Die jungen Helden der Rietburg – Andor Junior von Kosmos (Rezension)

Andor Junior | Kinderspiel/Familienspiel | ab 7 Jahren |  2 bis 4 Spielende | Inka & Markus Brand | Kosmos | pädagogisch wertvoll | generationentauglich

Einfacher und dennoch anspruchsvoll. Das normale Spiel „Die Legenden von Andor“ ist ja nicht unbedingt eine leichte Kost. Viele Gelegenheitsspielende trauen sich da nicht immer gleich dran. Auch wenn es wohl viele interessieren würde. Zum Glück ließen sich die Autoren eine einfachere Variante einfallen. Denn auch wenn Junior drauf steht – so „junior“ ist es gar nicht. Zumindest nicht für die, die nicht ganz so oft am Spieltisch sitzen. Doch heute werden wir selbst zur Held:in. Wir sind mutig und wollen gemeinsam unsere Freunde und natürlich unsere geliebte Rietburg beschützen. Also ab auf den Weg in die Welt von Andor.

Spieleschachtel mit Inhalt

 

Das Spiel
Andor Junior
 ist ein Kinderspiel/Familienspiel von Inka & Markus Brand und bei Kosmos erschienen. Es ist für 2-4 Spielende geeignet und kann ab 7 Jahren gespielt werden.

Wenn wir die Schachtel öffnen, finden wir erst mal jede Menge Material. Doch keine Sorge, wir brauchen nicht alles auf einmal. Insgesamt gibt es zehn verschiedene Aufgaben, die sich in ihrer Schwierigkeit steigern. Pro Spiel müssen wir zwei oder drei auf einmal bewältigen. Also durchatmen, alles halb so wild.

Doch worum geht es eigentlich und was ist unser Ziel? Die Wolfsmutter hat ihre Kinder verloren. Sie wurden zuletzt bei den Minen gesehen. Der Weg dort hin ist aber ganz schön gefährlich. Der Drache mit seinen Gors macht sich nämlich auf den Weg zur Rietburg. Könnt ihr den Drachen und die Gors vertreiben, gleichzeitig aber auch die jungen Wölfe aus der Zwergenmine befreien? Aber natürlich. Schließlich seid ihr Held:innen! Voller Entschlossenheit macht ihr euch auf den Weg.

Zusätzlich müssen Aufgaben bewältigt werden, damit Mart der Brückenwächter aber überhaupt den Weg zur Mine freigibt. Wir haben also einiges zu tun.

Spielaufbau für die erste Partie. Auf dem Spielplan sind viele Plättchen verteilt.
Der stimmungsvolle Spielplan ist sehr einladend. Lasst während des Spielverlaufs nicht allzu viele Gors herein. Das Land ist noch komplett vom Nebel verhüllt.

 

Haben sich alle jeweils einen Figur ausgesucht, das Spielbrett bestückt, die Gors und den Drachen auf die Plätze gebracht und die Aufgabenkarten bereitgelegt, kann es auch schon losgehen. Macht euch mit euren eigenen Fähigkeiten vertraut, jeder Charakter hat andere Stärken.

Im Spiel gibt es vier Charaktere. Alle haben unterschiedliche Fähigkeiten und einen bis vier Würfel. Man kann sich zwischen einem weiblichen oder männlichen Typ entscheiden.
Die vier Charaktere. Alle haben unterschiedliche Fähigkeiten. Man kann zwischen einem weiblichen und einem männliches Typ wählen. Wenn das nur immer so wäre!

 

Zu Beginn des Spiels liegt auf jedem Feld ein Nebelplättchen. Darunter verstecken sich verschiedene Aktionen. Manche sind gut, manche gefallen uns gar nicht. Ist man dran, kann man sich bewegen oder auch stehen bleiben. Danach führen wir die jeweilige Aktion aus. Jeder Schritt kostet uns Sonnenscheiben. Hat ein Held alle seine Sonnenscheiben aufgebraucht, schläft er. Die anderen dürfen aber so lange weiter machen wie Sonnenscheiben der jeweilige Spielende hat.

Bleibt man auf einem Feld stehen, führt man die Aktion aus, sofern das Feld nicht komplett leer ist. Wir decken also ein Nebelplättchen auf, kämpfen gegen einen Gor oder nutzen den Brunnen. Dann bekommt man Sonnenscheiben zurück. Außerdem können wir Gegenstände aufnehmen, tauschen oder ablegen. Leider können wir nicht oft einkaufen gehen oder am Wachturm ein Leuchtfeuer entzünden.

Unter den Nebel- und Minenplättchen finden wir verschiedene Aktionen.
Jedes Plättchen ein neues Risiko. Um die Aufgaben zu bewältigen braucht es Mut.

 

Doch was ist eigentlich wenn wir alle schlafen? In der Nacht passiert einiges. Das meiste davon finden wir gar nicht gut. Klar, wir bekommen unsere Sonnenscheiben zurück. Aber sonst? Der Drache und die Gors rücken weiter zur Rietburg vor, neue Gors kommen ins Spiel. Wir müssen, ob es uns gefällt oder nicht, all unsere Würfel zurücknehmen. Ist dies alles geschehen, beginnt ein neuer Tag. Wer zuerst schlafen ging, beginnt den neuen Tag und es geht weiter, wo der letzte Tag aufhörte.

Zwischendurch müssen wir die jeweiligen Aufgaben des Brückenwächters erledigen. Und die sind nicht allzu einfach. Wir müssen beispielsweise bestimmtes Wolfskraut finden und den Falken zurück zur Rietburg bringen. Diesen beiden Aufgaben begegnen wir zumindest in unserem ersten Spiel. Später sollen wir dann Notenbücher zu bestimmten Orten bringen oder die Brunnen reinigen. In einer anderen Aufgabe müssen wir Reka, die Kräuterhexe, suchen, um auch den Heiltrank zu finden. Zu guter Letzt begegnen wir dem Höhlentroll und dürfen erst in die Mine, wenn wir ihn erfolgreich vertrieben haben.

Ist der Brückenwächter mit uns zufrieden, lässt er uns in die Mine, sodass wir die Wolfsjungen suchen können. Doch auch hier warten erstmal der Drache und andere Unannehmlichkeiten auf uns.

Wir gewinnen, wenn wir die drei Wolfsjungen gefunden haben. Ist der Drache jedoch vorher in der Rietburg angekommen, haben wir verloren.

Die Gors müssen mit Würfel vertrieben werden. Es darf immer nur ein Held kämpfen.
Es braucht noch ein drittes Schwert um den Gor zu besiegen und den Drachen zurück zu drängen.

 

Fazit
Das Spiel ist ein reines Abenteuer. Wenn man meint, man hat schon gewonnen, fehlt einem am Ende das Glück und man deckt keinen Wolfsjungen auf. Die Gors kommen dann schneller als einem lieb ist immer näher ran an die Rietburg und nehmen sie ein. Also: Lasst auf keinen Fall die Gors aus den Augen. Die Spielenden müssen sich sehr gut absprechen und je nach Fähigkeiten aufgeteilt werden. 

Das Spiel ist sehr gut gelungen. Es kam in jeder Testrunde gut an. Vor allem auch bei älteren Kindern. Daher finde ich die Bezeichnung „Junior“ etwas schade. Denn eigentlich ist es eher ein Familienspiel für Gelegenheitsspielende und nicht nur für Kinder. Die Optik spricht natürlich Kinder eher an, da die Helden noch sehr jung aussehen.

Auch die ältere Generation spielte gerne mit. Die Farben und Symbole sind gut zu erkennen. Die Regeln sind nicht komplex, man muss aber auf vieles achten. Da aber gemeinsam gespielt wird, kann man sich gegenseitig gut unterstützen. Von einem Kind wird hier schon viel verlangt. Zumindest von einem Siebenjährigen, der noch nicht allzuviel Spielerfahrung hat. Hier lernt das Kind sich abzusprechen und sein taktisches Feingefühl zu erweitern. Außerdem braucht es viel Konzentration und Ausdauer. Aber auch die Frustrationstoleranz wird ausgeweitet. Das Spiel ist nämlich nicht leicht gewonnen.

Das Material ist absolut stimmig und auch hochwertig. Es macht viel Spaß. Durch die verschiedenen Aufgaben ist der Wiederspielreiz absolut gegeben. Von mir gibt es fünf Sterne für die jüngere Generation. Wäre die Optik auch auf die Erwachsenen ausgerichtet, gäbe es auch hier mehr Sterne.

 

Bewertung / Test
+ Sehr gutes Regelheft. Leicht verständlich.
+ Ein spannendes Abenteuer jagt das nächste.
+ Stimmige einfachere Umsetzung des großen Bruders.
+ Tolles Material. Variiert je nach Aufgabenstellung.
+ Es wird kooperativ gespielt. Jeder Held hat eine besondere Fähigkeit.
– „Junior“ finde ich keine glückliche Bezeichnung. Das Spiel selbst wäre auch als Familienspiel durchgegangen.

 

(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)

Rezensentin Köstlinger Christiane

 

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • Altersgruppe 50 bis 70 Jahre

Andor Junior (2020)

Spielidee: Inka & Markus Brand
Grafik: Michael Menzel
Verlag: Kosmos
Anzahl der Spielenden: 2-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 7 Jahren
persönliche Altersempfehlung: Unerfahrene Spielende dürfen gerne etwas älter sein. Man muss schon sehr gut planen können und sich auf ein Strategiespiel einlassen können.
Spieldauer: 30 bis 45 Minuten

Generationentauglich: Ja. Sicherlich wurde es auf die jüngere Generation ausgerichtet, jedoch hatten bei den Testspielen alle Generationen mit diesem schönen kooperativen Familienspiel Spaß.

Pädagogisch wertvoll: Auf alle Fälle. Da in dem Spiel ganz viel kooperative Strategie verlangt wird, lernt das Kind mit anderen zu kooperieren und geschickt seine Züge zu planen.

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