
In einem Zauberladen zu arbeiten ist schon etwas Außergewöhnliches. Du stehst noch in der Lehre und deine Aufgabe ist es, das Regal mit den magischen Zutaten zu befüllen. Achte also von Anfang an darauf, dass es gut sortiert ist, behalte aber auch deine Kontrahenten stets im Auge!
Alle bekommen ein Regaltableau und 2 Kätzchen. Ist es eure erste Partie, benutzt ihr am besten erstmal die „A Seite“. Alle Plättchen (Zutatengläser) kommen in den Stoffbeutel. Je nach Spieleranzahl werden welche aussortiert. Legt die Spezial-Glasleiste, sowie die große Wertungsrolle in die Tischmitte. Zieht noch blind 2 Abzeichen. Diese könnt ihr während des Spiels werten. Hier gilt die Regel: „Wer zuerst kommt, punktet zuerst“. Wer eine Aufgabe als erstes schafft, bekommt noch ein zusätzliches Kätzchen. Für Personen mit weniger Spielerfahrung oder für die erste Partie, kann man auch die Abzeichen weglassen und sich auf die Hauptaufgabe, das Befüllen der Regale, kümmern. Es wirkt zu Beginn erstmal recht viel. Aber schon bald haben meine Mitspielenden in den Testrunden gemerkt, dass der Spielfluss recht stimmig verläuft und die Abzeichen schnell willkommen waren.
Bevor ihr loslegt, schaut ihr euch am besten die Plättchen erstmal genauer an. Zum einen gibt es 4 verschiedene Zutaten. Wobei immer eine lila Wolke und ein Pilz mit blauem Hintergrund, sowie eine Alraune mit gelben und ein Auge mit grünem Hintergrund versehen ist. Die Zahlen sind auf beiden Seiten immer dieselben. Außerdem gibt es 4 verschiedene Deckel. Schwarz, silber, gold und blaue mit Sternen.
Wer zuletzt eine Katze gestreichelt hat, nimmt sich den Beutel und zieht 5 (bei 2 Personen nur 4) Plättchen raus und „würfelt“ diese. Also ihr werft die Plättchen ein bisschen in die Luft. Sind welche mit blauem Deckel dabei, werden diese in die Spezialglas-Leiste gelegt. Zieht dann nochmal nach. So lange bis 5 Plättchen mit schwarzen, silbernen oder goldenen Gläsern bereit liegen. Natürlich müssen auch diese „gewüfelt“ werden. Nun sucht sich jeder reihum ein Plättchen aus und platziert es sofort in sein Regal.
Dabei gibt es ein paar Legeregeln:
– Gläser mit goldenen Deckel dürfen in allen Reihen, silberene in der Mitte und in der unteren Reihe, schwarze dürfen nur in der letzten Reihe platziert werden. Das heißt also, dass in der ersten Reihe nur goldene sein dürfen.
– Die Zahlen müssen aufsteigend sein. Man darf aber zuerst eine 14 und später viel weiter links eine 5 legen.
– Plättchen dürfen nicht auf die andere Seite gedreht und nur auf freie Felder gelegt werden.
– In keiner Reihe darf eine Zahl 2x vorkommen.
Bist du am Zug, kannst du zwischen 5 und 3 Plättchen wählen. In den Testrunden war dies stets eine spannende Entscheidung. Nimmt man sich ein goldenes oder macht man die untere Reihe voll? Wie weit sind die anderen beim Erzielen der Abzeichen?
Doch wann bekommt man die Plättchen mit den blauen Deckeln? Damit kann man nämlich wunderbare Kettenreaktionen auslösen. Schafft man es in einer Spalte, also untereinander, 3 verschiedenfarbige Gläser zu legen, darf man sich ein Spezialglas seiner Wahl nehmen und dies sofort in sein Regal verbauen. So kommt es immer wieder vor, vor allem gegen Ende hin, dass man mehrere Spalten füllt und so in einem Zug 3 oder mehr Plättchen legen kann.
Auf den Tableaus sind silberne Schilder zu sehen. Auf der Vorderseite sind Zahlen und auf der Rückseite Zutatensymbole. Werden diese mit der richtigen Zahl, bzw. farbigen Plättchen belegt, gibt es Punkte.
Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass man sich nicht zu sehr darauf versteifen sollte und sich vielleicht auch auf zusätzliche Plättchen aus der Spezial-Glasleiste konzentrieren sollte.
Doch was wäre ein Zauberer ohne sein schwarzes Kätzchen? Falls ihr am Ende welche übrig habt, bekommt ihr für jede 2 Punkte. Doch während des Spiels sind sie goldwert und sollten auch eingesetzt werden. Zum einen könnt ihr ein Zutatenglas auf die andere Seite drehen und somit 3 verschiedene Farben in der Spalte erreichen oder ihr dürft die gleiche Zahl neben einer anderen platzieren.
Anstatt sich ein Plättchen zu nehmen, darf man sich auch ein Kätzchen nehmen. Kann man mal machen, kam aber in den Testrunden nicht allzu oft vor, da man schon darauf achten soll, sein Regal voll zu kriegen. Außer ihr könnt kein Plättchen verbauen. Dann wandert ein Kätzchen zu euch.
Ihr spielt solange, bis ihr aus dem Beutel nicht mehr genügend Gläser rausziehen könnt.
Punkte bekommt ihr für die Anzahl der verschiedenen Zutatengläser, die richtig einsortierten Regalschilder, die übrigen Kätzchen und Abzeichen.
Wer die meisten Punkte erzielen konnte, gewinnt.
Seid ihr mit der A-Seite vertraut, wagt euch unbedingt an die B-Seite, sowie an die einzelnen Wertungsrollen. Die Regeln sind nicht unbedingt schwieriger, man muss aber auf mehr achten. Dies macht „Morty Sorty – Magic Shop“ noch reizvoller.

Fazit
In „Morty Sorty – Magic Shop“ steckt so viel mehr, als es das Cover verspricht. Auch wenn es keine neuen Spielelemente hat, bringt es Alt und Jung gemeinsam an den Tisch und begeistert alle Altersstufen. Das Material ist hochwertig und konnte bisher ohne Schrammen mehrfach geworfen werden. Nicht nur die Kinder haben sich darüber köstlich amüsiert, auch ältere Personen waren gespannt, welche Farben wieder auf dem Tisch landen.
Es hat so ein bisschen den Charme von „Die Quacksalber von Quedlinburg“, spielt sich aber dann doch anders. Der Spielverlauf ist viel eingängiger. Mehr für die Familie als für Kenner. Wobei auch Vielspielende sich dafür begeistern lassen. Die „B-Seite“ sieht einfacher aus als sie ist. Vor allem in Kombination mit den einzelnen Wertungsrollen. Da hat man schon so einiges, worauf man achten muss, und das beschert noch mehr taktische Spieltiefe.
Das Material ist sehr übersichtlich gestaltet. Die Symbolik wurde gut ausgewählt, man findet auf dem Tableau alles, was man während des Spiels wissen muss.
Durch den variablen Aufbau spielt es sich jedes Mal anders.
„Morty Sorty – Magic Shop“ wurde zum Spiel des Jahres 2026 nominiert. Verdient hätte es den Preis auf jeden Fall. Ein magischer Spielspaß für die ganze Familie, der so einige spannende Überraschungen mit sich bringt.
Bewertung / Test
+ eingängiger Spielverlauf
+ Material wird „gewürfelt“ – lockert die Spielrunde auf
+ Schwierigkeitsgrad kann gesteigert werden
+ hochwertiges Material – wunderschön illustriert
(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)
Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)
Spielecafé der Generationen – Jung und Alt Spielt – YouTube
Morty Sorty - Magic Shop (2026)
Spielidee: Markus Slawitschek
Grafik: David Cochard
Verlag: Schmidt Spiele
Anzahl der Spielenden: 2-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Generationentauglich: Durchaus. Die Farben können gut unterschieden werden. Man muss sich jedoch bei der Auswahl gut auf die schwarz, silbernen und goldenen Deckeln konzentrieren.