Gemeinsames Thriller-Abenteuer für Hartgesottene – 50 Clues: Hüter des Bösen von Game Factory (Rezension)

50 Clues: Hüter des Bösen | Kooperatives Krimispiel | ab 16 Jahren | 1 bis 5 Spielende | Jeppe Norsker | Game Factory |

Als Krimi-Fan lese ich gerne mal ab und zu auch härtere Sachen wie Thriller. Aber meistens ist mir das dann doch zu belastend und blutig – zusammen mit anderen in Form eines Spiels sind solche Geschichten dann doch besser zu meistern. Dafür ist die 50 Clues-Reihe gut geeignet. Aber an diesem dritten Teil der „Maria-Trilogie“ habe wir uns fast die Zähne ausgebissen.

 

Überblick über die ersten Karten und das Design.
Überblick über die ersten und ein paar zufällige Karten und das Sepia-Design des Spiels.

 

Das Spiel

50 Clues: Hüter des Bösen ist ein kooperatives Krimispiel von Jeppe Norsker und bei Game Factory erschienen. Es ist für 1-5 Spielende geeignet und kann ab 16 Jahren gespielt werden.

„Hüter des Bösen“ ist schon Teil 3 der „Maria Trilogie“ der 50 Clues-Reihe. Die anderen beiden Teile wurden schon auf unserem Blog besprochen: Teil 1 und Teil 2 findet ihr hier auch. Der Teil 3 ist nun das große Finale der Geschichte – man kann das Spiel aber auch spielen, wenn man die vorherige Geschichte noch nicht kennt.
Wir sind Kriminalbeamte und sollen das Verschwinden einer Jungenleiche bei früheren Fällen aufdecken. Das wird uns in gruselige und gefährliche Situationen führen, die wir uns am Anfang noch gar nicht vorstellen können.

Einfache Regeln und ein Erklärvideo helfen am Anfang beim schnellen Losspielen.
Einfache Regeln und ein Erklärvideo helfen am Anfang beim schnellen Losspielen.

 

Mithilfe von 55 Karten entwickelt sich vor unseren Augen nach und nach die Geschichten rund um den Kriminalbeamten Hans Petersen, den wir zusammen darstellen. Zum Spiel gehört auch eine kostenlose Smartphone-Anwendung (Browser, kein Download). Wir bekommen ein kurzes aber ausführliches Erklärungsvideo am Anfang und überprüfen hier während des Spiels, ob wir Karten miteinander kombinieren können. Wenn wir es schaffen die abgebildeten Rätsel zu lösen, prüfen wir am Handy, ob die Lösung stimmt und bekommen dann mehr Karten hinzu, die wir wieder neu kombinieren und auf denen wir wieder neue Rätsel lösen müssen.

Wenn wir irgendwo feststecken, können wir uns in der App Tipps und notfalls sogar die Lösung zu einem Rätsel holen, wenn wir sonst gar nicht anders weiterkommen. Um am Anfang ein neues Spiel in der Anwendung zu starten, muss man die Seriennummer des eigenen Exemplars im Inneren der Schachtel eingeben. Man darf jedes Exemplar nur eine begrenzte Zahl an Partien spielen. Das ist schade, denn am Spiel an sich muss man nichts zerschneiden oder knicken, wie bei anderen Exit-Spielen, sodass man das Spiel gut nochmal spielen oder weiter verschenken könnte. Gerade für Spielvereine ist das schon ein Problem.

Dabei sind manche Rätsel sehr einfach und auf den ersten Blick erklärlich und leicht lösbar. Und wieder andere Rätsel sind selbst nach ein oder zwei Hinweisen noch so unerklärlich, dass wir uns dazu die Lösung holen mussten, obwohl wir vorher schon mehrere Minuten überlegt hatten und auf das, was in den Hinweisen stand, selbst gekommen waren. Aber auch manche Lösungen, die wir uns anzeigen lassen mussten, waren für uns völlig unverständlich. So konnten wir zwar weiter spielen, aber es machte sich bei jedem – gefühlt – unlösbaren Rätsel die Unzufriedenheit mehr breit. Das hat den Spielspaß doch etwas getrübt.

Überblick über die ersten Karten und das Design.
Überblick über die ersten Karten und das Design.

 

Die Geschichte an sich ist sehr spannend und in sich stimmig. Es war nichts dabei, was wir als seltsamen Sprung oder Bruch empfunden hätten. Die Entscheidungen und Ermittlungsschritte unseres Ermittlers konnten wir immer nachvollziehen. Wir kannten Teil 1 und Teil 2 vorher nicht. Trotzdem konnten wir der Geschichte durch einleitende Texte ohne Probleme folgen und waren gefesselt. Trotzdem wurde uns nichts „gespoilert“, wir können die ersten beiden Teile immer noch spielen, obwohl wir nun das Finale kennen.

Die 50 Clues-Reihe trägt den Untertitel „Escape Thriller“, deshalb ist „Hüter des Bösen“ wie wohl die ganze Reihe der 50 Clues nicht generationentauglich. Die Thriller tragen zurecht die Altersbezeichnung ab 16 Jahren. Die Texte, Bilder und Rätsel auf den Karten sind groß genug abgedruckt, sodass ältere Menschen und Personen mit eingeschränktem Sehvermögen wohl keine Probleme haben sollten. Aber für Kinder und jüngere Jugendliche ist das Spiel wegen der belastenden Geschichte und der blutigen Szenen und Abbildungen nicht geeignet.

Fazit

Die Geschichte der „Hüter des Bösen“ war eine spannende, die uns gefesselt hat. Leider war das Gefühl beim Rätseln doch immer sehr durchwachsen, weil uns die Lösung manchmal viel zu leicht und manchmal völlig unerklärlich war. Das hat uns am Ende so frustriert, dass wir wohl die anderen Teile der Maria-Trilogie nicht mehr spielen werden. Vielleicht geben wir anderen Abenteuern der 50 Clues nochmal eine Chance.

 

Bewertung / Test
+ stimmige, spannende Geschichte
+ schneller Einstieg durch einfache Regeln
+ stimmungsvolle Gestaltung in Sepia
– Seriennummer – nur eine begrenzte Anzahl von Partien möglich
– durchwachsene Schwierigkeitsstufen der Rätsel
– hohe Frust-Rate durch unerklärliche Lösungen

 

(Eine Rezension von Elisabeth Sandner)

Rezensentin Elisabeth Sandner
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ACHTUNG – hier geht es zu unserem YouTube-Kanal:
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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Escape-Spiele”

  • ... Altersgruppe bis 16 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 16 Jahre

50 Clues: Hüter des Bösen (2021)

Ideen, Texte, Rätsel, Illustrationen und Programmierung: Jeppe Norsker
Verlag: Game Factory
Anzahl der Spielenden: 1 – 5 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 16 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten

Generationentauglichkeit: nicht für Kinder und Jugendliche unter 16 geeignet