Unter Kultisten – Among Cultists von Godot Games (Kickstarter Preview)

Among Cultists | Gruppenspiel | ab 12 Jahren | 5 bis 8 Spielende | Stefan Godot | Godot Games |

Inspiriert durch sein großes Vorbild „Among Us“, welches in der Computerspielewelt große Wellen schlug, schuf Stefan Godot Among Cultists, das aktuell über Kickstarter finanziert wird. Ein Raumschiff wird in diesem Social Deduction Brettspiel zwar nicht manipuliert, Parallelen sind aber dennoch eindeutig erkennbar. In Among Cultists spielt ihr Mitglieder der geheimen Gesellschaft „M“. Doch seid gewappnet, denn unter euch versteckten sich Kultisten, die in der Universität ein böses Spiel treiben. Und dies gilt es zu verhindern, ehe der Kult vollbracht werden kann.

Bild von Spiel und Material


Das Spiel
Among Cultists ist ein Gruppenspiel von Stefan Godot und bei Godot Games erschienen. Es ist für 4 bis 8 Spielende geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.

In „Among Cultists“ geht es darum, dass die Ermittler:innen den Kult der Kultisten verhindern. Sie gewinnen das Spiel, indem sie Bücher in Räumen suchen und somit eine gewisse Anzahl an Siegpunkten erreichen. Die Kultisten gewinnen, wenn sie genügend der anderen umgebracht haben.

Die Info, wer Kultist ist und wer nicht,  wird zu Beginn geheim und zufällig in Briefumschlägen verteilt. Das Besondere an Among Cultists ist, dass mit den Umschlägen nicht nur die Rollenverteilung geregelt wird, sondern auch feststeht, wer bereits tot ist (je nach Spielerzahl). Diese Info erfahren aber nur die Kultisten, die in der einmaligen Nachtphase nicht nur sich selbst, sondern auch tote Mitglieder zu sehen bekommen. Das treibt das Spiel voran, denn die Kultisten können sich somit getrost auf die noch lebenden Personen konzentrieren.

Wie wird es gespielt?
In „Among Cultists“ durchlauft ihr mehrere Phasen, bevor die Runde endet und spätestens nach 10 Runden das Spielende eintritt. Zuerst bewegt ihr alle abwechselnd im Uhrzeigersinn euren Charakter nach einer vorgegebenen Route durch den Campus. Ihr könnt höchstens drei Felder weit gehen und auf Fluren oder Räumen landen.
Solltet ihr auf eine andere Person treffen und die Sterne günstig stehen, gebt ihr euch gegenseitig eine eurer Handkarten und legt die erhaltene auf euren Pulsstapel. Pulskarten bestehend entweder aus Lebend- oder Todkarten. Natürlich möchte ein Kultist das Gegenüber hinterrücks ermorden. Daher gilt es immer, schön Abstand zu halten und ja niemandem zu begegnen. Doch so einfach ist es natürlich nicht, denn steht ihr gemeinsam in einem Raum, könntet ihr diesen viel schneller erforschen. Und das ist Voraussetzung, damit die Ermittler:innen die wertvollen und punktebringenden Bücher sammeln können.

Bild vom Spielaufbau

In der nächsten Phase führ ihr nacheinander je eine Aktion aus. Jeder Ort hat einen zugewiesenen Kartenstapel, der aus guten und schlechten Karten bestehen kann. Als Aktion könnt ihr eine Karte in einen solchen Stapel spielen. Klar ist, dass Kultisten das Deck lieber sabotieren wollen und die Anderen eher positive Karten hineinspielen. Eine weitere Aktion ist das Ziehen einer Raumkarte, um zu hoffen dass sie euch ein Buch sammeln lässt. Jeder Raum birgt eine Art Buchmarker. Erst wenn ihr eine bestimmte Anzahl Marker je Art sammeln konntet, bekommt ihr Siegpunkte gutgeschrieben. Und das ist mitnichten so einfach. Denn die eingangs erwähnte Route, an der sich alle halten müssen (außer natürlich Kultisten), sofern sie eine Raumaktion ausführen wollen, hat schon so manchen Plan erschwert. Als Aktion könnt ihr auch erfahren, ob eine Person auf eurem Feld tot oder lebendig ist und euch somit wertvollen Hinweis darauf geben, wer Kultist sein könnte und wer nicht. Und natürlich könnt ihr Verdächtige auch um die Ecke bringen, immer in der Hoffnung, die richtigen zu erwischen.
Nach jeder Runde können die Kultisten beschließen, den Gewinn zu verkünden. Hier sollten sie natürlich sicher sein, die erforderliche Anzahl Ermittler:innen erwischt zu haben, da sie sonst nämlich verloren haben.

Routenkarten
Routenkarten


Fazit
Besonders gut gefällt uns an „Among Cultists“, dass niemand aus dem Spiel ausscheiden kann. Wird der Tod aufgrund einer Aktion enttarnt, kann nämlich noch weiterhin als Geist am Spiel teilgenommen werden. Dies fügt sich passend ins Spielthema ein, auch wenn es natürlich schade ist, dass dann weniger Aktionen zur Verfügung stehen.
„Among Cultists“ ist ein Social Deduction Spiel, wie es im Buche steht. Das ist Segen und Fluch zugleich. Denn wir würden behaupten, ohne schauspielerisches Talent, lässt sich „Among Cultists“ nicht gut spielen. Als Kultist kannst du dich schnell enttarnen, indem  du nach einer Karte suchst, aktiv in Räume mit anderen Personen gehst oder an der falschen Stelle lächelst. Und schon gehen dir alle aus dem Weg. Kannst du aber Vertrauen gewinnen und dich verstellen, dürfte es ein Leichtes sein, die Ermittler:innen um die Ecke zu bringen, zumindest wenn es bereits Tote im Spiel gibt. Mit einem Profi als Kultist erschien uns „Among Cultists“ für die Ermittler:innen sogar etwas schwer. Dies lag daran, dass die vorgegebene Route das Leben erschwerte. Wenn die gerade dringend benötigten Bücher im falschen Raum liegen, ist das ärgerlich.
Mit der richtigen Truppe – und die hatten wir! – macht „Among Cultists“ auf jeden Fall jede Menge Spaß. Es werden Verdächtigungen ausgesprochen und versucht, Vertrauen zu erhalten. Sicher ist nicht mal, dass man selbst noch lebt. Das bringt Spannung und macht viel Freude. Daneben ist das Spiel schnell erklärt und schnell gespielt. Weitere Charaktere sowie Erweiterungen sorgen zudem für Langzeitspielespaß.

 

Bewertung / Test
Diese Rezension erfolgte nach dem Test des Prototypen. Ein vollumfänglicher Test steht daher noch aus.

 

 

(Eine Rezension von Sebastian Axmann und Petra Fuchs)

Foto von Sebastian Axmann

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Gruppenspiel”

  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre

Among Cultists (2023)

Spielidee: Stefan Godot
Grafik: Jose David Lanza Cebrian, Stephen Gibson, Jarrod Owen, Andreas Schroth, Karsten Schulmann
Verlag: Godot Games
Anzahl der Spielenden: 5 bis 8 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren

Spieldauer: 45 bis 90 Minuten

Generationentauglichkeit: Die Marker sind teils etwas klein geraten, die Spielsteine dafür schön groß und griffig, die Karten ebenso gut zu erkennen.