Der Geist im Küchenschrank – Mystery Games: Der verfluchte Geburtstag von Ravensburger (Rezension)

Der verfluchte Geburtstag | Kooperatives Spiel | ab 12 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Inka & Markus Brand | Ravensburger | generationentauglich 

Die betagte Lady Hampton hat wohl keine andere Wahl. Sie möchte im Kreis ihrer Gäste ihren Geburtstag feiern, doch in ihrem luxuriösen Landhaus spukt es. Das ist natürlich ein richtiger Partystimmungskiller. Also ruft sie uns, die Geisterjäger, um dem Spuk vor Ort ein Ende zu setzen. Who you gonna call? GHOSTBUSTERS!

Ein bisschen sieht der Stil so aus, als würde er die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts imiitieren.
Dann lasst uns mal der alten Dame helfen.

 

Das Spiel
Mystery Games: Der verfluchte Geburtstag
ist ein kooperatives Spiel von Inka & Markus Brand und bei Ravensburger erschienen. Es ist für 2-4 Spielende geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.

In irgendeiner der vielen Schubladen hat er sich versteckt, der Meistergeist. Er ist unser Gegenspieler, ihn wollen wir finden. Dazu stöbern wir als Team durch die vielen Zimmer des dreistöckigen Landhauses. Wir suchen dort nach Schlüsseln. Warum möchte ich euch nicht verraten, denn „Der verfluchte Geburtstag“ bietet viele Überraschungen, spannende Begegnungen und unerwartete Wendungen. Von mir erfahrt ihr nichts.

Die Schlüssel sind als doppelseitige Kartonmarker gestaltet
Ist das der Schlüssel, mit dem wir dem Schurken das Handwerk legen?

 

Immer wieder treffen wir bei unserer Suche auf die angereisten Gäste. Manche beäugen uns bei unserer Arbeit missmutig, manche verwechseln uns mit dem Service-Personal und wollen, dass wir sie bedienen, und Mr. Grand, der Butler von Lady Hampton, macht keinen Hehl daraus, dass er uns am liebsten vor die Tür setzen würde. Die Vorzeichen, um den Meistergeist finden in Ruhe zu können, sind einfach miserabel. Und dann ist da noch der Zeitdruck, denn wir haben nur sechs Spielrunden Zeit, um ihn zu schnappen!

Über das, was wir in einer Runde in dem Landhaus so alles anstellen können, entscheiden zwei Würfel mit unterschiedlich farbigen Seiten. Die sind rot, grün, blau, weiß, schwarz und gelb. Auf verschiedenen Spieltableaus sind den Farben verschiedene Aktionen zugeordnet. Eins davon gehört alleine mir. Das benutze ich vor allem, um mich durch die drei Etagen der Villa zu bewegen. Auf den zwei allgemeinen Tableaus kann ich mit meinem Team Gegenstände organisieren, die Boni freischalten, die Geisterplage klein halten oder dafür sorgen, dass die langsam aufkeimende Panik unseres Teams zu managen.

Auf einem separaten Spieltableau schaltet das Team Gegenstände frei, die unterstützen
Was nehmen wir nur?

 

Jeder möglichen Aktion sind Würfelfarben zugeordnet. Ich kann also nicht frei Schnauze einfach entscheiden, was ich mit meinem Würfelergebnis mache, sondern es braucht Absprache und Koordination mit den anderen. Manche Aktionen sind unvermeidbar, um nicht zu scheitern, andere wären einfach toll, und irgendwie spürt man ganz schnell: alles geht nicht! Also muss man gemeinsam planen, wozu man die Ergebnisse einsetzt.

Pro Runde hat man auch nur eine konkrete Anzahl an Aktionen. Wie viele es sind, hängt von der Anzahl der Personen ab, die mitspielen. Und manchmal müssen wir sogar Aktionen opfern, um im Spiel bleiben zu können. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass wir „Der verfluchte Geburtstag“ zu zweit, zu dritt und zu viert gespielt haben. Aber nur in der Vollbesetzung waren wir erfolgreich und konnten Lady Hamiltons Problem lösen.

Habe ich eine Aktion ausgewählt, lege ich einen Marker darauf. Dann ist sie bis auf Weiteres nicht mehr verfügbar.
Rot, Grün und Gelb können noch zum Laufen genutzt werden. Der Rest ist schon abgehakt.

 

Eins ist klar: Wer sich nicht ausreichend im Haus umschaut, wird die Geisterplage nicht erledigen können. Dazu investiert man seine Aktionen in Bewegung durch die drei Etagen des Hauses. Erreicht man eine Tür, dreht man das dort liegende Plättchen um. Vielleicht hat man direkt Glück und findet einen der wichtigen Schlüssel. Es kann aber auch sein, dass ihr einen Geist aufschreckt, der euch ab sofort das Spiel-Leben erschwert. Oder aber es wird Zeit für das Geschichtenbuch! Jetzt wird es spannend.

Das Geschichtenbuch gibt es analog oder digital.
Lesen oder lesen lassen – eigentlich gar keine Frage, denn digital ist cooler.

 

Jemand aus dem Team liest den entsprechenden Textabschnitt vor. Das können kurze, stimmungsvolle Dialoge sein, man trifft auf die geladenen Gäste oder entdeckt vielleicht einen Raum, von dem man noch gar keine Ahnung hatte, dass es ihn gibt. Auf jeden Fall gilt immer, dass man die Anweisungen des Textes komplett befolgen muss. Optisch ist es eher funktional als hübsch. Wer es schicker haben will oder nicht selber lesen möchte, sollte sich die kostenlose Mystery-App auf sein mobiles Endgerät laden. Die ist kinderleicht zu bedienen und bietet ein dickes, fettes Plus an Stimmung. Außerdem spart sie lästiges Blättern im Geschichtenbuch. Also unbedingt nutzen für ein runderes Spielerlebnis.

Eine Priorität muss in jeder Runde darauf liegen, mit den Würfeln den Meistergeist zu bändigen. Dazu braucht es vor allem schwarze oder weiße Würfelseiten. Wie gut, dass man aber auch noch wertvolle Spiegelmarker organisieren oder finden kann, denn in diesem Spiel können Geister ihr eigenes Spiegelbild nicht ertragen. So wie bei mir morgens im Bad. Schafft man es in einer Runde nicht, die Forderungen des Meistergeists zu erfüllen, scheitert das Team sofort!

Die Ablage der Geister ist gleichzeitig der Rundenzähler.
Schon eine Nummer fieser als Huibuh!

 

Übrigens ist es leichter das Spiel zu verlieren als zu gewinnen! Bekommen wir den Meistergeist nicht in den Griff, verlieren wir. Steigen wir zu hoch auf der Panikleiste, verlieren wir. Sammeln wir zu viele X-Marker, die unsere Aktionen reduzieren, verlieren wir. Das klingt vielleicht niederschmetternd, ist aber alles gut balanciert und eher eine Motivation, um miteinander zu harmonieren. Wir gewinnen, wenn wir einwandfrei herausfinden können, über welchen Schlüssel wir zum Meistergeist gelangen. Nicht nur, dass wir dann das uns gemeinsam auf die Schultern klopfen können, es wartet auch noch eine überraschende Belohnung auf uns. Da ist eine mysteriöse Schachtel, in der wir – ENDE DER REZENSION!

 

 

Fazit
„Mystery Games: Der verfluchte Geburtstag“ ist ein wirklich gelungenes kooperatives Spiel aus dem Ideen-Pool der Exit-Profis Inka und Markus Brand. Es steckt voller gelungener Ideen und besticht durch sein sehr einfaches Spielprinzip, das aber eine Fülle an Entscheidungen und Optionen anbietet. Die Audio-App macht das Erlebnis nicht nur dichter in der Stimmung, sondern unterstützt auch in der Handhabung der Begegnungen, die durch das Geschichtenbuch ausgelöst werden.

Die App unterstützt das generationenübergreifende Spielen sehr. Textgröße und Lesekompetenz spielt dann in der Gruppe keine Rolle mehr. Überhaupt sehe ich keine Einschränkung, warum nicht Jung und Alt an „Der verfluchte Geburtstag“ gemeinsam Spaß haben sollten. Wer mit den Papp-Markern Probleme haben sollte, sie aufzunehmen, findet sicher in seinem Team helfende Hände. Die kann man übrigens auch beim Aufbau gebrauchen, denn der ist ein bisschen lästig, bis alle Plättchen verteilt, die Marker sortiert und die Begegnungskarten vorbereitet sind

Natürlich verliert auch „Mystery Games: Der verfluchte Geburtstag“ an seinem Reiz, wenn zum ersten Mal alle Geheimnisse des Hauses gelüftet sind, der Geist besiegt ist und man in die mysteriöse Schachtel schauen kann. Und doch bietet das Spiel genügend Abwechslung, um es immer wieder zu spielen. Das liegt zum einen daran, dass die Plättchen stets neu zufällig verteilt sind, und man so nicht weiß, was hinter der Tür wartet. Zum anderen haben die Macher ein kluges Zufalls-System eingearbeitet, das den Ausgang von Begegnungen im Spiel verändert und somit Varianz bietet. Einfach mal nach einer Pause von zwei oder drei Wochen wieder aufbauen und neu Spaß haben.

Wie schon angedeutet, fiel uns das Lösen des Spiels leichter, als wir zu viert waren. In den anderen Besetzungen scheiterten wir. Das wird aber auch daran gelegen haben, dass wir aus den ersten Partien den ein oder anderen strategischen Vorteil schöpfen konnten. Auf jeden Fall hätte ich große Freude daran, wenn nach „Mystery Games: Der verfluchte Geburtstag“ noch weitere Fälle in dieser Serie folgen würden. Die Exit-Reihe zeigt ja, was alles an kreativem Potential in dem Autoren-Ehepaar steckt!

 

Bewertung / Test
+ einfache Regeln mit vielen Entscheidungen
+ Wiederspielbarkeit durch variablen Spielaufbau gegeben
+ App-Unterstützung macht es das Spiel einfacher und atmosphärischer
– Aufbau dauert ein bisschen

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kooperative Spiele”

  • ... Altersgruppe 12 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Mystery Games: Der verfluchte Geburtstag (2021)

Spielidee: Inka & Markus Brand
Grafik: Markus Erdt
Verlag: Ravensburger
Anzahl der Spielenden: 2-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Das geht sicher im Zusammenspiel auch schon mit jüngeren Kindern.
Spieldauer: ca. 60-90 Minuten

Generationentauglichkeit: Man muss schon noch jede Menge Fingerfertigkeit aufbringen und auch Geduld, um ziel sicher durch die Etagen des Landhaus zu kommen. Wenn man sich aber gegenseitig unterstützt, wird das schon klappen.

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen weiter verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen