Ein Autorenspiel und Autorennspiel – Formula Fun von Franjos (Rezension)

Formula Fun | Familienspiel | ab 8 Jahren | 2 bis 7 Spielende | Terry Goodchild |  franjos Spieleverlag | generationentauglich

Ein Autorennspiel, das durch Karten gesteuert wird? Das ist in der Tat nichts Neues! Ich dachte sofort an das „Formel 1“ aus den 80er-Jahren, das zwar alt, aber gut ist. „Formula One“ hat nun zwei besondere Kniffe, die es anders macht.

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Formula Fun ist ein Familienspiel von Terry Goodchild und bei franjos erschienen. Es ist für 2 – 7 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Zunächst fällt auf, dass die Rennstrecke von 1 bis 10 durchnummeriert ist, und das immer wieder. Zunächst wird die Reihenfolge ausgelost und die Wagen starten hintereinander. Zu zweit oder zu dritt bekommt jede:r drei Wagen, bei mehr Mitspielenden nur jeweils zwei. In der Anleitung steht, dass die Karten aller Mitspielenden gemeinsam einen Nachziehstapel bilden. Ich spiele es aber so, dass jede:r seinen eigenen Kartenstapel mischt. Das schlägt die Anleitung für fortgeschrittene Spielende vor. Mit eigenen Stapeln ist der Glücksfaktor geringer.

Zwei Spielkarten zum Bewegen der Rennautos
Grundsätzlich gibt es diese beiden Arten von Karten

 

Alle nehmen fünf Karten auf die Hand. Die meisten davon weisen zwei Zahlen auf: die obere im roten Kreis bezieht sich auf die aktuelle Position eines Wagens. Die 9 auf der abgebildeten Karte kann nur eingesetzt werden, wenn der Wagen auf eben diesem Feld steht. Der darf dann 9 ziehen. Andernfalls gilt die untere Zahl. Zudem gibt es Karten mit einer blauen Zahl. Die können immer eingesetzt werden. Einzelne weisen ein +5 auf. Diese können zusätzlich ausgespielt werden, für diese darf aber nicht nachgezogen werden. Sie sollten also geschickterweise erst gegen Ende eingesetzt werden. Nach dem Ausspielen aller anderen Karten darf man nachziehen. Ist der eigene Stapel verbraucht, wird er neu gemischt.

Zwei Rennautos auf Feld 7, dazu die passende Spielkarte
Karte und Spielfeld sollten zueinander passen.

 

Die Wagen werden nacheinander in ihrer Reihenfolge bewegt, das ist nicht die Sitzreihenfolge. Es bleibt aber überschaubar. Überschreitet einer der Wagen die Ziellinie, endet die Runde und das letztplatzierte Auto wird entfernt. Das ist natürlich eher dem Kartenglück geschuldet als mangelnder Taktik.

 

Autos hintereinander auf ihren Startpositionen für Runde 2
Ab der zweiten Runde befinden sich die Startfelder weiter vorn.

 

Ab der zweiten Runde starten die Wagen in vorgesetzter Position, das Rennen wird also kürzer. Damit sind die weiteren Runden flott gespielt, bis letztlich nur noch zwei im Rennen sind und den Sieg zwischen sich entscheiden.

Parcours mit Engstelle
Auf der Rückseite des Spielplans ist eine Engstelle eingebaut.

 

Die Rückseite des Plans zeigt die „Nachtseite“, bei der eine Schikane eingebaut ist. Na, wer da nicht an den alten Klassiker „Ave Cäsar“ denkt (alt, aber immer noch gut)?

 

Fazit
Ja, hier werden die Autoreifen nicht neu erfunden. Und doch ist „Formula Fun“ eine nette Variante des Spielprinzips, die gefällt und durchaus spannend ist. Mit den passenden Karten auf der Hand lässt sich gut vorplanen. Mit einer völlig unpassenden Kartenhand lässt sich leicht verzweifeln und das Verlieren auf mangelndes Glück schieben.

Wie man es von franjos kennt, enthält das Spiel gutes Material. Die Boliden sind aus Holz und gut unterscheidbar. Die Anleitung verlangt zwar genaues Lesen, ist aber klar und verständlich. Angenehm ist, dass es sich mit bis zu 7 Personen spielen lässt. Natürlich können die Ausgeschiedenen nur noch zuschauen, aber eine Partie dauert auch nicht lang.

 

Bewertung / Test
+ leicht zu lernen
+ gefälliges Material
+ funktioniert mit bis zu 7 Spielenden
– nicht sonderlich innovativ

 

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


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  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Formula Fun (2021)

Spielidee: Terry Goodchild
Grafik: unbekannt
Verlag: franjos Spieleverlag
Anzahl der Spielenden: 2 – 7
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglichkeit:  Karten und Farben sind gut erkenn- und unterscheidbar, die Zahlen sind deutlich, das Material groß genug.

Pädagogisch wertvoll: Kinder lernen taktieren und Spannung auszuhalten