Findet Gold in den Schiffswracks – Barrakuda von Helvetiq (Rezension)

Barrakuda | Familienspiel | ab 8 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Isaac Pante |  Helvetiq |

Tauchgänge zu Schiffswracks können Gold bringen, aber auch unliebsame Überraschungen. Ob uns das Tauchen Spaß gemacht hat und ob sich die Anschaffung des Spiels lohnt, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Barrakuda ist ein Familienspiel von Isaac Pante und bei Helvetiq erschienen. Es ist für 2 – 4 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

In der Tischmitte werden die sechs Schiffswrackkarten ausgelegt. Da gibt es Karten für die Grundversion, für geübtere Personen gibt es sechs andere Karten zum Kombinieren. Somit ist der Spielaufbau variabel, zumal die Anordnung der Karten unterschiedlich sein kann. Sie müssen nur mit einer Seite aneinander liegen.

Die Spielfigur „Barrakuda“ kommt zum Start auf die 6. Jede Karte hat ein bis zwei Effekte, die ich nutzen kann, wenn ich meinen Taucher dort positioniere. Doch macht es einen großen Unterschied, ob andere Spielende den gleichen Platz wählen, oder ob sich der Barrakuda dann auf dieser Karte befindet?

Spielaufbau

Alle Spielenden wählen aus ihren Handkarten eine aus und legen sie verdeckt vor sich hin. Es wird gleichzeitig aufgedeckt. Wurden keine oder mehrere Barrakuda-Karten gespielt, werden beide Würfel geworfen. Sie bestimmen, wohin sich der Barrakuda bewegt. Wurde nur eine dieser Karten gespielt, wird nur der Würfel mit der Bewegungsweite genommen und der:die Spielende bewegt den Barrakuda in eine beliebige Richtung.

Werden Barrakuda-Karten gespielt, werden die Spielfiguren der Ausspielenden auf ihrem Platz hingelegt und zu Beginn der nächsten Runde wieder aufgerichtet. Darauf nimmt die Spielregel mehrfach Bezug. Es wäre einfacher gewesen, die Figur für diese Runde herauszunehmen. Das hätte die Regel etwas verschlankt ohne inhaltlich etwas zu verändern.

Kartenhand eines Spielenden

Der Barrakuda ist natürlich die Störfigur (Achtung, Wortspiel). Stehen Taucher auf dem gleichen Feld wie er, verlieren sie (vor Schreck, doch an sich sind Barrakudas selten aggressiv) die bisherige Beute von ihrer Goldsack-Karte. Bis zu vier Goldstücke können so auf dem Feld landen. Weitere gehen in den Vorrat zurück. Die Goldstücke auf der Schiffswrackkarte können im nächsten Zug wieder eingesammelt werden. Da ist natürlich die taktische Frage, wer das dann tun wird und diese Karte wählen wird?

Begegnen sich mehrere Taucher auf einem Feld, wird geschaut, wer weniger ausgespielte Karten vor sich liegen hat. Diese:r kann entweder die Sonderaktion der Karte nutzen oder dem Mitspielenden ein Goldstück stehlen. Danach führen beide die allgemeine Aktion aus.

Spielfigur auf einer gewählten Karte

Diese Aktionen sind das Kernelement des Spiels. Damit lassen sich Goldstücke erbeuten, Karten zurück auf die Hand nehmen und vor allem: Beute von der Goldsack-Karte auf die Tresor-Karte transferieren, wo sie dann sicher ist. Da sich letzteres um eine Sonderaktion handelt, ist es einmal mehr wichtig, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Es dürfen sich weder Mitspielende noch der Barrakuda auf der Karte befinden. Wer es schafft, acht Goldstücke auf der Tresorkarte anzusammeln, gewinnt das Spiel.

Bei jedem Ausspielen einer Karte ist die zentrale Frage: Was könnten die Mitspielenden ausspielen? Was könnten sie denken, was ich vorhabe, um dieses Vorhaben zu durchkreuzen? Da spielt auch eine Rolle, welche Karten bereits gespielt wurden und wie viele? Mit solchen Überlegungen dürften 8-jährige überfordert sein. Doch funktioniert das Spiel auch, wenn man nicht so viel überlegt, sondern aus dem Bauch heraus spielt.

Sind alle meine Karten ausgespielt, darf ich sie wieder auf die Hand nehmen. Das kann effektiver sein als sich einzelne Karten zurückzuholen. Gespielte Barrakuda-Karten kommen in die Tischmitte und werden nur mit dem Zurückholen aller Karten wieder auf die Hand genommen. Warum so kompliziert?

Karten für die erbeuteten Münzen

Die Anleitung ist -platzsparend- klein gedruckt, enthält aber verdeutlichende Beispiele. Die zahlreichen Wenn-dann-Regeln müssen erstmal verstanden und verinnerlicht werden. Da ist es nützlich, wenn jemand in der Runde das Spiel bereits kennt. Für ältere Menschen kann es schwierig werden, die kleinen Pappmünzen zu greifen. Zudem sind die Symbole auf den Schiffswrack-Karten recht klein. Das wäre zu Ungunsten der Grafik, aber zu Gunsten der Spielbarkeit leicht zu ändern gewesen. Die Symbole an sich sind leicht zu verstehen und erfordern kein erneutes Nachschlagen. Die Farben sind gut zu unterscheiden.

Auffällig ist bei der Schachtel, dass der Deckel nicht bis unten ragt. So lässt sie sich leichter öffnen. Die untere Hälfte ist mit dem Spielmaterial wohlgefüllt.

Spielkarton. Der Deckel schliesst nicht ganz ab

 

Fazit
Nach einer Einarbeitungsphase -was passiert, wenn welche Figuren auf einem Feld aufeinandertreffen oder nicht ; was passiert wann mit welchen Karten- kann „Barrakuda“ als spannendes Ich-denke-du-denkst-was ich denken-könnte-Spiel erlebt werden oder -weniger kompliziert- als Sammelspiel mit kleinem Ärgerfaktor. Im Zusammenspiel mit Kindern sollte man sich überlegen, ob man nur nett spielen sollte. Den Ärgerfaktor müssen Kinder halt aushalten. Dass sie ebenso taktisch um die Ecke denken, würde ich erstmal nicht erwarten.

„Barrakuda“ hat durchaus Spaß gemacht, wurde andererseits aber auch nicht als überragend erlebt. Der Einstieg wurde für ein Familienspiel als eher schwierig erlebt. Eine kleine Spielerhilfe am Spielfeldrand wäre da nützlich.

 

Bewertung / Test
+ kleine Schachtel mit vollwertigem Spiel
+ thematisch schön umgesetzt
– Einstieg für eine Familienspiel zu schwierig

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Barrakuda (2022)

Spielidee: Isaac Pante
Grafik: Ajsa Zdravkovic
Verlag: Helvetiq
Anzahl der Spielenden: 2 – 4
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten

Generationentauglichkeit: Eher nein. Die Pappmünzen sind klein und schwierig zu greifen. Die Symbole auf den Schiffswrackkarten sind klein.

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