteriebetriebenes „Walkie-Talkie“.

 

Das Spiel
Stop the Robots! ist ein Kinderspiel von Jeff Castel und bei Huch! erschienen. Es ist für 1-6 Spielende geeignet und kann ab 7 Jahren gespielt werden.

Die für ihren Inhalt recht große Schachtel enthält neben der Anleitung ein batteriebetriebenes Walkie Talkie sowie 36 Karten.

Natürlich ist das Walkie Talkie mit Ziffernanzeige für den Timer der Hingucker dieses Spiels und ein Losspielen auch ohne langes Studieren der Anleitung möglich. Nachdem wir das Funkgerät eingeschaltet haben, ertönt schon die Stimme des Chefs unserer Spezialeinheit, der unsere Hilfe anfordert, da verrückte Roboter die Stadt ins Chaos stürzen wollen. Er verbindet uns nach dieser kurzen Vorgeschichte mit einer Agentin vor Ort, mit der wir das eigentliche Spiel bestreiten müssen. 

Dieses ist in zwei Runden aufgeteilt. Auf dem Walkie Talkie sehen wir stets einen Countdown laufen. So lange haben wir also Zeit um diese Runde zu spielen.

In der ersten Hälfte bekommen wir von der Agentin Hinweise geliefert, mit denen wir den richtigen Roboter ausfindig machen müssen. Also durchsuchen wir sämtliche Roboterkarten und sortieren all jene aus, auf die der Hinweis nicht zutrifft. Dabei zählen wir die Batterien oder grünen Lichter der abgebildeten Roboter, schauen auf die Anzahl und Farben der Drähte am Roboter, und unterscheiden ob er mit einem digitalen Timer oder einem Ziffernblatt ausgestattet ist.

Beispiele zu den Roboter-Karten
Während der Timer auf dem Walkie-Talkie tickt müssen wir herausfinden, auf welchen Roboter die Beschreibung zutrifft, die uns über das Walkie-Talkie gegeben wird.

 

Nach jedem abgearbeitet Hinweis rufen wir ein “Okay!” ins Walkie-Talkie und bekommen dann ein weiteres Merkmal, solange bis wir alle Informationen übermittelt bekommen und im besten Fall nur noch eine Roboterkarte zur Auswahl haben.

Nach einem kurzem Referat der Agentin, mit welchem Roboter wir es nun zu tun haben, müssen nun drei Drähte in der richtigen Reihenfolge gekappt werden. Dazu drehen wir die Roboterkarte um und sehen passenderweise drei Aufgaben vor uns. Aufgabe 1 ist immer ein Labyrinth, an dessen Ende sich eine Farbe befindet, die wir unserer Agentin durch das Walkie-Talkie mitteilen.

Aufgabe 2 und 3 sind meist Aufgaben mit drei  Antwortmöglichkeiten, wobei auch hier jede Antwort durch eine Farbe gekennzeichnet ist. Hier müssen wir beispielsweise Reihen logisch ergänzen oder erkennen, welches der abgebildeten Symbole nicht zu den anderen passt. Haben wir auch diese drei Fragen innerhalb der vorgegebenen Zeit gelöst waren wir erfolgreich und haben es geschafft, die Stadt vor diesen Roboter zu retten.

Rätselkarte mit 3 Logikrätseln
Auf der Rückseite eines Roboters finden wir drei Rätsel, dessem Lösung immer mit einer Farbe verbunden ist. Diese müssen wir in das Walkie-Talkie sprechen.

 

Je öfter wir erfolgreich sind, desto höher wird die Schwierigkeit bei zukünftigen Aufgaben. Wir haben dann weniger Zeit, und auf der Rückseite des gesuchten Roboters sind die Aufgaben nicht mehr ganz so leicht, wie bei den vorherigen Karten. Schaffen wir die aktuelle Schwierigkeitsstufe nicht, wird diese wieder automatisch herabgesetzt (und kann bei Bedarf auch manuell resettet werden).

 

Fazit
„Stop the Robots!“ ist ein kooperatives Rätselspiel, dessen Reiz ganz klar im beiliegenden Walkie Talkie liegt. Wer kennt nicht die strahlenden Kinderaugen (und entsetzten Elternblicke), wenn ein batteriebetriebenes Plastikspielzeug Geräusche macht und dazu auch noch blinkt. Die Erwartung hier wird noch gesteigert, da man selbst ja Befehle in das technische Gimmick sprechen und somit interagieren kann.

Umso frustrierender war in unseren Testrunden die technische Umsetzung. Die Spracherkennung erwies sich als mangelhaft und sehr stör- und fehleranfällig. Schon beim ersten Probespielen ohne Kinder im stillen Kämmerlein konnte eine Runde nicht zu Ende gespielt werden, da die “Agentin vor Ort” trotz zahlreicher Versuche das Lösungswort nicht verstanden hat und teilweise zu bereits abgeschlossenen Aufgaben zurückgewechselt ist. 

“Welchen Farbe hat der Draht, den ich durchschneiden soll?” – “Rot” – “Ich schneide also den blauen Draht durch, ist dies korrekt?” – “Nein” – “Suche nun einen Roboter mit vier grünen Lichtern.” – “Ahhh!”

Im Test mit den Kindern war das Durchspielen eines Falls (trotz rasch gelöster Aufgaben) selten möglich. Da in Käufer-Rezensionen auf einer bekannten Online-Plattform ebenfalls solche oder ähnliche technischen Probleme angesprochen werden, gehe ich davon aus, dass es sich bei unserem Testgerät nicht um einen Einzelfall handelt. Mit der Zeit bekamen wir Erwachsenen dann zwar ein Gefühl, wie die Worte betont und ausgesprochen werden möchten, für die Alterszielgruppe bleibt die technische Umsetzung aber unbefriedigend.

Zusätzlich frustrierend kommt hinzu, dass die eingesprochenen Texte sehr langatmig sind und nicht unterbrochen werden können. Die vielen eingebauten Witze mögen beim ersten Hören unterhalten. Wenn jedoch der der Timer und wir nach einem erneut falsch verstandenen Befehl die Ausführungen der Agentin wieder und wieder anhören müssen, führt dies eher zu genervten Kindern als zu stimmungsvoller Spannung. Und auch wenn wenn die nette Dame uns mit schriller Stimme auffordert, uns zu beeilen und uns die verbleibende Zeit mitteilt, sitzen wir mit unserer Lösung erst einmal wieder wie auf heißen Kohlen und müssen warten, bis sie zu Ende gesprochen hat.

Auch wenn ein Walkie Talkie in der Hand sicherlich thematisch passend und stimmungsvoll ist: Aus meiner Sicht hätte man sich mit einer (updatefähigen!) Begleit-App als technische Spielerei oder einer analogen Rätselkontrolle hier einen größeren Gefallen getan.

Abgesehen von der Technik ist der eigentliche Spielablauf nett und bietet für einige Runden zwischendurch eine schnelle Unterhaltung. Der Spielablauf und die Rätselarten wiederholen sich zwar schnell und wirken für die älteren Mitspielenden repetitiv. Da sich der Schwierigkeitsgrad jedoch leicht erhöht und die zur Verfügung stehende Zeit angepasst wird, bleibt bei den Jüngeren jedoch eine gewisse Spannung auch über mehrere Partien erhalten.

So wäre “Stop the Robots” ein altersgerecht-solides Rätselspiel, welches durch die Qualität des technischen Gimmicks leider im Stich gelassen wird.

 

Bewertung / Test
– Technische Umsetzung für Alterszielgruppe zu störanfällig
– Ablauf sehr repetitv

(Eine Rezension von Jörg Hübner)

Rezensent Jörg
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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
„Kinderspiele“

Agent, wir verstehen Sie nicht! - Stop the robots! von Huch! (Rezension)
  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre

Stop the Robots! (2021)

Spielidee: Jeff Castel
Grafik: Regis Torres
Verlag: Huch!
Anzahl der Spielenden: 1-6
Altersempfehlung Verlag: 7+
Spieldauer: 10 Minuten

Generationentauglichkeit: Als Kinderspiel ausgelegt
Pädagogisch wertvoll: Nette Logikrätsel

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