Haltet die Rauminvasion auf.. ALLEINE! – Under Falling Skies von Heidelbär Games (Rezension)

Under Fallings Skies | Solo Spiel | ab 12 Jahren | 1 Spielende:r | Thomas Uhlir | Heidelbär Games

Es gibt wohl einfach Themen, von denen die Menschheit bereits seit vielen Jahren fasziniert ist und sich gleichzeitig bedroht fühlt. Außerirdisches Leben und die potentiell davon ausgehende Gefahr gehören definitiv dazu. Das Worst-Case Szenario spielt sich in Under Falling Skies ab. Ein riesiges Mutterschiff sendet kleinere feindliche Raumschiffe in die größten Metropolen der Welt, um die Erde langsam aber sicher einzunehmen. Und wer kann das verhindern? Ich, ich ganz alleine! Ob dieses Solo-Spiel überzeugen konnte, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Zu sehen ist das Mutterschiff mit kleineren Alien-Raumschiffen auf sich drauf.

 

Das Spiel
Under Falling Skies
ist ein Solo-Kenner:innenspiel von Thomás Uhlír und bei Heidelbär Games erschienen. Es ist für eine:n Spielende:n geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.

Zu Beginn des Spiels wähle ich die Metropole aus, die es zu beschützen gilt. Über dieser schwebt als permanente Bedrohung das große Mutterschiff, das in 5 Spalten immer wieder kleinere Alien-Raumschiffe zum Angriff hinabschicken wird. Sobald meine Basis am Erdboden ausreichend oft von diesen Schiffen getroffen oder das Mutterschiff eine bestimmte Tiefe erreicht hat, habe ich das Spiel sofort verloren und die Erde oder zumindest diese Stadt ist dem Untergang geweiht.

Die kleinen Alien-Raumschiffe werden von der großen Mutter bald schon in den Kampf geschickt.Wie kann ich die außerirdischen Invasoren nun von ihrem perfiden Plan abhalten? Ganz einfach: Mit meiner unterirdischen Basis. Diese muss konstant ausgebaut werden, um auf die vielfältigen Raumoptionen zur Verteidigung der Erde zurückgreifen zu können. Ich erkläre Euch im folgenden die unterschiedlichen Räume und ihre Funktionen.

Energieräume sorgen für den nötigen Strom. Denn alles hat seinen Preis und so verbrauchen andere Raumaktionen hin und wieder Energie um wirklich effizient arbeiten zu können. In Kampfräumen können wir feindliche Alien-Raumschiffe, die sich in ihrer jeweiligen Spalte auf einem Radarfeld befinden und somit von uns erfasst wurden, zerstören. Luftabwehrräume verlangsamen die Fortbewegung der Feindschiffe um jeweils 1. Forschungsräume bringen uns dem Sieg des Spiels näher, indem wir in ihnen die Forschung gegen das außerirdische Leben vorantreiben.

Sobald wir auf der Forschungsleiste das Ende erreicht haben, haben wir sofort gewonnen. Im fortgeschrittenen Spiel gibt es Räume, in denen ich Roboter programmieren kann, die dann in den darauffolgenden Runden zusätzliche Aktionen ermöglichen. Als letzte Option müssen wir den Tunnel-Bohrer immer wieder aktivieren, um die Basis auszubauen und so immer stärkere Räume freizulegen.

Zu sehen sind die unterschiedlichen Räume einer Basis in Under Falling Skies.
Unsere Basis ist gleichzeitig Rückzugsort, Kommandozentrale, Forschungslabor, Stromkraftwerk und Robotorentwicklungseinrichtung. Die gelbe Leiste links gibt eine Übersicht über unseren Energievorrat, die rote Leiste rechts zeigt die Schäden unserer Basis an.

Wie werden die unterschiedlichen Räume und ihre Aktionen aktiviert? Mit Hilfe von Würfeln! Pro Spalte darf ich einen Würfel zuteilen. Der Clou an der ganzen Sache? Die Balance zwischen einer möglichst starken Raumaktion und der dem Würfelwert entsprechenden Bewegung aller Feindschiffe in der entsprechenden Spalte.

Wenn ich einen 6er Würfel in einem Energieraum platziere, ist das natürlich super, weil ich damit 6 Stromeinheiten gewinne, allerdings bewegen sich dann alle feindlichen Schiffe in dieser Spalte 6 Felder auf unsere Basis zu, das ist also weniger super. Jedes der feindliche Schiffe, das so meine Basis erreicht, fügt mir einen Schaden zu. Hier muss man extrem gut taktieren und abschätzen, wo die feindlichen Schiffe landen. Es gibt Felder, auf denen sie dafür sorgen, dass das Mutterschiff sich (zusätzlich zur Bewegung am Ende der Runde) schon um eine Zeile absenkt. Andere Felder bringen die Schiffe auf unseren Radar und ermöglichen es, sie gezielt abzuschießen.

Nachdem ich alle Würfel platziert habe und die feindlichen Schiffe sich bewegt haben, startet die Raumphase, in der ich in beliebiger Reihenfolge die Effekte der gewählten Räume nutzen kann. Das Hauptziel sollte hier definitiv die Vollendung der Forschung sein, da ich nur so das Spiel gewinnen kann. Von diesem Ziel werde ich aber immer wieder durch die Wellen der Angreifer und nötigen Basisausbauten abgelenkt.

Zu sehen ist die Forschungsleiste von Under Falling Skies.
Die Forschungsleiste ist lang und der Weg beschwerlich, aber nur so können wir die feindlich gesinnten Außerirdischen von einer Invasion abhalten.

Schließlich kommt die Mutterschiffphase, in der sich das Mutterschiff eine Reihe herabsenkt. Oft sorgt es durch seine außerirdischen Energien dabei gleichzeitig für sehr negative Effekte. Es sabotiert meine Basis und wirft den Tunnelbohrer wieder zurück, es sabotiert meine Forschung und wirft mich auf Forschungsleiste um viele Felder zurück oder es lässt meine Basis noch mehr Schaden erleiden. Zusätzlich sendet es alle kleineren weißen Schiffe, die ich abschießen konnte, wieder in den Kampf. Hier brauche ich also definitiv Durchhaltevermögen!

 

Fazit
Ich spiele mittlerweile viel und gerne solo. Bei einigen Spielen kommt mir der Solo-Modus allerdings mehr schlecht als recht vor und wirkt lediglich als nettes Gimmick, nicht aber als wirkliches Muss.

Bei Under Falling Skies ist das aber definitiv anders! Als reines Solo-Spiel konzipiert, hat es mich von Anfang an begeistert und in seinen Bann gezogen. Mannomann, in dieser Verpackung steckt wahnsinnig viel Wiederspielwert. Zum einen lässt sich der Schwierigkeitsgrad beliebig anpassen, da die Himmelsteile, auf denen sich die feindlichen Schiffe nähern, in einfacher und schwieriger Ausführung gibt. Je nachdem wie ich diese kombiniere, ergibt sich schon ein anderes Spielprinzip.

Das gleiche gilt für die Basis, in der ich gegen die Aliens agiere. Zusätzlich gibt es verschiedene Städte, in denen wir uns den Außerirdischen stellen müssen. Und als ob das nicht schon genug wäre, kommt das Spiel mit einer kleinen Kampagne um die Ecke, die in 4 verschiedenen Kapiteln immer wieder neue Elemente mit sich bringt und dabei eine recht unterhaltsame Geschichte erzählt. Hier ist wirklich für jeden Geschmack was dabei!

Zu sehen sind die verschiedenen Stadtplättchen aus Under Falling Skies.
In diesen Metropolen können wir uns im Grundspiel den Außerirdischen im Kampf stellen.

Als ich darüber nachgedacht habe, ob es etwas Negatives über dieses Spiel zu berichten weiß, ist mir schlicht und ergreifend nichts eingefallen. Man könnte nun kritisch sagen, dass das Spiel durch das Würfeln glückslastig ist. Nun ja, das Argument finde ich aber nicht wirklich überzeugend. Durch die vielen verschiedenen Räume lässt sich wirklich mit nahezu jedem Würfel etwas anfangen. Und wie wir schon aus diversen Blockbustern gelernt haben; im Kampf gegen Außerirdische ist wohl auch immer etwas Glück nötig.

 

Bewertung / Test
+ trotz Würfeln wahnsinnig taktisches Spiel
+ unglaublich viel Widerspielreiz
+ Kampagnenmodus
+ variabler Schwierigkeitsgrad

(Eine Rezension von Sarah Eischet)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Solo-Spiel”

  • ... Altersgruppe 12 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Under Falling Skies (2020)

Spielidee: Thomás Uhlir
Grafik: Kwanchai Morya, Petr Bohácek
Verlag: Heidelbär Games
Anzahl der Spielenden: 1
Altersempfehlung Verlag: ab 12 Jahren
Spieldauer: 20 – 40 Minuten

Generationentauglichkeit: Nein. Die Regeln sind schon etwas komplexer, die Symbolik zum Teil recht klein und das Thema auch nicht so generationenfreundlich im Hinblick auf das jüngere Alter.

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