Gar nicht so heiß – Tulpenfieber von Amigo (Rezension)

Tulpenfieber | Würfelspiel| ab 8 Jahren | 1 bis 4 Spielende | Uwe Rosenberg | Amigo

Spiele mit Naturthema liegen im Moment voll im Trend. Nun würfeln wir auch noch darum, wer die üppigsten Tulpenfelder anpflanzen kann. Das klingt so weit in Ordnung, zumal das Spiel auch von einem der bekanntesten deutschen Spiele-Erfinder erdacht wurde, bei dem Würfel normalerweise eine untergeordnete Rolle spielen.

Tulpenfieber bietet 7 Würfel, 4 Spieltableaus und einen Beutel mit Tulpenmarkern
Tulpenfieber bietet 7 Würfel, 4 Spieltableaus und Tulpenmarkern

 

Das Spiel
Tulpenfieber
ist ein Würfelspiel von Uwe Rosenberg und bei Amigo erschienen. Es ist für 1-4 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Bei ‚Tulpenfieber‘ habe ich mich sofort an Kniffel erinnert. Mit vier Würfeln versuche ich bestmögliche Ergebnisse zu erreichen. Dazu habe ich pro Runde drei Versuche. Danach wird das Ergebnis eingetragen. Das klingt alles vertraut. Es geht jetzt aber nicht um Punkte, sondern darum Flächen mit Plättchen zu belegen.

Auf die Tulpenzwiebel, fertig, los!
Auf die Tulpenzwiebel, fertig, los!

Alle erhalten ein Spieltableau. Das ist in Quadrate unterteilt, die ein Raster aus sechs Spalten und fünf Reihen bilden. Auf jedem Quadrat ist ein potentielles Ergebnis eingetragen, das darauf wartet gewürfelt zu werden. Das können Paare, Drillinge, Vierlinge und Fünflinge sein, aber auch Straßen. Wer an der Reihe ist würfelt mit vier Würfeln maximal dreimal. Danach entscheidet man sich für das Ergebnis, das behalten werden soll und legt auf die entsprechende Stelle einen Tulpenmarker.

Ein Blick in den Beutel, in dem die Marker gesammelt sind.
Sind das jetzt Tulpenfelder oder das Flimmern im TV nach dem Sendeschluss in den 80-ern?

Wer nach seinem dritten Wurf aber unzufrieden ist und noch zwei Tulpenmarker dem Spieltableau liegen hat, darf zwei davon umdrehen und nachwürfeln. Das geht auch noch ein fünftes Mal, dann ist aber wirklich Schluss für diese Runde.

Nahaufname des Spieltableaus und der Würfel
In der ersten Spalte liegen vier Plättchen untereinander. Ab sofort dürfen sechs Würfel geutzt werden.

Die Tulpenmarker braucht man aber auch noch für eine andere Sache. Liegen drei davon in einer Spalte untereinander, bekommt man für jede weitere Runde einen Würfel mehr. Nur so kann man dann auch die Fünflinge erreichen, die in der letzten Reihe auf uns warten. Insgesamt kann man durch geschicktes Legen die vier Startwürfel auf insgesamt sieben aufwerten, wenn alle Felder einer Spalte belegt sind. Das unterscheidet das Spiel schon deutlich von Kniffel!

Und noch ein Unterschied. Sollte es im Verlauf des Spiels gelingen, dass man mit seinen Tulpenmarkern eine zusammenhängende Fläche von 3×2-Feldern gelegt hat, schnappt man sich ein Sonderplättchen und legt es an diese Stelle. Ab sofort darf darauf ein Würfel gelegt werden, den man vorher auf seine Wunschzahl gedreht hat. Mit dem Verlauf des Spiels wird es also immer leichter, gute Ergebnisse zu erreichen.

Mit Sonderplättchen können wir das Ergebnis eines Würfels schon vorher festlegen.
Mit Sonderplättchen können wir das Ergebnis eines Würfels schon vorher festlegen.

Um das Spiel zu gewinnen, muss man sich auf dem Spieltableau nach unten arbeiten. Entweder müssen alle Felder der vierten Reihe belegt werden oder vier beliebige oder drei nebeneinander liegende der Reihe 5.
Wer das zuerst schafft, gewinnt.

 

 

Fazit
Soweit klingt alles nach einem soliden Würfelspiel, quasi ein Kniffel-Plus, das sich eine Prise strategischer spielen lässt. Aber es kommt nicht dieses Gefühl auf. Statt ärgern oder unverhohlen freuen, wenn ein Wurf klappt, bleibt bei Tulpenfieber irgendwie immer eine Möglichkeit. Da kochen keine Emotionen hoch, wenn ich ja doch immer irgendwo ein Tulpenplättchen hinlegen darf.

Oben drauf kommt noch, dass mich das Spiel optisch so gar nicht in seinen Bann zieht. Das Cover zeigt eine historische niederländische Tulpenlandschaft. Es legt nahe, dass sich hier zwei Personen um die Tulpen streiten. Davon spürt man im Spiel wirklich nichts. Alle würfeln für sich.

Wettstreit um Tulpen ist leider Fehlanzeige?
Konflikte wie auf der Schachtelillustration gibt es leider nicht.

Die Tulpenplättchen sehen nach Farbmatsche aus. Außerdem sind sie so klein, dass man schon sehr geübte Finder haben muss, um da alles unfallfrei aufzulegen und umzudrehen, wenn schon ein paar auf dem Spieltableau liegen. Überhaupt hätte alles einen Hauch größer sein können, um generationentauglich zu sein.

Auch wenn die Idee mit dem eigenen Würfelpool wirklich gut ist, hätte ich mir gewünscht, dass für jede Person ein Satz unterschiedlich farbiger Würfel in der Schachtel wäre. Wenn die Person vor uns die eigene Runde beendet hat, greifen wir instinktiv nach den Würfeln, die uns angeboten werden. Dabei vergessen wir öfter, dass wir ja einen mehr oder weniger nutzen dürfen oder diesen auf dem Sonderplättchen ablegen dürfen. Ehrlich, das nervt dann schon. Platz für mehr Würfel wäre in der Schachtel auf jeden Fall.

 

Bewertung / Test
+ Der Kniffelmechanismus ist leicht gelernt
+ Man kann mehr Würfel freischalten
+ solo spielbar
– alles irgendwie zu klein geraten
– Entscheidungen fühlen sich belanglos an
– bitte mehr Würfel

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre

Tulpenfieber (2021)

Spielidee: Uwe Rosenberg
Grafik: Roberto Freire
Verlag: Amigo
Anzahl der Spielenden: 1-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 20-30 Minuten

Generationentauglichkeit: Die Marker sind viel zu klein, die aufgedruckten Würfelergebnisse zu winzig gedruckt. Deswegen für ältere Menschen sicher herausfordernd zu spielen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen weiter verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen