Detektivarbeit im Mittelalter – Sherlock: Von Dämonen besessen von Abacusspiele (Rezension)

Sherlock Mittelalter: Von Dämonen besessen | Kooperatives Krimispiel  | ab 12 Jahren | 1 bis 8 Spielende | Ricard Ibáñez | Abacusspiele 

Ein weiteres Mal schickt uns die Sherlock-Reihe ins Mittelalter. Dieses Mal landen wir im Jahre 1120 in einem kleinen Dörfchen, welches heute in Nordspanien anzusiedeln ist. Unsere Aufgabe ist es, die Umstände einer seltsamen Erkrankung zu klären, die den dortigen Dorfvorsteher getroffen hat. Hat diese eine ganz natürliche Ursache oder treiben tatsächlich Dämonen hier ihr Unwesen?

Spielbox mit Anleitung und Karten
Die kleine Box enthält die Anleitung und 32 Karten.

 

Das Spiel
Sherlock Mittelalter: Von Dämonen besessen ist ein kooperatives Krimi-Spiel von Ricard Ibáñez und bei Abacusspiele erschienen. Es ist für 1-8 Spielende geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.

Die Schachtel enthält neben der Spielanleitung eine Startkarte sowie 32 weitere Spielkarten, die zunächst nicht angeschaut werden dürfen.

Im Jahre 1120 werden wir in die Region El Bierzo geschickt, wo der Dorfvorsteher und Richter Virgilio de Reyes schwer erkrankt ans Bett gefesselt ist. Wurde er tatsächlich, wie einige Dorfbewohner munkeln, vergiftet? Oder ist er gar von Dämonen besessen?

Das Sherlock-Spielsystem bleibt auch bei „Von Dämonen besessen“ unverändert: Alle Mitspielenden haben immer drei Karten auf der Hand, welche Hinweise zur Lösung des Falls enthalten können. Ob diese tatsächlich die heiße Spur sind oder in eine Sackgasse führen, wissen wir nicht. Das müssen wir uns im Laufe des Spiels zusammenreimen. Unterstrichene Informationen dürfen wir unseren Mitspielenden mitteile und uns entscheiden, ob wir eine Karte als irrelevant abwerfen oder für alle sichtbar in die Tischmitte legen wollen. Der genaue Spielablauf kann auch nochmal im Detail in Pauls Rezension zu den Sherlock-Spielen nachgelesen werden.

In unserem Fall ist es nicht zu viel verraten und gespoilert, wenn wir erwähnen dass der Dorfvorsteher viele Feinde hatte und die Beziehungen im Dorf verworren sind. Die als Hexe gefürchtete Sabia kennt sich mit allerlei Kräutern aus, der Geistliche Vater Rodin fürchtet sich um seinen Einfluss in der Bevölkerung, ein Wilderer treibt sein Unwesen und Jeremias der Fromme betet zwar viel, birgt jedoch auch sein Geheimnis.

Die Karten zeigen Porträts von Spiel-Charaktern sowie einen Hinweistext.
Beispielkarten: Die Karten sind sehr klein, die Zeichnungen stimmig den Mittelalter-Thema angepasst.

 

Am Ende des Spiels müssen wir zehn Fragen zum Fall beantworten und erhalten dadurch Punkte. Zuletzt können wir auf der Rückseite der Anleitung nochmal die komplette Auflösung lesen. In unserem Fall war dies tatsächlich nötig, denn im dunklen Mittelalter sind wir auch wirklich lange im Dunkeln getappt.

 

Fazit
Für Fans der Sherlock-Reihe sei auch dieser Fall der Mittelalter-Reihe ans Herz gelegt. In knapp einer Stunde ist der Fall gelöst. Das Spielprinzip ist nahezu identisch und die Geschichte mit ihren Hauptcharakteren sowie die Kartengestaltung lässt hier schon etwas Mittelalter-Atmosphäre aufkommen. So sind manche Hinweise beispielsweise als Erlässe dargestellt, die im Dorf oder Wald an Balken und Bäume genagelt wurden.

Ich selbst werde hingegen mit dem Sherlock-Spielprinzip nicht richtig warm. Es kann viel diskutiert und gemutmaßt werden, und gerade am Anfang ist es reines Bauchgefühl, welchen Hinweis man als relevant oder nicht empfindet. Auch finde ich selbst mit Kenntnis der Lösung die Definition, was in den verworrenen Beziehungsgeflechten ein wichtiger oder unwichtiger Hinweis ist, sehr schwammig und uneindeutig.

Ich kann mich hier nur Olis Rezension zu einem weiteren Mittelalter-Fall anschließen: Wer ohne Blick auf das Punktesystem lediglich den Fall löst und die Fragen beantwortet, verpasst nichts!

Auch dass wir diskutieren und ermitteln sollen, von den zwei Sätzen pro Karte aber nur die zwei unterstrichenen Worte weitergeben dürfen, fühlt sich an vielen Stellen für mich unrund an.

Da auch wir als Krimi-Fans nur einen Teil der Fragen zum Fall richtig beantworten konnten (vielleicht hatten wir aber auch nur einen schlechten Tag), wäre meine Empfehlung: Probiert zunächst die normalen Sherlock-Fälle aus. Habt ihr Gefallen an der Art des Spiels gefunden, werden euch die Mittelalter-Fälle ebenso unterhalten können.

 

Bewertung / Test
+ Mittelalter-Setting für Fans der Reihe
– Bauchgefühl statt Ermittlung (vor allem am Anfang)
– Unnötiges Punktesystem

 

(Eine Rezension von Jörg Hübner)

Rezensent Jörg
Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kooperative Spiele”

  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Titel (Jahr)

Spielidee: Ricard Ibáñez
Grafik: Josep Izquierdo, Marti Lucas
Verlag: Abacusspiele
Anzahl der Spielenden: 1-8 Spielende
Altersempfehlung Verlag: ab 12 Jahren
Eigene Altersempfehlung:: sicherlich auch mit Jüngeren begleitet Spielbar
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Generationentauglichkeit:  Sehr kleine Karten / schwer lesbar