Überhaupt nicht aggro – Akropolis von Kobold Spieleverlag (Rezension)

Akropolis | Familienspiel | ab 8 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Jules Messaud |  Kobold Spieleverlag | generationentauglich

Die Aufmachung dieses Plättchen-Legespiels hätte mich nicht auf Anhieb angesprochen. Vielleicht geht es euch ja anders als mir. Aber „Akropolis“ an sich hat mich sogleich überzeugt und es kam in meinen Spielrunden auch gut an.

 

Spielkarton und Inhalt

Das Spiel
Akropolis ist ein Familienspiel von Jules Messaud und beim Kobold Spieleverlag erschienen. Es ist für 2 – 4 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Die stabilen Legeplättchen können über die Rückseite den unterschiedlichen Personenzahlen zugeordnet werden. Ich bin da pragmatisch, habe das Karton-Inlay entsorgt und die Plättchen für drei und vier Personen in separate Zip-Beutel gepackt. So ist „Akropolis“ schnell aufgebaut und wieder verräumt.

Stapel von Legeplättchen beschriftet mit unterschiedlicher Anzahl von Spielenden

Alle bekommen ein identisches Startplättchen. In der Tischmitte werden zwei Plättchen mehr aufgedeckt als Personen teilnehmen. Zu dritt sind das also fünf. Das Plättchen, das von den verdeckten Stapeln am weitesten weg liegt, zählt als das erste und kann kostenlos genommen werden. Als Währung zum Nehmen weiter hinten liegender Steine gibt es graue Würfelchen.

Nach dem Nehmen ist die nächste Person dran. Das heißt auch, wer beginnt, ist ein weiteres Mal an der Reihe, wenn die Runde vollendet ist. Sobald nur noch ein Plättchen liegt, wird wieder auf fünf aufgefüllt und der:die Startspielende wechselt. In der Praxis ist das so, dass letztlich immer reihum genommen wird. Die Regel mit dem „Bauleitungsmarker“, sprich Startspielenden, halte ich für überflüssig. Es kommt auf das Gleiche heraus, wenn man einfach reihum spielt.

Die kleine Hilfe gibt schnell eine Übersicht, worauf es ankommt. Auf den Plättchen sind Gebäude in fünf Farben, Multiplikatoren für die einzelnen Farben und die grauen Steinbrüche:

  • Blau: Es zählt das größte zusammenhängende Gebiet
  • Gelb: Es zählt jedes einzeln liegende Gebäude
  • Rot: Es zählen alle am Außenrang liegende Gebäude
  • Lila: Es zählen die eingeschlossenen Gebäude
  • Grün: da ist es egal

 

Startauslage

Wichtig sind die Multiplikatoren. Da wird immer wieder missverstanden, dass sie die Bedingungen der gleichfarbigen Gebäude nicht beachten müssen. Es ist egal, wo sie liegen und zählen bei Blau auch nicht zum Gebiet dazu.

Man kann nicht nur anbauen, sondern auch überbauen. Da kommen nun die Steinbrüche ins Spiel. Für das Überbauen dieser Felder gibt es als Belohnung jeweils einen Stein. Das erhöht die Auswahlmöglichkeiten beim Nehmen oder zählt am Ende jeweils als Siegpunkt.

Ein weiterer Effekt des Überbauens: Der Wert des einzelnen Gebäudes steigt. Auf die dritte Etage habe ich noch nie überbaut, wäre aber cool, solange keine Gebäude oder Multiplikatoren überbaut werden. Ein Gebäude auf der zweiten Ebene zählt Zwei statt Eins bei der Abrechnung.

 

Hand, die ein Legeplättchen beim Überbauen in der eigenen Spielauslage zeigt

Die Anzahl der Plättchen geht natürlich so auf, dass bis zum Spielende alle gleich viele genommen haben . Dann hilft der Abrechnungsblock, das Endergebnis zu ermitteln ohne etwas zu vergessen. Eine Partie dauert auch mit Erklärung knapp eine halbe Stunde.

Spielerauslage am Ende einer Partie
Blau: sechs mal vier, Gelb: acht (zwei doppelt wegen 2. Etage) mal 0, Rot: sechs mal zwei, Lila: vier mal 8, Grün: fünf mal sechs. Mit den sechs Punkten für die übrigen Klötzchen insgesamt 104 Punkte.

Die Anleitung ist übersichtlich und in relativ großer Schrift. Mit Beispielen wird alles erläutert, was unklar sein könnte. Zudem werden Varianten angeboten, wenn man nach mehreren Partien mehr Herausforderungen möchte. Die Plättchen sind hochwertig und griffig. Gebäude und Multiplikatoren lassen sich gut unterscheiden.

In der ersten Partie spielt sich „Akropolis“ eher solistisch. Alle sind zunächst mit der eigenen Auslage beschäftigt. Bei weiteren Partien kommt der Augenmerk auch auf die Auslagen der anderen Personen. Hat sich da jemand spezialisiert und lauert auf ein bestimmtes Plättchen in der Auslage? Da lohnt es sich, Steine auszugeben um es vorher wegzunehmen. Der Ärgerfaktor ist trotzdem gering, weil man mit jedem Plättchen etwas anfangen kann.

Ebenfalls ab der zweiten Partie gibt es eine Lernkurve. Neue Leute im Spiel sind da eher chancenlos, doch das betrifft nur die erste Partie. Man begreift anhand der anderen Auslagen schnell, was man besser machen könnte. Und zumeist wird gern eine zweite Partie verlangt.

 

Fazit
„Akropolis“ ist schnell verstanden und hat ein angenehmes Spielgefühl. Wie die meisten Plättchenlegespiele ist es eher solistisch, was sich aber nach der ersten Partie verliert. Bei mir ist es bisher in jeder Runde gut angekommen, gerade auch mit Wenigspielenden. Weil es von der aktuellen Auslage abhängt, was ich taktisch machen kann, lässt sich keine finale Strategie fahren, deshalb spielt es sich eher locker als grüblerisch ohne banal zu sein.

Ich finde „Akropolis“ durch das Material, die Anleitung und den Spielspaß generationentauglich und empfehle es gern als Familienspiel auch mit ungeübten Spielenden. Die etwas kleinen Steinwürfelchen sollten kein Hindernis darstellen.

 

Bewertung / Test
+ schnell gelernt, Spielerhilfe unterstützt optimal
+ griffiges, übersichtliches Material
– Das Design ist Geschmackssache, mich spricht es nicht an

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Akropolis (2022)

Spielidee: Jules Messaud
Grafik: Pauline Détraz
Verlag: Kobold Spieleverlag
Anzahl der Spielenden: 2 – 4
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja, alles ist gut zu greifen. Farben sind gut zu unterscheiden. Hoher Spielspaß bei leichtem Einstieg

 

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