Sammeln und denken – Sobek Das Duell von Pegasus (Rezension)

Sobek – das Duell | Zwei-Personen-Spiel | ab 10 Jahren |  2 Spielende | Bruno Cathala und Sébastien Pauchon | Pegasus Spiele |  generationentauglich

Zweier-Spiele sind gerne mal verkopft. „Sobek“ bietet eine gute Mischung aus Taktik und etwas Glück. Wie verkopft es ist, oder ob es tatsächlich auf dem Level Familienspiel ist, lest Ihr hier.

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Sobek – Das Duell ist ein 2-Personen-Spiel von Bruno Cathala und Sébastien Pauchon und bei Pegasus erschienen. Es ist für 2 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Zu Beginn wird der Spielplan mit Waren- und Personenplättchen belegt. Die Reihenfolge, wie die Plättchen auf den Plan gelegt werden, ist genau festgelegt. Bis auf die Startplättchen wäre das bei der ersten Auslage eigentlich egal. Später wird es jedoch wichtig, vor allem wenn gegen Ende nicht mehr alle Plätze belegt werden können. Die Warenplättchen werden offen hingelegt, die Personenplättchen verdeckt.

Spielfeld mit ausliegenden Plättchen, Anch diagonal ausgerichtet
Das genommene Plättchen bestimmt, wie der Anch für den nächsten Spielenden ausgerichtet wird.

 

Die Warenplättchen haben am Rand Markierungen. Diese geben vor, wie das Anch, die goldene Spielfigur, an dieser Stelle ausgerichtet wird, wenn das Plättchen genommen wird. Dies gibt die Auswahl für den nächsten Spielenden vor. Nehme ich dann ein benachbartes Plättchen, passiert nichts weiter. Fällt jedoch die Wahl auf ein übernächste oder noch entfernter liegendes Plättchen, nehme ich die übersprungenen Plättchen und lege sie verdeckt auf mein Korruptionsfeld.

Nehme ich ein Personenplättchen, steht es mir frei, wie das Anch anschließend ausgerichtet wird. Jedes Personenplättchen bietet eine Sonderaktion oder kann auch als Warenplättchen gemäß des Aufdrucks verwendet werden.

So sammelt zunächst jede:r vor sich hin und hält die erhaltenen Plättchen verdeckt. Habe ich von einer Ware drei oder mehr Plättchen, wobei die grünen Jokerplättchen hinzugenommen werden dürfen, nutze ich die Aktionsmöglichkeit Verkauf, anstatt ein weiteres Plättchen zu nehmen.

 

Auslage eines Spielenden mit zwei Arten von Waren
Die verkauften Waren geben am Schluss Siegpunkte

 

Auch ist es möglich, später die gleiche Warenart dazu zu legen, wenn ich wiederum drei davon auf der Hand habe. Die Anzahl der Warenplättchen wird am Spielende mit der Anzahl der Skarabäen in dieser Warengruppe multipliziert. Es gibt von jeder Warenart ein Plättchen mit drei Skarabäen, das sind die stärksten Plättchen. Kein Skarabäus, keine Punkte! Da schaue ich natürlich, dass ich diese bekomme bzw. der:die Andere nicht bekommt. Das lässt sich beim Nehmen, unter Berücksichtigung wie das Anch gestellt wird, schon vorplanen. Macht die Gegenseite aber etwas anderes, also Verkaufen oder das Ausspielen eines Personenplättchens, klappt diese Planung erstmal nicht.

Ich kann und sollte natürlich durchdenken, welche Möglichkeiten der:die Gegenspieler:in im nächsten Zug hat, was er:sie wohl vorhat. Aber so richtig schachmässig durchplanen lässt sich „Sobek“ eben nicht. Zudem spielen die Münzen und die Pirogenplättchen eine bedeutende Rolle. Nehme ich ein Warenplättchen mit einer aufgedruckten Münze, habe ich die Möglichkeit, das Plättchen aus dem Spiel zu nehmen und dafür in den Münzbeutel zu greifen.

 

Ein Spielender deckt ein Pirogenplättchen auf
Wir eine Warenart ein erstes Mal verkauft, darf sich der Spielende ein Pirogenplättchen aussuchen.

 

Verkaufe ich eine Warenart zum ersten Mal, darf ich die Pirogenplättchen am Spielfeldrand anschauen und eines davon nehmen. Beim Spielaufbau wird ausgelost, welche diesmal ins Spiel kommen. Heißt, je eher ich Waren verkaufe, um so besser ist die Auswahl.

 

Hand zieht ein Münzplättchen aus dem Beutel
Eine weitere Quelle für Siegpunkte sind die Münzplättchen.

 

Das Spiel geht so lange weiter, bis keine Plättchen mehr auf dem Spielplan nachgelegt werden können und das Anch so steht, dass keines mehr genommen werden kann. Dann kommen die Plättchen auf dem Korruptionsstapel zur Auswertung. Wer weniger davon hat, darf schon mal eine Münze aus dem Beutel ziehen, weitere für je 3 Differenz zur Mehrheit. Also ist es im Laufe des Spiels wichtig im Auge zu behalten, wieviele Plättchen sich auf dem gegnerischen Korruptionsstapel ansammeln. Das sollte meine Taktik beeinflussen.

Am Ende entscheidet die Summe aus den verkauften Warenplättchen, der Zahlen auf den erbeuteten Münzen und ggf. Zahlen von Pirogenplättchen. Das kann auch schon mal überraschend enden. Zur Auswertung hat eines der Übersichtsblätter eine Punktleiste auf der Rückseite. So geht die Auswertung problemlos von statten.

Die Übersichtsblätter braucht es bei den ersten Partien, um die Aktionsmöglichkeiten der Personenplättchen und die Boni von den Pirogenplättchen zu lernen. Es erfordert also kein Blättern in der Anleitung. Diese ist klar und übersichtlich. Allerdings ist „Sobek“ für ein Familienspiel schon komplex. Familienspiel Plus trifft es eher, heißt es ist für Spielende mit etwas Erfahrung und dem Wunsch nach etwas Komplexeren.

 

Fazit
Sobek macht Spaß, wenn zwei ungefähr Ebenbürtige sich ernsthaft darauf einlassen. Einfach irgendwie Plättchen sammeln geht schon, aber interessant wird es erst, wenn ich überlege, was ich sinnvollerweise sammle, wie ich an die Plättchen komme und dabei berücksichtige, was mein Gegenüber vorhaben könnte.

Es ist die Mischung aus etwas Grübeln und etwas Glück, das es reizvoll macht. Dies erschließt sich erst ab der zweiten Partie. Zudem ist man bei der ersten Partie oft damit beschäftigt, die Effekte der Personen- und Pirogenplättchen nachzulesen. Die Personenplättchen haben zum Teil starke Effekte, doch ist es unberechenbar, was man bekommt, weil sie verdeckt auf dem Spielfeld liegen.

Das nötige Nachlesen und von Texten und die Komplexität des Spiels lassen es für mich als wenig generationengeeignet einschätzen. Zudem lassen sich manche Warenarten nur schwer unterscheiden. Die Altersangabe ab 10 Jahren würde ich bestätigen.

 

Bewertung / Test
+ leicht tüfteliges Duell mit Ärgerfaktor
+ angenehmer Glücksanteil
– Einstieg durch die unterschiedlichen Effekte der Personenkarten nicht so leicht

 

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Zwei-Personen-Spiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Sopek - Das Duell (2022)

Spielidee: Bruno Cathala und Sébastien Pauchon
Grafik: Naiade
Verlag: Catch up Games im Pegasus Verlag
Anzahl der Spielenden: 2
Altersempfehlung Verlag: ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglichkeit: Im Prinzip ja, aber manche Warenarten sind schwer zu unterscheiden.

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen weiter verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen