Diebe im Scheinwerferlicht – Tea Time Crime von Piatnik (Rezension)

Tea Time Crime | Familienspiel | ab 10 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Dirk Barsuhn | Piatnik | generationentauglich

Gesellschaftliche Zusammenkünfte des gutsituierten englischen Adels sind eine willkommene „Einladung“ für Diebe aller Art. Ein ebensolches Event findet auf dem herrschaftlichen Anwesen von Lord Pomeroy statt. Der Plan der Diebe steht: Unbemerkt die Gästezimmer der adligen Gäste auf Wertgegenstände zu durchsuchen, sobald sich alle pünktlich um 17.00 Uhr zur traditionellen Tea-Time im Salon eingefunden haben. Sie haben nur nicht mit der Umsicht von Lord Pomeroy gerechnet: Er hat nämlich die besten Detektive des Landes engagiert – euch! Bewaffnet mit Taschenlampen geht ihr auf Verbrecherjagd.

Spielschachtel und Spielmaterial von Tea Time Crime.

 

Das Spiel
Tea Time Crime
 ist ein Familienspiel von Dirk Barsuhn und bei Piatnik erschienen. Es ist für 2-4 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

In „Tea Time Crime“ seid ihr Detektive und würfelt euch durch das Herrenhaus, bis ihr auch den letzten Winkel des Hauses ausgeleuchtet habt. Damit haben die Einbrecher keine Chance auf Beute und müssen unverrichteter Dinge von dannen ziehen.

Gezeigt werden die Einbrecherplättchen, die Detektivplättchen und die Würfel.
Räuber & Gendarm zur Tea Time!

 

Alle erhalten ein Haustableau. Das Haus hat 25 Räume, angeordnet in einem 5×5-Raster. Dazu nehmen sich alle die 25 Fenster und 5 Taschenlampen ihrer gewählten Spielfarbe. Die 5 Würfel kommen in die Tischmitte. Sie haben die Werte 1-5 und stehen für die 5 Etagen des Hauses (=Reihen). Die 6 wurde durch eine Lupe ersetzt und gilt als Joker.

Haustableau zu Spielbeginn. Alle Räume sind mit Plättchen abgedeckt.
So startet ihr in die Verbrecherjagd.

 

Die Fensterplättchen werden zu Spielbeginn verdeckt auf die Räume des Hauses gelegt. Den Fensterplättchen, auf denen die Detektive zu sehen sind, sind dabei besondere Räume zugedacht. Sie liegen diagonal über das Tableau.
Ihr werdet während des Spiels die Fensterplättchen nach und nach aufdecken. Sie zeigen auf der Vorderseite entweder Diebe, Detektive oder Würfel. Die Würfelplättchen nehmt ihr vom Spielplan, ihr dürft sie jederzeit als zusätzliche „Würfel“ verwenden. Die Dieb- und Detektivplättchen hingegen verbleiben auf dem Tableau. Ihr werdet sie im Spielverlauf so umpuzzeln, dass alle Diebe im Lichtkegel eines Detektives sichtbar werden und dadurch Punkte bringen.

Gezeigt wird das Haustableau. Einige Räume sind bereits geöffnet.
Einen Einbrecher leuchten unsere Detektive bereits an. Mal sehen was sich im Raum rechts davon noch verbirgt.

 

Würfelt zu Beginn eures Spielzuges. Ihr dürft beliebig viele Würfel bis zu zweimal nachwürfeln. Wählt eine Augenzahl und nehmt die entsprechenden Würfel zur Seite. Gewürfelte Lupen-Symbole dürft ihr ebenfalls dazurechnen. Lupen verbleiben aber in der Tischmitte, denn sie können im Anschluss noch von den passiven Mitspielenden genutzt werden.
Alternativ könnt ihr auch passen. Nehmt statt der Würfel eines eurer bereits genutzten Würfelplättchen zurück. Ihr könnt es in einem späteren Zug erneut nutzen.

Euer Wurf besteht damit aus den gewählten Würfeln + eventuellen Lupensymbole + eventuellen Würfelplättchen. Die gewählte Augenzahl 1-5 steht dabei für die Etage (=Reihe) eures Hauses. Die Anzahl der Würfel benennt die jeweilige Spalte. Der Schnittpunkt legt fest, welches Plättchen eures Haustableaus ihr aktivieren dürft. Aktivieren heißt:

  • Das noch verdeckte Plättchen umdrehen. Deckt ihr ein Würfelplättchen auf, legt ihr es neben euer Tableau. Ihr könnt es in einem späteren Zug wie einen zusätzlichen Würfel nutzen. Deckt ihr einen Dieb oder Detektiv auf, so bleibt das Plättchen offen auf dem Tableau liegen.
  • Das bereits offenliegende Plättchen auf ein anderes freies Feld versetzen. Euer Ziel ist es dabei, Detektive und Diebe so anzuordnen, dass die Taschenlampen der Detektive entweder offene Räume ausleuchten oder auf die Diebe zeigen.

Im Anschluss dürfen die passiven Mitspielenden mit den noch in der Tischmitte verbliebenen Würfeln ebenso vorgehen.

Das Haustableau am Spielende.
Alle Taschenlampen konnten platziert werden!

 

Ein Detektivplättchen ist erfüllt, sobald die Lichtkegel ihrer Taschenlampen einen offenen Raum aus- oder einen Dieb anleuchten. Die Ausrichtung des Taschenlampenstrahls und des Lichtkegels des Diebes müssen dazu zwingend übereinstimmen. Denn nicht jeder Dieb kann von jeder Seite entdeckt werden! Erfüllte Detektivplättchen dürft ihr mit einer eurer Holz-Taschenlampen markieren. Das Spiel endet, sobald jemand seine fünfte Taschenlampe platzieren konnte.

 

Fazit
„Tea Time Crime“ ist ein schönes Familienspiel, das zu Spielbeginn noch sehr einfach daher kommt. Geht es doch lediglich darum, Plättchen aufzudecken und auf dem Tableau Platz frei zu machen. Kommt man aber in die Phase, in der man die Detektive und Diebe möglichst punkteträchtig umpuzzeln möchte, merkt man sehr schnell, dass es sich nicht so locker-flockig spielen lässt, wie anfangs vielleicht vermutet.

Das Versetzen der Plättchen erfordert einiges an Grübelleistung: Wo platziere ich welches Plättchen am besten? Wo bekomme ich möglichst viele Punkte? Muss ich dafür erst noch andere Plättchen aufdecken? Welche Plättchen sind noch im Weg? Und wohin versetze ich diese Plättchen dann gegebenenfalls? Diese und andere Gedanken werden euch durch den Kopf schwirren. Eure Strategie werdet ihr in Abhängigkeit vom Würfelergebnis und mit Blick auf die Nachbartableaus, gut abwägen. Da ist es manchmal besser, weniger Punkte in Kauf zu nehmen, als seine Taschenlampe gar nicht zu platzieren. Denn das Ende wird oftmals sehr schnell und überraschend eingeläutet, sobald jemand seine fünfte Taschenlampe platziert. 

„Tea Time Crime“ ist ein gehobenes Familienspiel mit charmantem Räuber-&-Gendarm-Thema, welches auch materialtechnisch den „Tatbestand“ des Generationenspiels erfüllt.

 

Bewertung / Test
+ keine langen Wartezeiten, da alle an jedem Zug beteiligt sind
+ Wiederspielreiz
+/- grübellastig

 

 

(Eine Rezension von Monika Glashauser)


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Tea Time Crime (2023)

Spielidee: Dirk Barsuhn
Verlag: Piatnik
Grafik: Felix Wermke
Anzahl der Spielenden: 2-4 Spielende
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren.
Spieldauer: 45 Minuten
Generationentauglichkeit: Ja.