
Hat man die Karten von „Ninety Nine“ in der Hand, fühlt es sich an, als hätte man einen Regenbogen eingefangen. Die kräftigen Farben strahlen einem geradezu ins Gesicht. Insgesamt haben wir zehn verschiedene Farben mit den Werten 0 bis 10. Das sieht erst mal nach vielen Möglichkeiten aus…
Bei „Ninety Nine“ ist es unser Ziel, als Erstes 99 Punkte zu erreichen – dazu wollen wir unsere sechs Karten loswerden. Aber hey, auf unserem Nachziehstapel liegen ja auch noch welche.
Nachdem 3 Infokarten und zwei weitere offene Karten aus dem allgemeinen Nachziehstapel in der Mitte liegen, kann es schon losgehen. Jeder Zug besteht aus 3 Aktionen. Zuerst legst du eine Karte aus deiner Hand in deine persönliche Auslage. Aber Achtung: Das geht nur in aufsteigender Reihenfolge und keine Farbe darf doppelt vorkommen. Zahlen auszulassen ist also wenigstens kein Problem. Heißt: du kannst nach einer „3“ eine „5“ legen – aber vielleicht besser keine „10“, sonst wird es schwierig mit der aufsteigenden Reihenfolge… Wenn du keine deiner Handkarten legen kannst oder magst, wertest du aus. Dies ist ganz einfach. Eine Auslage aus 4 Karten wird mit 4×4 gerechnet – also 16 Punkte. Schafft man 7 Karten, kann man sich gleich 49 Punkte (7×7) gutschreiben – eigentlich schon die halbe Miete.
Doch wofür braucht man eigentlich einen eigenen Nachziehstapel? Mit einer zweiten Aktion versuchst du so viele Handkarten wie möglichloszuwerden. Am besten alle fünf! Hierzu kannst du die drei Infokarten „gleiche Farbe“, „plus 1“ und „Summe 10“ nutzen und so viele Karten wie möglich darauf ablegen. Du wirst nur eine Karte los? Pech gehabt, kann passieren, aber nicht weiter schlimm… Bei der dritten Spielaktion füllst du deine Handkarten eh wieder auf. Hast du es geschafft deinen persönlichen Nachziehstapel aufzubrauchen, erhältst du 15 Punkte – und einen neuen Nachziehstapel. In den Testrunden hat diese Aktion öfters das Spielende ausgelöst…
Wie der Spielname veruten lässt: Wer als Erstes 99 Punkte erreicht hat, gewinnt. Wobei, wir haben immer die komplette Runde fertig gespielt, wenn jemand die 99 Punkte erreicht hatte – So waren alle gleich oft am Zug. Haben nun zwei Spielende die 99 Punkte erreicht, entscheidet die höhere Punktzahl.

Fazit
Das eingängige kunterbunte Kartenspiel von „Kendi“ punktet nicht nur bei Gelegenheitsspielern. Kinder finden schnell Zugang und auch bei der älteren Generation entwickelte sich schnell ein regelrechtes Suchtpotenzial.
Trotz der Farbenvielfalt lassen sich die Farben und Zahlen der einzelnen Karten gut unterscheiden, sodass auch ältere Personen kaum Probleme beim Mitspielen hatten. Mit „Ninety Nine“ war es einfach, viele Generationen an einen Tisch zu bringen. Die Regeln sind schnell erklärt und leicht verständlich, wodurch auch Einsteiger und Gelegenheitsspieler schnell überzeugt wurden. Aber auch Vielspieler:innen und Liebhaber „großer“ Spiele haben eine Runde „Ninety Nine“ gerne als Absacker angenommen. Einige von uns meinten, dass das Spiel von zusätzlichen Infokarten profitieren würde – vielleicht lässt der Verlag sich dazu etwas einfallen.
Persönliche Anmerkung: In den Regeln steht, dass die Partie sofort endet, sobald jemand 99 Punkte erreicht. Da dies in unseren Spielrunden meist die Person schaffte, die das Spiel auch begonnen hatte, spielen wir nur noch ganze Runden. So war jeder gleich oft am Zug. Wer am Ende die meisten Punkte hatte, hat gewonnen.
Bewertung / Test
+ farbenfroh für alle Generationen
+ eingängiges Kartenspiel
+ spannend bis zum Schluss
+ interessante Spielweise
– Personen mit Sehschwäche könnten Probleme beim Unterscheiden der Farben haben
(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)
Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)
Spielecafé der Generationen – Jung und Alt Spielt – YouTube
Ninety Nine (2025)
Spielidee: Reinhard Staupe
Grafik: Oliver & Sandra Freudenreich
Verlag: Kendi
Anzahl der Spielenden: 2-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
persönliche Altersempfehlung: spielbar ab 1. Klasse möglich (je nach Spielerfahrung)
Spieldauer: 30 Minuten
Generationentauglich: Durchaus. Kinder, sowie Senioren wollten es immer wieder spielen. Am Tisch herrschte eine angenehme Atmosphäre.