Peking-Ente für 2 – Flügelschlag: Asien von Feuerland Spiele (Rezension)

Flügelschlag: Asien | Erweiterung | ab 10 Jahren | 1 bis 7 Spielende | Elisabeth Hargrave | Feuerland Spiele

Europa, Ozeanien und nun Asien – die Zahl der Vögel für eine Runde „Flügelschlag“ wächst mit jedem Kontinent. Und mit ihr die farbenfrohen Eier. In der Asien-Erweiterung sind sie dunkelrot. Dabei ist diese Erweiterung aber ein gutes Beispiel dafür, dass man in ein bestehendes tolles Spielkonzept, außer mehr vom Bewährten, auch ganz frische Spielideen einbauen kann.

Konichiwa Flügelschlag-San

 

Das Spiel
Flügelschlag Asien
ist eine Erweiterung von Elisabeth Hargrave und bei Feuerland Spiele erschienen. Es ist für 1-7 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Moment, ich bin gleich fertig. Ich stöbere noch gerade in den 90 neuen Vogelkarten aus dem asiatischen Lebensraum und erfreue mich an dem Zwergmennigvogel, der Bartmeise und dem Nashornalk. In der wunderschönen optischen Aufmachung eines jeden Vogels hat sich nichts verändert und auch das Layout der Karten ist gleich geblieben. Unten rechts ist wie gehabt eine kleine Markierung, um die Karten von den anderen Erweiterungen zu unterscheiden. Ich kann also meinen bisherigen Stapel mit Flügelschlag-Karten noch dicker machen. Aber das lasse ich erst einmal. Der Grund dafür ist der neu geschaffene Duell-Modus. Denn im Gegensatz zu den anderen Erweiterungen bietet „Flügelschlag: Asien“ einen komplett neuen Spielmodus, der für zwei Personen entwickelt wurde, und der für mich das eigentliche Highlight des Spiels darstellt. Also lassen wir das Material, so wie es ist, vor uns liegen.

Tränke, Futterwürfel, Vogelhäuschen, Futtermarker und Spieltableaus – das steckt schon alles in der Erweiterung. Wir brauchen also nicht erst im Grundspiel zu kramen, sondern können gleich aufbauen. Fairerweise muss man aber sagen, dass das Vogelhäuschen nur aus einer Karton-Ablage besteht. Klappt natürlich, aber mit dem Würfelturm aus dem Grundspiel ist „Flügelschlag“ schon cooler. Genügend Karten mit unterschiedlichen Vogelfähigkeiten sind auch da. Und an Eiern fehlt es auch nicht.

Auch in der Erweiterung stecken alle notwendigen Spielkomponenten
Von allem genug.

Wer „Flügelschlag“ zu, ersten Mal spielt, findet in der sehr unterstützenden Anleitung nochmal alle Spielregeln, die nötig sind, um das Ausspielen von Karten, das Aktivieren und die Futter- und Eiermechanik zu verstehen. Dabei wechselt sie zwischen dem Duell-Modus und dem Schwarm-Modus hin und her und lässt sich den Raum, den Spielablauf für beide Spielgelegenheiten ausführlich zu erklären. Sogar eine Schritt-für-Schritt-Schnellstart-Spielanleitung mit einer markierten Auswahl an Vogelkarten gibt es, wenn ihr geführt in das „Flügelschlag“-Abenteuer starten möchtet, um alle Unklarheiten zu beseitigen.

Neu beim Duell-Modus ist, dass zwischen uns ein Duell-Spielplan liegt. Dieser ist wie unsere Spielauslage in verschiedenen Zonen eingeteilt: Wald, Grasland und Wasser. Außerdem finden wir ein Raster aus mit Linien miteinander verbundener Symbole, die wir alle von den Vogelkarten kennen, wie etwa die Futterart oder den Nest-Typ. Darunter ist eine Ablage für vier neue Zielplättchen. Neu ist auch, dass wir auf unserem Spielplan auf jedem potentiellen Vogelablageplatz einen Duell-Marker ablegen. Die sind in der bekannten Ying-und-Yang-Optik gestaltet. Eine Person erhält alle weißen, die andere alle schwarzen Marker. Fertig ist der Aufbau.

Für den Duell-Modus braucht es diesen besonderen Spielplan.

Jedes Mal, wenn ich im Verlauf des Spiels einen Vogel ausspiele, versetze ich einen Duell-Marker von meiner Auslage auf den Duell-Plan. Wohin in ihn dort platzieren darf, hängt von dem ausgespielten Vogel ab. Klar ist, dass der Marker in den entsprechenden Lebensraum gelegt werden muss, in dem ich den Vogel ausgespielt habe. Dann muss ich eine Gemeinsamkeit der Karte mit einem entsprechenden Feld suchen in dieser Zone auswählen. Dorthin darf ich dann meinen Marker platzieren.

Beim Ausspielen eines neuen Vogels entferne ich einen Marker. Der wandert auf den Duell-Spielplan.

Manchmal bekomme ich einen kleinen Bonus beim Platzieren. Das kann ein Extra-Ei sein oder eine zusätzliche Karte, vielleicht auch ein Futtermarker. So richtig spannend wird das Setzen auf dem Spielplan aber dadurch, dass alle vier Rundenziele mit genau der Anordnung der Ying-und-Yang-Marker zu tun haben. Zwölf solcher Rundenziele liefert „Flügelschlag: Asien“. Die können nach Belieben miteinander kombiniert werden. Am besten setzt ihr da voll auf das Zufallsprinzip. So unterscheiden sich die Partien stets voneinander. Eine letzte Bedeutung bekommen die Marker noch für die Abrechnung zum Schluss, denn dann werden noch Punkte für die größte zusammenhänge Gruppe deiner Marker. Das hatte ich in den ersten Partien tatsächlich als strategisches Ziel vergessen. Meine Frau aber nicht – und ratet, wer wohl gewonnen hat.

Zu sechst oder siebt – das geht jetzt auch.

Natürlich kann man „Flügelschlag: Asien“ auch wunderbar mit dem Grundspiel und den anderen Erweiterungen zusammenpacken und spielen. Die Anleitung erklärt wieder genau, was man wie tun sollte, damit die Regeln der unterschiedlichen Erweiterungen ineinandergreifen. Und jetzt hätte man sogar die Möglichkeit, „Flügelschlag“ zu sechst oder zu siebt auf einmal zu spielen. Dafür gibt es jetzt den Schwarmmodus, der unter anderem ermöglicht, dass immer zwei Personen gleichzeitig an der Reihe sind. Das ist grundsätzlich eine gute Idee. Geregelt wird das mit einer kleinen Spielscheibe, die anzeigt, wer wann dran ist. Ich bin mir aber noch unsicher, ob ich diese Spielerfahrung wirklich machen möchte. Schon zu fünft zieht sich „Flügelschlag“, wenn jemand in den eigenen Zügen viel Zeit beansprucht, um die Vogelauslage zu optimieren. Aber ich bin jetzt eh dem Duell-Modus verfallen und habe mein inneres Feuer für die Zwei-Personen-Flügelschlag-Spielerfahrung entfacht.

 

Fazit
Wer hätte gedacht, dass „Flügelschlag“ noch besser werden kann? Dabei stütze ich diese Aussage vor allem auf den Duell-Modus. Wenn mir sonst eine Partie zu zweit zwar sehr viel Spaß machte, aber immer ein wenig unspektakulär verlief, bietet mir der Duell-Modus nun die taktische Würze, die ich liebe. Dabei arbeite ich nicht nur wie gewohnt auf meiner eigenen Spielauslage, sondern darf auch noch im direkten Zweikampf um die besten Plätze auf dem Duell-Tableau kämpfen. Das gefällt mir super gut.

Das Spiel mit mehreren Personen heißt jetzt offiziell wohl Schwarmmodus. Statt bisher bis zu fünf Personen, können jetzt sieben Menschen gleichzeitig „Flügelschlag“ spielen. Über das Drehrad werden die Farben der Personen angezeigt, die parallel am Zug sind. Ein kreativer Ansatz, sicher aber nicht ohne kleine Schwierigkeiten, wenn es um die Futterwürfel oder die Vogelauslage geht. Wer kommt zuerst, Lila oder Grün? Ob ich diese Erfahrung aber jemals zu sechst oder siebst wirklich möchte, bleibt dahingestellt. Der Reiz einer Partie „Flügelschlag“ besteht auf jeden Fall darin, dass der eigene Zug sehr schnell gespielt werden kann. Eine oder zwei Personen, die über die Maßen an den eigenen Zügen grübeln, tun der Selbstbeherrschung nicht weh. Wenn mit noch mehr Personen ein Spiel zu einer wahren Geduldsprobe werden könnte, bin ich meistens raus. Da liebe ich doch den Duell-Modus sehr.

Am Schluss bleibt leider immer noch das Problem, dass man bei „Flügelschlag“ einen Kompromiss in der Generationentauglichkeit eingehen muss. Einerseits ist das Spiel so eingängig und thematisch ansprechend, dass eigentlich alle daran Spaß haben können, wenn sie sich an ein eingängiges Kennerspiel wagen wollen. Andererseits bleibt auch hier das Problem mit der Schriftgröße auf den Karten, den kleinen Markern und Steinchen. Wäre bei „Flügelschlag“ von den Dimensionen alles wie die Futterwürfel, wäre das die Blaupause für ein tolles generationenübergreifendes Spiel. Na, Elisabeth Hargrave, wäre das nicht mal eine Idee für eine Sonderausgabe?

Unsere Rezensionen zu den vorherigen Flügelschlag-Spielen findest du hier:

„Flügelschlag“
„Flügelschlag Europa“
„Flügelschlag Ozeanien“

 

Bewertung / Test
+ Duell-Modus überzeugt
+ Als Erweiterung oder Einzelspiel zu genießen

 

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

ACHTUNG – hier geht es zu unserem YouTube-Kanal:
Spielecafé der Generationen – Jung und Alt Spielt – YouTube

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Erweiterungen”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Flügelschlag: Asien (2022)

Spielidee: Elisabeth Hargrave
Grafik: Elizabeth Hargrave, Ana Maria Martinez Jaramillo & Natalia Rojas
Verlag: Feuerland Spiele
Anzahl der Spielenden: 1-7 Personen, aber eigentlich 1-2
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer: etwa 45 Minuten
Generationentauglichkeit: Die kleinen Steinchen und die kleine Schrift gepaart mit der Menge an Text bietet sich nicht für das generationenübergreifende Spiel an.
 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen weiter verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen