Fressen oder gefressen werden – Evolution von Schmidt Spiele (Rezension)

Evolution | Kennerspiel | ab 12 Jahren | 2-6 Spielende | 60 Minuten | Dominic Crapuchettes, Dmitry Knorre, Sergey Machin | Schmidt Spiele

Im Biologieunterricht hat man schon gelernt, dass die Evolution ein Wechsel der Anpassungen verschiedener Arten aneinander sowie an die Umwelt ist. Die Bäume wachsen immer höher? Dann setzen sich die Blattfressenden Arten mit den längeren Hälsen durch. Das Spiel Evolution versucht genau dieses Feeling auf den Tisch zu bringen. Ob mir das gefallen hat, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Zu sehen ist das Spiel Evolution mit dem gesamten Spielmaterial
Evolution von Schmidt Spiele

 

 

Das Spiel
Evolution von Dominic Crapuchettes, Dmitry Knorre & Sergey Machin ist ein Kennerspiel für 2-6 Spielende ab 12 Jahren, erschienen bei Schmidt Spiele.
Das Spiel dauert ca. 60 Minuten pro Partie. Ziel ist es, am Ende die meisten Nahrungsplättchen durch geschicktes Kreieren der überlebensfähigsten Arten zu erhalten.

Zu Beginn wird das Wasserloch in die Spielmitte gelegt. Alle Spielenden starten mit dem ersten Tableau für die eigene Tierart. Hier wird im Verlauf die Körpergröße und die Populationsgröße festgehalten. Außerdem kann eine Tierart bis zu 3 Eigenschaften besitzen, die dann über darüber liegende Eigenschaftskarten dargestellt werden.

Zu sehen ist der Spielaufbau für 4 Spielende
Spielaufbau für 4 Spielende

Diese Eigenschaftskarten werden gemischt und zu einem verdeckten Stapel bereit gelegt. Jede Person erhält 3 Karten plus eine zusätzliche pro eigener Tierart. Eine dieser Karten muss dann von allen Mitspielenden verdeckt auf das Wasserloch gelegt werden. Hiermit wird das Nahrungsangebot für die kommende Runde geheim festgelegt. Danach werden reihum Karten abgespielt. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

Zu sehen ist das Wasserloch mit Nahrungschips
Hier wird später gefuttert.

Eigenschaften nutzen:
Die entsprechende Karte wird verdeckt über der Tierart, die mit dieser Eigenschaft ausgestattet werden soll, abgelegt. Es gibt ganz unterschiedliche Eigenschaften. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen roten, grünen, grauen & gelben Karten. Rote Karten machen Arten zum Fleischfresser oder geben Fleischfressern Eigenschaften, die ihre Jagd effektiver macht. Graue Karten verbessern die Verteidigung durch mehr Körpergröße oder Versteckmöglichkeiten. Grüne Karten machen die Nahrungsaufnahme effektiver und gelbe Karten sind Spezialkarten.

Neue Tierart erschaffen:
Das Abwerfen einer beliebigen Karte erlaubt es, eine neue Tierart zu erschaffen, indem man sich ein neues Tableau nimmt. Diese Art startet sowohl in der Größe als auch der Population mit einem Wert von 1.

Population oder Körpergröße steigern:
Das Abwerfen einer beliebigen Karte erlaubt es, entweder die Population oder die Körpergröße um 1 zu steigern. Die Population entscheidet darüber, wie viel die Art fressen muss. Die Körpergröße entscheidet darüber, wie gut die Art geschützt ist vor möglichen Angriffen von Fleischfressern.

Zu sehen sind die Tableaus, die eine Tierart darstellen.
Mithilfe dieser Tableaus werden die Tierarten dargestellt.

Es dürfen beliebig viele Karten ausgespielt werden, aber auch beliebig viele Karten aufbewahrt und in die nächste Runde mitgenommen werden.

Nachdem alle Spielenden der Reihe nach ihre Karten abgelegt haben, startet nun die Fütterungsphase. Die Karten im Wasserloch entscheiden jetzt darüber, wie viel pflanzliche Nahrung verfügbar ist. Der Reihe nach dürfen die Spielenden nun eine ihrer Arten einmal füttern. Jede Tierart darf dabei nicht mehr Nahrung als der Größe der Population entsprechend nehmen. Sollte nicht genug da sein und die Tierart hat zu wenig Nahrung, reduziert sich die Größe der Population am Ende um die Differenz.

Manche Arten sind durch die Evolution eventuell auch zu Fleischfressern geworden. Diese bedienen sich nicht am Wasserloch, sondern greifen andere Tierarten (auch die des eigenen Spielenden) an. Dafür muss die Körpergröße des Fleischfressers größer als die des Pflanzenfressers sein. Zur Belohnung erhält man dann Fleisch in Anzahl der Körpergröße des angegriffenen Tieres. Sollten nach der Fütterungsphase Arten keine Population mehr haben, sterben sie aus und das Tableau geht aus dem Spiel. Wem die Art gehörte, erhält als Entschädigung neue Handkarten. Alle Nahrungschips kommen nach der Fütterungsphase in den eigenen Beutel, bis sie am Spielende in Siegpunkte umgerechnet werden.

Zu sehen sind die Eigenschaftskarten von Evolution
Diese Karten ermöglichen Anpassungen, Größen- & Populationszunahmen.

Sobald der gesamte Kartenstapel durchgespielt wurde, endet das Spiel. Jetzt werden die Nahrungschips aus den Beuteln, die Populationsgrößen der Arten sowie die Anzahl der Eigenschaftskarten zusammengezählt und die Person mit den meisten Punkte hat gewonnen.

 

Fazit
Evolution ist ein außergewöhnliches Spiel. Das fängt mit den Illustrationen an, die sehr fantasievoll und bunt sind. Mir persönlich gefallen sie sehr gut. Das gesamte Spielgeschehen ist von meinen Mitspielenden abhängig. Dem Spiel gelingt es wirklich das Gefühl von „Fressen oder Gefressen werden“ auf den Tisch zu bringen. Ständig sind Anpassungen nötig, um die Runde zu überleben und mit genug Futter vom Wasserloch davon zu ziehen.

Die Regeln als solche sind eigentlich nicht besonders schwer, die Spieltiefe entsteht durch die verschiedenen Eigenschaftskarten, die man zuerst alle einmal ungefähr kennenlernen muss, bevor das Spiel flüssig läuft. Dann ist eine Partie aber recht flott in maximal 60 Minuten beendet und macht viel Spaß. Hat man Spielende am Tisch sitzen, die es sehr konfrontativ mögen, werden diese versuchen einem das Leben in Form von fleischfressenden Arten zur Hölle zu machen. Diesen Spielstil muss man mögen, ansonsten kann es Streit und Ärger geben. Uns gefällt Evolution jedenfalls sehr. Es ist mal was anderes und kommt immer wieder gerne auf den Tisch.

 

Bewertung / Test
+ außergewöhnliche Illustrationen
+ sehr viel Interaktion mit den Mitspielenden
+/- sehr konfrontativ (das muss man mögen)

(Eine Rezension von Sarah Eischet)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kennerspiel”

  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
4.5

Evolution (2014)

Spielidee: Dominic Crapuchettes, Dmitry Knorre, Sergey Machin
Grafik: JJ Ariosa, Giorgio De Michele, Catherine Hamilton, Kurt Miller, Jacboy O’Connor
Verlag: Schmidt Spiele
Anzahl der Spielenden: 2-6 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 Minuten

Generationentauglichkeit: Bedingt. Die Regeln sind nicht wahnsinnig schwer und wenn man einmal alle Eigenschaftskarten grob kennt, können Menschen nahezu jeden Alters mitspielen. Für ganz Kleine sind die Regeln dann doch zu schwer und wenn die eigene Tierart gefressen wird, kann das das ein oder andere Kinderherz eventuell auch nicht so ganz verkraften.

Pädagogisch wertvoll: Ja. Biologieunterricht mit Verdeutlichung der Evolution quasi als Spiel. Das hätte ich gerne während meines Bio-LKs gespielt.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen weiter verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen