Grobkörnig: Die Reisbauern von Frosted Games (Rezension)

Die Reisbauern | 2-Personen-Spiel | ab 8 Jahren |  2 Spielende | Corry Damey |  Frosted Games 

Vor mir liegt eine kleine Schachtel, in der sich lediglich 25 Karten und vier Holzmarker befinden. 18 der Karten werden für das Grundspiel benötigt, weitere Karten sind eine kleine Erweiterung.  Ergibt dies ein vollwertiges Spiel?

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Die Reisbauern ist ein 2-Personen-Spiel von Corry Damey und bei Frosted Games erschienen. Es ist für  2 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Die Karten zeigen auf der einen Seite Teile von Reisfeldern, darin Parzellen und Wege. Auf der Rückseite ist eine Siegpunktanzeige und eine individuelle Bedingung für Siegpunkte.

Zu Beginn bekommen beide Spielende zwei Karten und entscheiden jeweils, welche sie als Siegpunktbedingung nutzen wollen. Die andere Karte bildet den Start der eigenen Reisfarm.

Zwei Karten bilden die Startauslage: eine als Beginn des Reisfeldes, eine umgedreht mit Zusatz-Siegbedingungen und als Zählleiste, darauf zwei Marker für Einser und Zehnerstellen

Die restlichen Karten werden aufgeteilt, 7 pro Person. In einem Spielzug werden zwei davon ausgesucht. Eine wird an die eigene Auslage angelegt, die andere kommt in die Mitte für die zweite Phase der Partie. Anschließend werden die Handkarten getauscht. Am Ende bleibt noch eine Karte übrig, die weitergegeben und dann ausgelegt wird.

Beim Auslegen sollten möglichst große, abgeschlossene Reisfelder entstehen. Sie werden gleich nach der Fertigstellung gewertet. Die Anzahl der Parzellen erhöht sich durch Hütten, weitere Punkte gibt es durch Bauern und Büffel.

Auslage von vier Karten, dazu die Karte "Spielhilfe"

Das wird dann schnell tüftelig. Die Karten müssen logisch angelegt werden, sodass keine Wege abgeschnitten werden. Keineswegs müssen sie Kante an Kante liegen, dürfen sich aber andererseits nicht überlappen.

Ist die letzte Handkarte ausgespielt, sind nun die Spielenden nacheinander an der Reihe und nehmen sich jeweils eine Karte aus der Mitte. Für die Schlusswertung gilt es noch zu berücksichtigen, dass Büffel Minuspunkte geben, wenn sie nicht in geschlossenen Reisfeldern liegen. Mit den letzten Karten noch Reisfelder abzuschließen gelingt schwieriger als es auf den ersten Blick erscheint.

So prima es ist, die Siegbedingungskarte als Punktemarker zu nutzen, es ist nicht sonderlich praktisch. Die Marker verrutschen leicht und sind viel größer als die Zahlen, die sie anzeigen oder verdecken sollen. Besser wäre eine Tropfen- oder Pfeilform gewesen. So passiert es, dass man die Punkte am Ende doch nochmal lieber nachrechnet. Die Wertungstabelle auf der Spielhilfe ist klein gedruckt und leicht unübersichtlich. In der Anleitung ist die Tabelle für die Parzellen übersichtlich, aber man braucht die Zusatzwertung auf der Blattrückseite, und die ist nicht übersichtlicher als auf der Spielerhilfe. Das hätte man leicht besser machen können.

Die Regeln sind an sich nicht schwierig und in der Anleitung auch gut erklärt. Durch die suboptimalen Punktemarker, kleinen Schriften und Abzüge beim Spielspaß ist es wenig generationengeeignet.

 

Die Erweiterungskarten
Diese Karten sind als kleine Erweiterung dabei.

 

Fazit
An sich ist es eine charmante Idee: Ein Legespiel als Duell mit Drafting-Mechanismus (=Kartenaustausch) in einer kleinen Schachtel mit wenig Material, das zudem multifunktional ist. Doch beim Spielen konnten die Reisbauern nicht überzeugen. Durch das Kartentauschen ist es wenig planbar und wirkt unübersichtlich. Es ist schwierig und eher frustrierend sich zu bemühen, möglichst große Reisfelder abzuschließen, weil die Wegeplanung durch die recht unterschiedlichen Karten nur schwer gelingt.

Man braucht schon ein ausgebildetes geometrisches Vorstellungsvermögen, um die Karten planbar legen zu können. Ungeplantes Puzzlen macht aber wenig Spaß. Es ist schwierig, eine Strategie festzulegen und durchzuziehen: Gehe ich auf die Bauern, versuche ich die Büffel einzubauen, die Hütten oder versuche ich, ein richtig großes Reisfeld zu legen? Dazu kommen noch die Zielkarten, welche zu erfüllen eine weitere Schwierigkeit darstellt.

Die Karten können zwar relativ beliebig positioniert werden, doch macht ebendies es gegen Ende besonders schwierig, sinnvoll und erfolgreich anzulegen. Alles in allem eher Spielfrust als Spielspaß.

 

Bewertung / Test
+ kleine Schachtel, wenig Material, schnell gespielt
+ Varianz durch Zielkarten und enthaltene Erweiterung
– Spielspaß kam nicht wirklich auf

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“2-Personen-Spiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Die Reisbauern (2022)

Spielidee: Corry Damey
Grafik: Jerome Damey, Corry Damey
Verlag: Frosted Games
Anzahl der Spielenden: 2 Personen
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten

Generationentauglichkeit: suboptimalen Punktemarker, kleinen Schriften und Abzüge beim Spielspaß

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