Die Stichregeln bestimmen wir selber – NJET! von Iello (Rezension)

NJET! | Kennerspiel | ab 10 Jahren | 2 bis 5 Spielende | Stefan Dorra | Iello

Mit „So schon mal nicht!“ oder schlicht „Nejt!“ werden zu Beginn einer Runde die aktuellen Regeln festgelegt. Mit einem Marker wird reihum ein Regeldetail abgedeckt. Was übrig bleibt, das bestimmt, was in dieser Runde zählt, ja sogar wieviel diese Runde zählt. Zocken hoch zwei!

Spielkarton und Inhalt: Spielbrett, Njet-Marker und zahlreiche Karten

 

Das Spiel
NJET! 
ist ein Kennerspiel von Stefan Dorra und bei Iello erschienen. Es ist für 2 – 5 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Wer Stichspiele mag, wird sich mit Njet! bestens vergnügen. Es gibt Anleihen an Skat und Doppelkopf. Doch kommt man auch ohne diese Kenntnisse zurecht.

Je nach Anzahl der Spielenden wird eine Anzahl an Karten verteilt. Im Spiel zu zweit werden die Hälfte der Karten weggelegt. Das macht es unberechenbarer. Im Spiel zu dritt werden einige hohe Karten entfernt, alle anderen sind im Spiel. Zu viert, zu fünft werden alle Karten verteilt.

Geübte Kartenspieler merken sich nämlich, was bereits gespielt wurde. Wenn Njet! so ernsthaft betrieben wird, kann es sehr spannend werden.

Hand eines Spielenden mit 15 Karten

Die Starthand schaut schon mal nicht schlecht aus, wenn Blau zur Trumpffarbe wird.

Zu Beginn jeder Runde wird im Uhrzeigersinn von jedem Spielenden ein Njet-Marker auf das Spielbrett gelegt. So werden die aktuellen Regeln festgelegt. Mit einem Marker bestimmt man nur, was ausgeschlossen wird. Ich kann also nicht eine Trumpffarbe bestimmen, sondern schließe eine andere Farbe aus. Dabei hoffe ich natürlich, dass die von mir gewünschte Farbe übrig bleibt.

Spielbrett mit Zeilen und Spalten, auf denen Njet-Marker abgelegt werden können.

Ebenso wird bestimmt, welche 1 (es gibt deren jeweils drei) als Supertrumpf gilt. Das ist den Buben beim Skat vergleichbar. Wie viele Punkte wird ein Stich wert sein? Das geht von 1 bis 4, es gibt aber auch die -2, was beim Skat dem Ramsch gleichkommt. Man sieht schon, Skatspieler tun sich hier leichter. Dann wird mit den Njet!-Markern bestimmt, ob Karten weggelegt oder weitergegeben werden und wer ausspielen darf.

Die gleiche Kartenhand, auf dem Tisch das Tableau, auf den die Njet-Marker gelegt werden. Einige Felder davon belegt.

Rot ist Trumpf. Aber in dieser Runde bringt jeder gewonnene Stich nur einen Punkt. Der Rest ist noch nicht klar.

Außer zu zweit kämpft nicht jeder für sich allein: Jeder Spielende hat einen oder zwei Partner. Bei ungerader Spielerzahl bekommt die Minderheit einen Bonus. Der Anspielende bestimmt, wer zu ihr:ihm gehören wird für diese Runde. Da ist es gut sich gemerkt zu haben, wer welche Njet-Marker gelegt hat.

Sind alle Regeln bestimmt, beginnt die eigentliche Stichrunde: Farbe bedienen. Wenn nicht möglich, kann ich abwerfen oder trumpfen. Über den Farb-Trumpf geht die Super-1. Wer eine fremde 1 gefangen hat, legt sie offen auf die Seite, sie zählt wie ein weiterer Stich. Doppelkopf-Spieler sagen: „Ah, wie der Fuchs!“ Genau!

Die Anzahl der Runden hängt auch wieder von der Anzahl der Spielenden ab, damit jede:r gleich oft die Chance hatte, die Stichrunde zu beginnen.

Die Anleitung ist klar und deutlich, mit Beispielen illustriert. Sie ist gut verständlich, auch wenn man mit klassischen Stichspielen nicht vertraut ist.

 

Fazit
Njet! ist genau richtig für Spielende, die das Zocken mit Karten lieben. Mich kann man dafür gefahrlos nachts wecken oder dazu bringen, die Augen wieder zu heben bevor sie fast zufallen. (Was meine Frau bestens amüsiert).

Man kann es locker leicht spielen, doch dann ist das Potential verschenkt. Wer Tichu mag und gerade nicht zu viert ist, wird mit Njet! bestens bedient sein. Wer nicht zu dieser Gruppe gehört, dem wird das Aushandeln zu Beginn zäh vorkommen.

 

 

Bewertung / Test
+ frisches Stichspiel aus neuen und bekannten Regeln
+ ansprechende Grafik

– dürfte nur ausgesprochenen Kartenspielern gefallen

 

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kennerspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

(Jahr)

Spielidee: Stefan Dorra
Grafik: Biboun
Verlag: Iello
Anzahl der Spielenden: 2 – 5
Altersempfehlung Verlag: ab 10 Jahren

Eigene Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spieldauer: ab 30 Minuten

Generationentauglichkeit: 

Pädagogisch wertvoll: 

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