Wer verkackt sein Kind am besten – Arschlochkind von Kampfhummel

Arschlochkind | Gruppenspiel | ab 16 Jahren | 2 bis 6 Spielende | Angela Vögtli und Jerome Müller | Kampfhummel | pädagogisch nicht wertvoll 😉

2019 haben wir dieses Spiel auf der Messe erhalten. Seitdem versuchen wir es zu rezensieren. 2,5 Jahre sind vergangen, ohne Rezension. Peinlich. Jetzt glaubt ihr vielleicht, wenn ein Spiel so spät rezensiert wird, kann es ja nicht besonders gut sein. Falsch gedacht!
Das Spiel war seit 2019 ständig unterwegs! Wir haben einen Spieleverleih im Verein und so drehte „Arschlochkind“ eine Runde nach der anderen. Immer, wenn es wieder zurückgeben wurde und wir dachten, JETZT können wir uns der Rezension widmen, war es *schwups* schon wieder weg. So schnell konnten wir gar nicht schauen.
Es wurde dem Spiel natürlich nicht gerecht, dass so lange nicht darüber geschrieben wurde. Daher haben wir es uns jetzt gekrallt, es hoch und runter gespielt und hier ist sie nun: die schon lange nötige Rezension. Viel Spaß beim Lesen.

Ein Bild der Spielverpackung


Das Spiel
Arschlochkind ist ein Spiel von Angela Vögtli und Jerome Müller, das bei Kampfhummel erschienen ist. Es kann mit 2-6 Personen gespielt werden und ist ab 16 Jahren geeignet. Wenn der Ablagestapel bei Bedarf gemischt wird und du Zeit zum Spielen mitbringst, ist Arschlochkind aber auch problemlos mit bis zu 10 Personen spielbar. Charakterkarten gibt’s genug.

Kindererziehung ist schwer. Das wissen alle, die Kinder haben. Nach der trotzigen Kleinkindphase folgt meist die neunmalkluge Schulkindphase. Die ist natürlich nichts gegen die allseits gefürchtete Pubertät. Wer nun denkt Kinder zu sozialen Menschen heranzuziehen, sei eine Herausforderung, hat noch nicht das Gegenteil versucht. Oder glaubst du, dein Kind zum größten Arschloch mutieren zu lassen, sei einfach? Dann hast du noch nicht „Arschlochkind – Wer verkackt sein Kind am besten“ gespielt. Dass das Spiel einen Sinn für schwarzen Humor voraussetzt, ist selbstverständlich. und los geht’s mit der Kinder-Verziehung.

Bild von drei Kinderkarten. Z. B.: "Besserwisser - wieso sind alle anderen so doof?"
Charakterkarten der Kinder

 

Wer mitspielt, nimmt sich eine der eher weniger charmanten Kinder-Charakter-Karten, zieht drei Handkarten und startet in Phase 1, dem Kleinkindalter. Wenn du dran bist, ziehst du immer eine Karte vom Stapel, darfst dann eine Handkarte mit der Auslage tauschen und eine Aktionskarte spielen. Vor allem aber musst du eine Erziehungskarte spielen. Diese verändern die Charakter-Werte der ausliegenden Kinder nach oben oder unten. Du magst den größten Arsch heranziehen, also versuchst du , dass die Werte deines Kindes möglichst weit ins Minus rutschen.

Bild einiger Karten. Z. B. Aktionskarte: Masernausbruch - Eine Spieler Deiner Wahl muss eine Runde aussetzen
Grün: Aktionskarten (sieht hier aus wie blau) – Lila: Abwehrkarten

 

Natürlich erziehst du nicht nur dein eigenes Kind, sondern versuchst in die Erziehung deiner Mitstreitenden am Tisch hineinzupfuschen. Dafür gibt es Erziehungskarten, die ekelhaft lieb und positiv sind.
Es ist aber mitnichten so, dass alle machen können, was sie wollen. Du kannst dich natürlich auch wehren. Dafür gibt es tolle Aktionskarten im Stapel.

Bild eines Kindes mit neuer Erziehungskarte: "ist bereits zum zweiten Mal auf Entzug".
Kind mit einer Erziehungskarte und somit geänderten Werten

 

Sind vier Runden gespielt, gibt es eine Zwischenwertung. Alle zählen die Werte ihres Kindes zusammen und notieren diese. Dann startet auch schon die nächste Phase, schließlich wachsen die kleinen Monster recht schnell. Nach Phase 2, der Schulkindphase, folgt Phase 3, die Teeangerphase. Zum Schluss des Spiels werden die Werte aller Phasen addiert und das finale Arschlochkind ermittelt. Herzlichen Glückwunsch, du hast besonders prima in der Erziehung versagt.

Dem Spiel liegen übrigens auch Trinkregeln bei. Wer den Namen eines Kindes vergisst, darf sich einen Schluck genehmigen. Wir haben diese Regeln nicht getestet, weil es in unserer Begegnungsstätte keinen Alkohol gibt, aber wir hatten auch so reichlich viel Gaudi, wie man hier in Bayern so schön sagt.

Kind mit Erziehungskarte: "Weint nicht, wenn er/sie auf die Fresse fällt"


Fazit
„Arschlochkind“ ist nur etwas für Gruppen mit Sinn für schwarzen Humor. Das begründet auch, dass das Spiel erst ab 16 Jahren geeignet ist. Wir outen uns an dieser Stelle und vermelden, dass Schwarze-Humor-Spiele bei uns im Verein geliebt werden <3 . Wir hatten bisher etliche Runden Freude daran. Wir, die es getestet haben, und auch all die, die sich „Arschlochkind“ ständig ausgeliehen haben 😉 (Danke fürs Zurückbringen).

Der Spaß am Spiel war also riesig. Besonders witzig ist es natürlich, wenn die selbst erfundenen Namen der Kinder ebenso immer wieder vorgelesen werden, wie die Texte auf den Karten. Denn die sprühen nur so vor Humor und Witz. Nachdenklich wurde ich nur, als ein Kind nach mir benannt wurde (Die Streberin Petra) – was soll mir das nun sagen? Es war tatsächlich die witzigste aller Runden, denn Spaß muss schließlich sein.

Bild von Erziehungskarten aus Phase
Karten der Schulkindphase

 

Gut gefallen hat uns auch die Idee der transparenten Karten. Mit diesen wird Karte für Karte auf das Kind gelegt und mal diese und mal jene Werte abgedeckt. Nicht immer wandeln sich alle Werte zum Vorteil – während sich der eine verschlechtert, wird ein anderer besser. Also muss schon ein wenig überlegt werden, welche Karte auf das eigenen Kind ausgespielt wird.

Auch die Mitspielenden dürfen niemals außer Blick geraten. Toll ist, dass selbst das größte Arschlochkind neben an noch zum Lieblingskind herangezogen werden kann, wenn nur die passende Karte auf der Hand ist. Und es macht schon mächtig Spaß, den anderen in die Erziehung zu pfuschen. Das kennen ja die meisten Eltern aus dem realen Leben, nicht wahr? Und dass die Karten von Phase zu Phase immer „heftiger“ werden ist natürlich logisch und ganz der natürlichen Entwicklung von Kindern angepasst. Langeweile kommt da auf jeden Fall nicht auf.

Bild von Karten aus Phase 3.
In der Teenagerphase geht es schon mehr zur Sache

 

Dass wir meist mit mehr als 6 Personen gespielt haben zeigt, wie sehr wir das Spiel empfehlen.
Also los – trau dich – vielleicht ist Kindererziehung doch nicht so schwer ;)?

 

Bewertung / Test
+ witzige Grafik
+ tolle Idee der transparenten Karten
+ Spaß ist garantiert (außer du bist schwarz-Humor-befreit)
+ prima für Gruppen bis 10 Personen

(Eine Rezension von Petra Fuchs)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)


ACHTUNG – hier geht es zu unserem YouTube-Kanal:
Spielecafé der Generationen – Jung und Alt Spielt – YouTube

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe 16 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre

Arschlochkind (2019)

Spielidee: Angela Vögtli und Jerome Müller
Grafik: Brainfart.ch
Verlag: Kampfhummel
Anzahl der Spielenden: 2-6 Personen (wir sagen bis 10 Personen)
Altersempfehlung Verlag: Ab 16 Jahren
Spieldauer: 60-90 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja, aber definitiv nur, wenn alle diese Art Humor lieben. Bei uns haben auch 80-Jährige ihre helle Freude daran gehabt ;). Für Kinder ist es natürlich nichts. Die bekommen Alpträume und Angst vor ihren Eltern ;).

Pädagogisch wertvoll: Das Spiel ist der Inbegriff der Antipädagogik 😉

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen weiter verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen