Skandinavien-Thriller als Escape-Spiel – “50 Clues – Rätselhafte Zeichen” von Game Factory (Rezension)

50 Clues – Rätselhafte Zeichen | kooperatives Krimispiel | ab 16 Jahren | 1 bis 5 Spielende | Jeppe Norsker | Game Factory

Entführte Kinder, eine tote Kidnapperin und blutrot als dominante Farbe. Nicht umsonst ist dieses Krimispiel erst ab 16 Jahren empfohlen und nichts für schwache Nerven. Ob die düstere Story von „Rätselhafte Zeichen“ auch spielerisch überzeugt?

50 Clues Rätselhafte Zeichen: Die Spielbox enthält ca. 55 Karten
Die Box enthält 55 Karten.

 

Das Spiel
50 Clues – Rätselhafte Zeichen ist ein kooperatives Krimispiel von Jeppe Norsker und bei Gamefactory erschienen. Es ist für 1 – 5 Spielende geeignet und kann ab 16 Jahren gespielt werden.

In der kleinen Schachtel finden wir 55 durchnummerierte Spielkarten. Die ersten drei Karten enthalten dabei eine Anleitung bzw. die Vorgeschichte des Kriminalfalls. Zudem benötigen wir ein Handy, Tablet oder Computer mit Internet.

Im Spiel übernehmen wir die Rolle eines Ermittlers, der im ersten Teil der Trilogie eine Gruppe von Geiseln aus den Fängen einer verwirrten Frau befreit hat. Die Rezension dazu von Oli könnt ihr hier nachlesen. Da eine inzwischen verstorbene Zeugin jedoch von entführten Kindern gesprochen hat, die befreiten Geiseln aber allesamt Erwachsene waren, lässt uns der Fall nicht los und wir begeben uns erneut auf die Suche nach der Wahrheit.

Nachdem wir die Einleitung gelesen haben, scannen wir den Barcode auf der ersten Spielkarte ein oder geben alternativ den angegebenen Link im Browser ein. So starten wir unser Abenteuer auf einer Website. Eine Installation ist also nicht nötig. 

Außerdem werden wir aufgefordert, die ersten Karten aufzudecken, auf welchen Orte, Gegenstände oder Rätsel darstellt sind. Oft sind auf den Karten auch weitere Zahlen abgebildet. Finden wir grau umrandete Zahlen, dürfen wir die Karte mit der entsprechenden Zahl sofort aufdecken. Rote Zahlen sind Gegenstände oder Orte, die wir kombinieren können, und hierzu auf der zuvor geöffneten Internetseite eingeben müssen. Zeigt beispielsweise eine Karte eine rote Zahl neben einem Messer, eine andere Karte eine rote Zahl neben einem Seil, können wir versuchen das Seil durchzutrennen, indem wir beide roten Zahlen auf der Website eingeben. Haben wir Erfolg, werden wir in der Regel aufgefordert, eine bestimmte Karte aufzudecken.

Zwei Spielkarten, eine Karte zeigt eine Hütte, die zweite Karte den Plan eines Friedhofs.
So sehen die Spielkarten aus: Auf Karte 6 ist eine blasse „7“ zu erkennen, so dass wir auch Karte 7 aufdecken dürfen. Die Schaufel mit der Nummer 061 können wir mit einem anderen Gegenstand kombinieren.

 

Auch können wir auf der Internetseite Codes eingeben. In der Regel handelt es sich hierbei um die Lösung von Rätseln, die auf den Karten abgebildet sind. Diese bringen schon mal unsere Köpfe zum Rauchen, waren für uns aber durchweg gut lösbar. So kombinieren und rätseln wir uns durch über 50 Karten um den Fall hoffentlich erfolgreich abzuschließen.

 

Fazit
Die Gestaltung der Box und der Karten in Grautönen und Rot sowie die düstere, zum Teil brutale Geschichte (“Warnung! Enthält explizite Darstellung von Gewalt!”) hat zweifelsohne skandinavische Thriller-Literatur zum Vorbild. Optisch ist das Spiel diesbezüglich sehr stimmig umgesetzt.

Der Einstieg ist vor allem für erfahrene Spieler des Genres denkbar einfach, sodass die Anleitung auf zwei Spielkarten passt. Für Neulinge ist zudem ein Link zu einem kurzen Erklärfilm angegeben, der keine Fragen offen lässt. 

Gespannt auf die Geschichte, wurde ich jedoch etwas enttäuscht. Natürlich lässt sich auf 55 Karten kein tiefgründiger Roman verpacken, doch kam uns die Handlung teilweise sehr abstrus, abwegig und holprig vor. Dies wird beispielsweise am Ende deutlich, wenn unsere Kollegen im Polizeipräsidium uns unabhängig vom Ausgang des Falls (ja, es gibt zwei unterschiedliche Enden) und ungeachtet der verstörenden Ereignisse “ausgelassen feiern”. Hier hätte man durchaus die Internetseite nutzen können, um etwas mehr Tiefgang zu gewinnen.

Die Internetseite ist zweckmäßig und leicht bedienbar. Positiv ist sicherlich, dass wir keine App installieren müssen. Wer stimmungsvolle Musikuntermalung oder multimediale Inhalte erwartet, wird jedoch enttäuscht sein.

Die Rätsel selbst sind größtenteils knifflig aber gut lösbar. Kommt man doch mal nicht weiter, ist die Hilfe-Funktion über die Internetseite sehr gut gelöst. Hier werden bis zu vier Hinweise gegeben, sodass man nie hängen bleibt, gleichzeitig aber auch noch genug Spielraum hat, um noch selbst zur Lösung beizutragen.

Die Karten haben eine gute Größe, so dass alle relevanten Inhalte trotz der düsteren Gestaltung gut erkennbar sind. 

Wie die meisten Titel dieser Art ist auch dieser nur einmal spielbar, da ein erneuter Durchlauf bei bekannter Lösung sinnlos ist. Es wird jedoch kein Material zerstört, sodass das Spiel weitergegeben werden kann.

Alles in allem ist „50 Clues – Rätselhafte Zeichen“ ein durchaus unterhaltsamer Escape-Thriller mit überzeugenden Rätseln, aber eher durchwachsener Story.

 

Bewertung / Test
+ stimmige Gestaltung
+ leichter Einstieg
+ knifflige, lösbare Rätsel
+ App/Homepage zum Spiel ohne Vorinstallation und mit gutem Hinweis-Mechanismus
– teils holprige, abstruse Story

 

 

(Eine Rezension von Jörg Hübner)

Rezensent Jörg
Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Escape”

50 Clues - Rätselhafte Zeichen (2021)

Spielidee: Jeppe Norsker
Grafik: Jeppe Norsker
Verlag: Game Factory
Anzahl der Spielenden: 1- 5 Spielende
Altersempfehlung Verlag: ab 16 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Gewaltdarstellung –  hängt stark von der medialen Vorprägung  ab
Spieldauer: 90+ Minuten
Generationentauglichkeit: nicht als Generationenspiel vorgesehen

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