Nur ein bisschen wild – Just Wild von Helvetiq (Rezension)

Just Wild | Familienspiel | ab 8 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Marco Franchin | Helvetiq | generationentauglich

Es ist auffällig, dass Spiele mit den Themen Natur und Tiere gerade stark im Trend liegen. „Just Wild“ geht da mit und zaubert uns Luchse, Steinböcke, Bären und Wölfe in die Kartenhand. Schauen wir uns mal an, was wir damit machen.

80 bunte Karten und gleichfarbige Marker - das ist Just Wild
Spiele mit Naturthema sind im Trend – Just Wild

 

Das Spiel
Just Wild
ist ein Familienspiel von Marco Franchin und bei Helvetiq erschienen. Es ist für 2-4 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Bei „Just Wild“ wollen wir durch das Anlegen unserer Karten das größte sichtbare Gebiet in unserer Spielfarbe bekommen. Dabei kann ich die ausliegenden Karten der anderen Personen überdecken, wenn ich passende Zahlen ablegen kann.

Wer mitspielt, bekommt einen Stapel von zwanzig Karten einer Farbe und fünf passende Chips. Mischt eure Karten und nehmt drei davon auf die Hand. Der Rest liegt als Nachziehstapel bereit. Legt zum Abschluss der Vorbereitungen eine Karte vom Stapel in die Mitte neben die der anderen, sodass ein buntes Rechteck entsteht. Jede Karte zeigt zusätzlich zur Farbe eine Tiersorte. Auf Lila ist ein Schneefuchs, Gelb hat den Luchs als Motiv. Wer mit Rot spielt, spielt mit dem Bären und der Steinbock ist auf den blauen Karten. Die Illustrationen sind subjektiv schon sehr flauschig und gehen direkt übers Auge ins Herz.

In der Spielmitte liegen vier unterschiedliche Farbkarten mit Werten nebeneinander
Und schon fertig aufgebaut.

 

Eure Karten sind zweigeteilt wie Dominosteine. Deswegen haben sie auch eine eher untypische Form, an die man sich erst einmal ein bisschen gewöhnen muss. Außerdem pieken sie in der Hand, weil sie spitze Ecken haben. Ja, ich weiß, ich sollte mich nicht so anstellen. Beide Kartenhälften zeigen den gleichen Zahlenwert. Der geht von 1-10. Wenn ich an der Reihe bin, muss ich mit einer meiner Handkarten zwei nebeneinander ausliegende unterschiedliche Kartenhälften überdecken. Die Zahl auf meiner Karte muss dabei der Summe der überdeckten Werte entsprechen. Liegen da also eine 1 und eine 5 nebeneinander, kann ich sie mit einer 6 überdecken. Im Anschluss ziehe ich nach. Soweit ist alles klar.

Da die Karten ja aber Werte von 1-10 haben, kommt es häufig vor, dass die Summe der Zahlen, die ich überbauen soll, eine Summe von 11-20 ergeben. 9 und 7 macht nun mal 16. Dann spiele ich zuerst wieder eine 6 aus der Hand offen aus und überbaue wie gewohnt. Meine Karte mit dem Wert 6 übernimmt den Wert der Einerstelle. Dazu kommt jetzt aber, dass ich eine Karte von meinem Nachziehstapel quasi als „zusätzlichen Zehner“ dazu packen muss, um auf die geforderte Summe von 16 zu kommen. Die neutrale Kartenrückseite baue ich irgendwo an. So wächst unsere gemeinsame Spielfläche. Auch die Rückseiten haben Zahlenwerte. Damit entstehen neue Möglichkeiten zum Anlegen. Aber wozu habe ich die Chips?

Die Chips liegen auf Karten mit Tierjungen. Da kann niemand mehr überbauen.
Ein Marker stoppt das Überbauen.

 

Manche meiner Karten haben zusätzlich noch ein Tier-Junges abgebildet. Spiele ich eine solche Karte aus, kann ich auf den entsprechenden Teil einen meiner Chips darauflegen. Dann wird die Karte geblockt und kann nicht mehr überbaut werden. Das engt die anderen nicht nur in der Vielfalt ihrer Züge ein, sondern bringt am Schluss auch sichere Punkte. Habe ich aber alle Marker rausgeballert, entfällt diese Option.

Es kann auch sein, dass ich nicht aus der Hand spielen kann oder will. Dann wähle ich eine meiner Handkarten und lege sie verdeckt an. So spielen wir reihum und vergrößern, überdecken und färben ein.

„Just Wild“ endet in der Regel für alle zu einem anderen Zeitpunkt. Gespielt wird nämlich, bis mir die Karten ausgegangen sind. Dann zähle ich alle zu diesem Zeitpunkt sichtbaren Halbkarten in meiner Farbe und kenne mein Endergebnis. Wenn die anderen dann auch keine Karten mehr haben, ist das Spiel vorbei und wir vergleichen die Ergebnisse. Wer mehr Punkte hat, gewinnt.

 

Fazit
„Just Wild“ ist ein unkompliziertes Kartenlegespiel, das vor allem in einer Runde mit zwei Leuten ganz schon strategisch werden kann. Dann beäugt man sehr genau, was die andere Person macht und wählt gezielt Karten von der eigenen Hand. Im Spiel zu dritt oder viert wird „Just Wild“ eher zu einem Reagieren auf das, was sich dann in diesem Moment gerade entwickelt hat. Dann ist es auch sehr unterhaltsam, aber das taktische Moment kommt nur reduziert rüber.

Für das Spiel ist das Tierthema völlig belanglos, aber ich lasse mich gern von den hübschen Farben und Illustrationen bezaubern. Es sieht einfach schön aus und entspannt mich. In meiner Sicht ist es ein wunderbares Kaffeetisch-Spiel, bei dem sich die Familie trifft, um zu quatschen und zu spielen. Im Anhang der Anleitung stecken übrigens noch Augen öffnende Infos zu bedrohten Tierarten. Leider finden wir dort unsere Tiere aus dem Spiel wieder. Also ein bisschen mehr Bewusstsein für Artenschutz entwickeln und auf unsere Tierwelt achten, und wenn es nur bei einer Partie „Just Wild“ ist.

 

Bewertung / Test
+ süß und bunt illustriert
+ leichte Regeln
+ gutes Spiel zu zweit
– verliert bei mehreren Personen die Planbarkeit

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Just Wild (2021)

Spielidee: Marco Franchin
Grafik: Salomé Gauthier
Verlag: Helvetiq
Anzahl der Spielenden: 2-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: ca 20 Minuten

Generationentauglichkeit: Ich glaube, dass sowohl die Marker, die Karten und die Symbole darauf das generationenübergreifende Spielen ermöglichen sollten.

 

 

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