Zugüberfall im Wilden Westen – Colt Express von Ludonaute/Asmodee (Rezension)

Colt Express | Familienspiel | ab 10 Jahren | 2 bis 6 Spielende | 30-40 Minuten | Christophe Raimbault | Ludonaute/Asmodee

Hände hoch, das ist ein Überfall! Diesen Satz möchte wirklich niemand im wahren Leben hören. Auf dem Spielbrett schlüpfen wir nun aber in die Rolle von Ganoven, die harmlose Zivilisten in einem Zug im wilden Westen überfallen. Ob mir Colt Express gefallen hat, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Zu sehen ist Colt Express mit dem gesamten Spielmaterial.
Colt Express (Ludonaute, Asmodee)

 

Das Spiel
Colt Express von Christophe Raimbault erschienen bei Ludonaute (dt. Vertrieb Asmodee) ist ein Familienspiel ab  10 Jahren für 2-6 Spielende. Ziel des Spiels ist es, am Ende der, bzw.die Ganov:in mit der wertvollsten gestohlenen Beute zu sein.

Zu sehen ist der Zug aus Colt Express.
Tut, Tut. Hier kommt die Eisenbahn.

Zu Beginn erhält jede Person einen eigenen Start-Charakter samt Kartendeck, Patronenkarten und Charakter-Tableau. Jeder Charakter hat eine individuelle Fertigkeit, die es  leichter machen soll, unschuldige Zugfahrgäste oder die Mitganoven auszurauben. Die Kartendecks sind bei allen gleich aufgebaut und ermöglichen folgende Aktionen:

  1. Schießen: Im Zuginneren darf in den benachbarten Waggon gefeuert werden. Auf dem Dach darf beliebig weit geschossen werden, allerdings nur auf Banditen, zu denen Blickkontakt besteht.
  2. Horizontale Bewegung: Im Zuginneren Bewegung in den vorderen oder hinteren Waggon. Auf dem Zugdach darf sich bis zu 3 Dächer weiter bewegt werden.
  3. Vertikale Bewegung: Es darf vom Waggon aufs Dach oder vom Dach in den Waggon gewechselt werden.
  4. Schlagen: Steht ein:e Mitspielende mit im Waggon, kann diese:r geschlagen werden und muss ein Beutestück der Wahl fallen lassen.
  5. Beute aufsammeln: Ein Beutestück, das auf dem Boden liegt, darf aufgesammelt werden.
  6. Marshall bewegen: Der Marshall darf um jeweils einen Waggon nach rechts oder links bewegt werden. Er bleibt immer im Zug und steigt nie aufs Dach. Bewegt er sich in einen Waggon, in dem Ganoven stehen, erhalten diese eine Patronenkarte von ihm und flüchten sich auf das Dach.
Zu sehen ist der Spielaufbau von Colt Express für 4 Spielende.
Spielaufbau für 4 Spielende

Abhängig von der Mitspielendenanzahl wird der Zug mit unterschiedlich vielen Waggons aufgebaut sowie das Runden-Deck zusammengestellt. Jedes Spiel läuft über 5 Runden und in jeder dieser Runden bestimmt eine zufällige Karte, wie viele Aktionen die Spieler haben und ob gegebenenfalls etwas Besonderes passiert. In den Zugwaggons wird die jeweilige Beute sowie die Figuren aller Mitspielenden und des Marshalls platziert. Jetzt kann es losgehen.

Zu sehen ist ein Spielenden-Tableau mit allen Handkarten.
Die Ausstattung für jeden Spielenden.

Der Reihe nach legt jede Person die eigene Aktionskarten auf den Aktionskartenstapel aus. Wichtig hierbei ist, dass diese Aktionen nicht sofort ausgeführt werden, sondern dass sie geplant bzw. programmiert werden und erst alle am Ende nacheinander abgehandelt werden. Normalerweise werden die Aktionskarten offen abgelegt, sodass wir sehen können, was unsere Mitspielenden tun. Allerdings gibt es bestimmte Charakterfähigkeiten, die auch verdecktes Ablegen ermöglich sowie das Fahren des Zuges durch einen Tunnel (auf den Aktionskarten). Statt Aktionskarten abzulegen, können auch 3 weitere Handkarten nachgezogen werden.

Haben alle ihre Aktionskarten abgelegt, handelt die aktive Person nun die Aktionen der Reihe nach ab. Und jetzt wird es chaotisch, denn viele Aktionen bedingen sich gegenseitig und sind dann doch oft gar nicht so wie geplant möglich.  Da gehen Schüsse oder Schläge ins Leere, die sicher geglaubte Beute, liegt gar nicht mehr da, wo ursprünglich vermutet und so weiter.

Zu sehen sind die Patronenkarten des Marshalls von Colt Express.
Bloß nicht von anderen angeschossen werden.

Dann startet die nächste Runde mit einer neuen aktiven Person. Jede zieht neue Aktionshandkarten nach (auf 6 Handkarten) und hierbei kann es durchaus vorkommen, dass unser Deck verstopft ist, wenn wir zu oft von anderen angeschossen wurden. Jedes Mal wenn man von Mitspielenden oder dem Marshall angeschossen wurde, landet eine Patronenkarte von der schießenden Person in unserem Deck.  Gewonnen hat am Ende, wer mit der wertvollsten Beute. Hierbei gibt es Diamanten (Wert 500), eine Geldkassette (Wert 1000), die sich zu Beginn des Spiels beim Marshall vorne in der Lokomotive befindet sowie Geldbeutel  (Werte 250 – 400). Die Beutel liegen immer verdeckt aus, sodass man nie den genauen Wert kennt. Wenn ich einen Mitstreitenden verprügelt und so eine Beute abnehme, darf ich entscheiden, welches Beutestück der-:diejenige fallen lassen muss.  Außerdem können 1000 Punkte über den Revolver-Held gesammelt werden, indem am Spielende alle 6 eigenen Patronen verschossen wurden.

Zu sehen sind die Beuteplättchen aus Colt Express.
Das Ziel aller Ganoven.

 

Fazit
Colt Express landet „trotz seines Alters“ regelmäßig bei uns auf dem Tisch. Es eignet sich sowohl für Einsteigende als auch Spielerfahrene, da es durch das immer entstehende Chaos einfach wahnsinnig viel Spaß macht. Die Regeln sind sonderlich schwer und das Spiel ein super Vertreter für den Programmiermechanismus.

Zu sehen sind alle Charaktertableaus von Colt Express.
Diese Charaktere stehen zur Auswahl.

 

 

Bewertung / Test
+ tolles haptisches Erlebnis
+ Interaktion zwischen den Mitspielenden
+ super Beispiel für Programmiermechanismus
+ unterschiedliche Charaktere
– Fähigkeiten der Charaktere zum Teil etwas ungebalanced

(Eine Rezension von Sarah Eischet)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
4.4

Colt Express

Spielidee: Christophe Raimbault
Grafik: Ian Parovel, Jordi Valbuena
Verlag: Asmodee
Anzahl der Spielenden: 2 bis 6 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10  Jahren
Spieldauer: 30-40 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja. Die Regeln sind schnell erklärt und nicht schwer. Es bietet genau die richtige Mischung aus Glück und Taktik. Lediglich die kleinen Symbole im Zug können Probleme für Menschen mit Seheinschränkungen machen.

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