Alle können zeichnen – Artbox von Huch! (Rezension)

Artbox | Party-Gruppenspiel | ab 10 Jahren | 3 bis 8 Spielende | Artem Lis | Huch!

Ich würde von mir sagen, einigermaßen gut zeichnen oder malen zu können. Von vielen meinen Freunden kann man das allerdings nicht behaupten. Die verdrehen dann auch immer die Augen, wenn Spiele auf den Tisch kommen sollen, bei denen unter anderem gemalt werden soll. Artbox bezeichnet sich selbst als Spiel, bei dem alle malen können und das dies reine Formsache ist. Mal sehen, ob das stimmt.

Zu sehen ist Artbox mit dem gesamten Spielmaterial.
Zeichnen ist reine Formsache laut Artbox.

 

 

Das Spiel
Artbox ist ein Partyspiel von Artem Lis und bei Huch! erschienen. Es ist für 3 bis 8 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Ziel des Spiels ist es abhängig von der Spielendenanzahl als erste:r eine bestimmte Menge an Siegpunkt-Chips, gesammelt zu haben. Diese Chips kann man auf 2 Arten erhalten:
Die Person, dessen Bild am häufigsten richtig erraten wurde, erhält einen Chips sowie die Person, die meisten Bilder korrekt zugeordnet hat. Aber um was für Bilder geht es überhaupt? Das erfahrt ihr jetzt:
Zu sehen sind die Siegpunkt- & Zahlenchips von Artbox.
Um diese beiden Arten von Chips dreht sich viel in Artbox.

Zunächst erhalten alle einen Sichtschirm, einen Stift, sowie 2 der beigelegten Zettel. Auf der Vorderseite der Zettel ist Platz zum Zeichnen. Dafür bekommen alle Mitspielenden 2 Karten mit Begriffen, wovon sich eine ausgesucht werden muss, die in der kommenden Runde gemalt wird. Dann werden die vier Würfel geworfen. Diese bestimmen darüber, welche der 4 zur Verfügung stehenden geometrischen Formen wie oft genutzt werden MÜSSEN. Ja richtig, das ist ein Muss. Es muss jede Runde mit den 4 vorgegebenen Formen der  gewählte Begriff dargestellt werden, nicht weniger, nicht mehr, keine falschen Formen. Sobald man fertig gezeichnet hat, sagt man dies an und kriegt einen Zahlenchip der Reihenfolge entsprechend, in der man fertig war. Diese Zahlenchips entscheiden im Falle eines Gleichstands, dass der:diejenige mit der niedrigen Zahl den Siegpunkt bekommt, also geht es auch etwas um Geschwindigkeit.

Zu sehen sind die 4 Würfel mit den 4 geometrischen Formen, die zur Verfügung stehen.
Die Würfel entscheiden über die Formen, die genutzt werden müssen.
Nun malen also alle gleichzeitig und wenn alle fertig sind, werden sowohl die Zeichnungen also auch die Begriffskärtchen verdeckt an alle der aktuellen Runde gegeben. Die Zeichnungen werden dann an die Zahlenleiste angelegt, sodass jede Zeichnung einer Zahl zugeordnet ist. Die Begriffskärtchen werden mit drei zufällig vom Nachziehstapel gezogenen Karten gemischt und offen ausgelegt. Nun müssen die Spielenden auf dem zweiten Zettel den Zeichnungen bzw. deren zugeordneten Zahlen den ihrer Meinung nach richtigen Begriff zuordnen. Die Person die beginnt, gibt dabei auch wieder ein bisschen den Takt an, indem sie die Sanduhr umdreht, sobald sie fertig ist und die anderen dann nur noch die Sanduhr übrige Zeit haben, die Begriffe richtig zuzuordnen.
Zu sehen sind die Begriffskärtchen von Artbox.
Aus circa 100 Begriffen wird im Spiel gewählt.

Zu guter Letzt erfolgt die Auflösung sowie die Verteilung der Siegpunkte.

 

Fazit
Artbox ist ein klassisches Partyspiel, auf dessen Verpackung zwar ab 3 Spielende steht, das aber von größeren Runden deutlich profitieren würde. Wir konnten es aufgrund von Corona zu 4. ausprobieren. Als es hieß „Wir spielen ein Zeichenspiel“ waren meine Mitspielenden erstmal gar nicht begeistert. Dadurch, dass es aber weniger ums Zeichnen sondern eher darum geht, als Person eine gute Idee zu haben, wie man mit den 4 vorgegebenen Formen den ausgesuchten Begriff darstellt, war diese Hürde schnell überwunden. Genau das ist wohl auch in die innovative Idee dieses Spiels.
Spaß hat man vor allem bei der Auflösung der Runde und dem Erstaunen darüber, für was meine Mitspielenden meine so tolle Zeichnung gehalten haben.
Ein großer Kritikpunkt meinerseits ist allerdings das Punktevergabesystem. Zum einen bekommen immer nur 2 Spielende Punkte und zum anderen werden im Falle eines Gleichstandes, den es bei uns oft gab, die schnellsten Spielerende belohnt, was bei uns dazu führte, dass manchmal nur wahllos die geometrischen Formen aneinander geklatscht wurden und sich beim Zeichnen nicht mehr die Mühe gegeben wurde, die das ganze Spielerleben eventuell schöner gemacht hätten. Da muss man vielleicht zu Hausregeln greifen. Ein großer Pluspunkt ist, dass es kaum Downtime gibt, weil fast immer alle gleichzeitig beschäftigt sind und das unabhängig von der Anzahl der Mitspielenden.
Artbox hat uns recht gut gefallen, nach einer Runde hatten wir aber genug und mussten es nicht nochmal spielen. Eine Empfehlung spreche ich für Fans von Partyspielen aus, die gefallen am Zeichnen haben, aber auch Menschen an den Tisch kriegen wollen, die darin überhaupt nicht talentiert sind.
Zu sehen ist eine Beispielrunde von Artbox.
Und könnt ihr die Begriffe korrekt zuordnen?

 

 

Bewertung:
+ kaum Downtime wg. parallelem Spielverlauf
+ Malspiel, das auch für Menschen, die nicht gut malen können, geeignet ist
– Geschwindigkeit manchmal entscheidender als das Malen
– Punktevergabe nicht ganz ausgeklügelt

(Eine Rezension von Sarah E.)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Party-Gruppenspiel”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3

Artbox (2020)

Spielidee: Artem Lis
Grafik: Svetlana Argat, Denis Plastini
Verlag:  Huch!
Anzahl der Spielenden: 3 bis 8 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10  Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja. Das Material ist griffig, die Begriffe groß geschrieben, die Regeln simpel. Ein Spiel für jedes Alter.