Auf in den Kampf, ihr Tölpel! – Dungeon Fighter (2. Edition) von Horrible Guild (Rezension)

Dungeon Fighter | kooperatives Familienspiel | ab 8 Jahren | 1 bis 6 Spielende | ab 8 Jahren | Horrible Guild| pädagogisch wertvoll | generationentauglich

Wir alle waren wohl schon unzählige Mal in unserem Brettspiel-Hobby in einem Dungeon gefangen. Man könnte diese meistens nicht besonders einladenden Höhlensysteme wohl schon fast als unser zweites Zuhause bezeichnen. Einen Weg raus an unzähligen Feinden vorbei zu finden war noch nie besonders einfach. Doch jetzt hat das Ganze ein neues Level erreicht. Als nur auf das Geld versessene Amateure müssen wir uns mithilfe von Würfeln einen Weg in die Freiheit erkämpfen. Ach ja, ich hatte eine Kleinigkeit vergessen zu erwähnen: Würfel werden nicht wie üblich gerollt, wir müssen sie werfen und damit eine Schielzeibe treffen. Ups. Ob das Spaß macht? Ihr erfahrt es in dieser Rezension.

Zu sehen ist das Spiel Dungeon Fighter mit Verpackung und Inhalt.
Dungeon Fighter – hier gibts was auf die Mütze!

 

Das Spiel
Dungeon Fighter (2. Edition) ist ein kooperatives Familien-Geschicklichkeitsspiel von Aureliano Buonfino, Lorenzo Silva & Lorenzo Tucci Sorrentino
und bei Horrible Guild erschienen. Es ist für 1-6 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Ziel des Spiels ist es, sich gemeinsam bis zum Endboss vorzukämpfen und diesen zu bezwingen. Klingt leicht, ist es aber überhaupt nicht. Wir alle übernehmen die Rolle einer mehr oder weniger begabten Heldenfigur. Alle verfügen dabei über drei individuelle Fähigkeiten, die abhängig von der Würfelfarbe und dem Symbol, das wir erwerfen, im Kampf ausgelöst werden können. Aber Stopp! Ganz in Ruhe von Anfang an.

Zu sehen ist der Spielaufbau von Dungeon Fighter.
Spielaufbau für 4 Spielende

 

In der Mitte unseres Tisches müssen wir eine flach ausliegende Zielscheibe platzieren. Diese ist in unterschiedliche Zonen eingeteilt, die unterschiedlich viel Schaden an unseren Feinden verursachen, falls unsere Würfel darauf landen. Beim Werfen der Würfeln gilt eine Regel  zu jeder Zeit: Der Würfel muss mindestens einmal den Tisch berührt haben, bevor er auf der Zielscheibe landet. Weitere Regeln können im Verlauf des Spiels durch Waffen, zu bezwingende Feinde oder die Räume, die wir durchqueren müssen, dazu kommen.

Wir sind in einem Trampolin-Raum gelandet? Na da macht es doch Sinn, dass der Würfel während eines Sprungs unsere Hand verlassen muss. Sollte der Würfel dann eines der Heldensymbole zeigen, werden die eben schon erwähnten Sonderfähigkeiten getriggert, die für Heilung, mehr Schaden oder zusätzlichen Belohnungen sorgen können.

Zu sehen sind die Monsterkarten von Dungeon Fighter, denen man sich im Verlauf des Spiels stellen muss.
Verschiedene Feinde stellen sich uns im Dungeon in den Weg.

Sollten wir ein Monster besiegt haben, erhalten wir zur Belohnung Gold. Dieses können wir im Dungeon-Shop ausgeben. Den Shop besuchen wir immer automatisch, sobald wir 10-Handel-Symbole auf den Dungeon-Karten gesammelt haben. Was wir uns kaufen wollen, muss gut überlegt sein. Wir können uns zwischen Heilung, Gegenständen und weißen Würfeln entscheiden. Diese weißen Würfel sind vor allem für den Endkampf entscheidend.

Zu sehen sind die Dungeon-Karten, die den Weg unserer Held:innen-Gruppe bestimmen.
Verschiedene Räume bringen verschiedene äußere Umstände mit sich..

 

Denn sobald wir dreimal im Dungeon-Shop waren (im Verlauf des Spiels werden die Monster, denen wir uns stellen immer stärker, die Belohnung dafür aber natürlich umso größer), wartet der ultimative Endkampf auf uns. In diesem geht es um Ruhm oder Tod, oder in unserem Fall eher um Leben oder Tod. In der vorherigen Kämpfen durften wir uns nämlich immer rote, blaue und grüne Würfel zurückholen, falls wir unseren Feind damit nicht in die Knie gezwungen hatten. Das hat dann zwar alle in der Gruppe ein Leben gekostet, aber ein bisschen Schwund ist ja schließlich immer oder? Im Endkampf ist das allerdings nicht erlaubt. Hier müssen wir also so viele weiße Würfel wie möglich vorher gekauft haben, damit wir eine realisitsche Chance gegen die teuflischen Machenschaften unserer Feinde haben.

Zu sehen sind die Item-Karten, die im Shop zum besseren Kämpfen gekauft werden können.
Shopping Time!

 

Sollten wir im Endkampf keine Würfel oder Items, die uns weiterhelfen zur Verfügung haben, und das Monster lebt noch, haben wir natürlich verloren. Ebenfalls verloren haben wir, sobald alle Mitspielenden in einem Kampf k.o. geschlagen wurden. Ewige Schande über unsere toten Köpfe! Sollten nur einzelne Mitspielende k.o. gehen während eines Kampfes, aber es gibt noch tapfere Krieger:innen, die das Ganze zu Ende bringen können, erhalten die Geschlagenen eine Narbe und es geht munter weiter.

Zu sehen ist ein Charaktertableau mit einer Narbe.
Erhalten wir mehr als 3 Narben sind wir tot.

 

Fazit:
„Dungeon Fighter“ und ich – das war Liebe auf den ersten Blick. Selten hat mich ein Spiel in der ersten Partie so aus den Socken gehauen wie dieses kooperative Geschicklichkeitsspiel. Zugegeben, es braucht die richtige Gruppe, nämlich Leute, welche die thematische Umsetzung, die humorvollen Illustrationen, den Flufftext zu würdigen wissen und sich in die Tiefen dieses urkomischen Dungeons einsaugen lassen. Mit allen anderen Menschen macht „Dungeon Fighter“ zwar auch Spaß, vorausgesetzt man kann sich auf den großen Anteil an Geschicklichkeit, der gefordert wird, einlassen, aber seinen ganzen Charme kann es dann nicht entfalten.

Die Feinde sind zum Teil wirklich schwer zu besiegen, und wir haben das Spiel häufiger verloren als gewonnen. Trotzdem packen wir es gerne auf den Tisch, wenn uns nach etwas Seichtem und Abendfüllendem zu Mute ist, bei dem wir gemeinsam gegen das Spiel spielen. Für Zwischendurch taugt „Dungeon Fighter“ eher nicht, denn die Menge an nötigen Kämpfen, um bis zum Endboss vorzudringen, kann sich schon etwas hinziehen. Das ist auch um ehrlich zu sein mein einziger Kritikpunkt. Manchmal zieht sich eine Partie für das, was das Spiel sein möchte, doch ein wenig in die Länge. Aber an sich gibt es von mir eine ganz klare Empfehlung für alle, die gerne gemeinsam ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen wollen.

 

Bewertung/Test:
+ unterhaltsames Geschicklichkeitsspiel
+ super witzige Illustrationen in Kombination mit thematischen Fluff-Texten
– kann sich manchmal etwas in die Länge ziehen

 

(Eine Rezension von Sarah Eischet)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Dungeon Fighter 2. Edition (2021)

Spielidee: Aureliano Buonfino, Lorenzo Silva & Lorenzo Tucci Sorrentino
Grafik: Giulia Ghigini
Verlag: Horrible Guild
Anzahl der Spielenden: 1-6 Spielende
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren
Spieldauer: 45-60 Minuten

Generationentauglichkeit: Auf jeden Fall. Menschen jeden Alters können Würfel werfen, schnippen oder was auch immer, um Monster zu besiegen. Diese sind auch nicht so gruselig oder gemein gestaltet, dass Jüngere Angst bekämen. Lediglich der Text auf den Karten ist ein wenig klein gestaltet.

Pädagogisch wertvoll: Ja. Es wird Geschicklichkeit und kooperatives Zusammenarbeiten trainiert.

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