Einmal Maxi-Menü – Fast Food Fury von Jolly Dutch (Rezension)

Fast Food Fury | Familienspiel | ab 8 Jahren | 4 bis 6 Spielende | Vicky Trouerbach | Jolly Dutch 

Wenn ihr jetzt Lust habt auf zwei Pizzastücke, einen Burger, doppelte Medium-Pommes, Apfelsaft und drei Bällchen Eis im Becher solltet ihr auf jeden Fall weiterlesen. Denn ab hier geht es fettig-süß weiter mit „Fast Food Fury“ – ganz wie im Schnellimbiss deiner Wahl.

kleine Schachtel, dicker Kartenstapel mit beidseitigen Karten.
Zum Vernaschen schön.

 

Das Spiel

Fast Food Fury ist ein Familienspiel von Vicky Trouerbach und bei Jolly Dutch erschienen. Es ist für 4-6 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Ich fange mal gleich mit dem sprichwörtlichen Elefanten im Schnellrestaurant an: Um „Fast Food Fury“ spielen zu können, müsst ihr mindestens zu viert sein. Das ist zwar keine Traumzusammensetzung, um ein lockeres Kartenspiel anzugehen, aber so selten ist sicher diese Konstellation bei euch auch nicht. Also macht euch schon mal einen mentalen Vermerk für die nächste Vierer-Runde.

Bei „Fast Food Fury“, was frei übersetzt so viel bedeuten kann wie „Schnellimbiss-Raserei“ geht es darum im Team möglichst reaktionsschnell Zutaten für offen ausliegende Bestellungen zu sichern und damit mehr Punkte zu machen als die Anderen. Teams bestehen aus zwei Personen, die sich über Kreuz gegenüber sitzen. Das klappt übrigens auch mit 6 Leuten, die sich auf drei Teams aufteilen. Zwar bietet die Anleitung Ausweichregeln an, wenn ihr eine ungerade Personenzahl oder sogar nur zu zweit seid, aber der eigentliche Spielspaß kommt durch die Interaktion mit deinem:r Partner:in.

Pizza in 4 Variationen
Wer macht denn Brokkoli auf die Pizza? Geschmackspolizei bitte jetzt.

 

Ihr spielt mit einem fetten Kartenstapel. Die Karten sind auf beiden Seiten bedruckt. Auf der Vorderseite sind Bestellungen, die es zu erfüllen gilt, wie etwa 2 Stücke Pizza oder eine Kombination aus Getränk und Eis. Auf der Rückseite sind  Speisen zu sehen: unterschiedliche Pizzasorten, Getränke in verschiedenen Geschmacksrichtungen, Burger-Variationen, Pommes in unterschiedlichen Größen und für Süßmäuler natürlich auch Nachtisch-Varianten. Die können alleine oder in Kombination auf den Karten vorkommen. Wichtig ist, dass sie wie in jedem Fast-Food-Restaurant in verschiedenen Optionen auftauchen. Pizza gibt es beispielsweise belegt mit Brokkoli, Tomaten, Pilzen und klassisch als Napoli. Getränke gibt es in den Geschmackssorten Apfel und Ananas. Und so unterscheiden sich alles, was man bestellen kann, in Details. Das ist nicht immer leicht zu erkennen. Und weil wir auch unter Zeitdruck entscheiden müssen, natürlich der Quell für so manchen Fehler.

Zwei Auftragskarten
129 bitte, 129.

 

Denn „Fast Food Rush“  läuft folgendermaßen ab. Je nach Personenzahl werden aus dem dicken Kartenstapel zufällig Bestellungen weggelegt. Zwei davon werden aufgedeckt. Sie gilt es zu erfüllen. Ein erfüllter Auftrag bringt dann Geld. Alle restlichen Karten werden unter den Spielenden gleichmäßig. Jetzt haben alle einen eigenen Kartenstapel vor sich. Dieser zeigt die Bestellungsseite, ist aber völlig belanglos für das weitere Spiel. Es geht gleich um die Rückseite.

Auf ein Kommando drehen alle gleichzeitig ihre erste Karte vom eigenen Stapel und legen sie so ab, dass man die Zutatenseite erkennen kann. Ab jetzt gilt das Prinzip der Schnelligkeit. Ab diesem Zeitpunkt darf man nämlich eine der offenen Karten mit dem Finger berühren. Dabei gilt kein Zwang. Dann wird kontrolliert, ob die berührte Karte einer offenen Bestellung hinzugefügt werden kann. Wenn ja, wird sie entsprechend angelegt. Komplettiert die Karte sogar die Bestellung, sackt das Team sie in. Warst du schnell, aber falsch, kommt die Karte auf den Müll. Wer dort drei Karten ansammelt, bekommt eine Strafe. Außerdem kann man Soßen-Karten einarbeiten. Das sorgt dann nochmal für einen überraschenden Verwirrungsmoment mehr.

Die Müll-Karte als Nahaufnahme.
Vermeidet Müll in jeder Art.

 

Und so spielt man sich simultan durch den eigenen Kartenstapel, bis alle vorher zurechtgelegten Aufträge durchgespielt sind. Das Team, das dann die meisten Punkte in Form Euro gesammelt hat, gewinnt.

 

Fazit
Ich versuche mal zusammenzufassen: „Fast Food Fury“ ist ein Reaktionsspiel mit zum verwechseln ähnlichen Details. Fehler werden bestraft, abgearbeitete Aufträge bringen Punkte. Dabei arbeitet man im Team gegen mindestens ein anderes Team. Das sorgt für Stimmung und freche Worte am Tisch.

Die Illustrationen sind in einem liebenswerten Comic-Stil gestaltet. Fast wirkt es so, als würde wie damals in der Bonduelle-Werbung die Lebensmittel zu Leben erwachen. Die Älteren unter uns werden sich erinnern, wie es war als der Mais marschierte.

Doch alles in allem bot uns „Fast Food Fury“ irgendwie nicht genug, um so richtigen Spaß aufkommen zu lassen. Statt im Geschwindigkeitsrausch mit ausgestrecktem Finger wild über den Tisch zu jumpen, haben wir uns bedächtig durch die Runden gespielt, denn alle wollten Fehler vermeiden. So wirkte der Ablauf mit Kartenumdrehen und Kontrollieren auch eher monoton als motivierend.

Als generationentauglich möchte ich „Fast Food Fury“ auch nicht einstufen. Für uns war es schon schwer genug, die Details zu unterscheiden.

In der Schachtel sind die Regeln von „Fast Food Fury“ aktuell in Niederländisch und Englisch verfügbar. Über die Internetseite des Verlags gelangt man aber an eine deutsche Anleitung.
Ausdrücklich positiv möchte ich noch erwähnen, dass das Spiel ökologisch bewusst hergestellt wurde. Bitte mehr davon.

 

Bewertung / Test
+ interessanter Team-Modus
– mindestens 4 Personen
– Fehler vermeiden geht vor Spieldynamik

(Eine Rezension von Oli Clemens)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Fast Food Fury (2022)

Spielidee: Vicky Trouerbach
Grafik: Zhenya Lyapina
Verlag: Jolly Dutch
Anzahl der Spielenden: 4-6 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglichkeit: Spiele auf Geschwindigkeit benachteiligen ältere Menschen stets. Und auch die sehr schwierigen Details machen das Spiel nicht generationentauglich.