Brauen und Backen mit den richtigen Zutaten – Beer & Bread von Deep Print Games (Rezension)

Beer & Bread | Zwei-Personen-Spiel | ab 10 Jahren |  2 Spielende | Scott Almes |  Deep Print im Vertrieb von Pegasus 

Nach der Ankündigung auf dem Pegasus-Presseevent war ich auf diese Neuerscheinung sehr gespannt. Nach so einigen Partien kann ich sagen, die Erwartungen wurden erfüllt. Warum mir das 2-Personen-Spiel besonders gut gefällt, und wem es von Euch auch gefallen könnte, das lest Ihr in dieser Rezension.

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Beer & Bread ist ein 2-Personen-Spiel von Scott Almes und bei Deep Print erschienen. Es ist für 2 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Schon beim Aufbauen fühlen sich die Ressourcenmarker aus Holz und die schönen Illustrationenbei „Beer & Bread“ sogleich vertraut an. Beim Erfassen der Rahmendaten für diese Rezension wurde mir dann auch klar, warum! Die Illustrationen stammen von Michael Menzel. Den kennen wir von vielen anderen guten Spielen. Sein Stil wirkt sogleich vertraut.

Auf dem Spielplan sind zwei gegenüberliegende Dörfer abgebildet, zudem Felder für Ressourcen, die Jahresleiste und diverse Slots für Karten. Ab der zweiten Partie braucht man schon keine Anleitung mehr. Alles Wichtige steht auf dem Material. Wir spielen über acht Runden-Jahre, da wechseln sich fruchtbare Jahre mit trockenen Jahren ab. Das wirkt sich zum einen auf die Erträge auf den Feldern wieder, auf die beide Spielende zugreifen. Der wesentliche Unterschied besteht aber darin, dass wir in fruchtbaren Jahren die Karten tauschen, nachdem beide jeweils eine gespielt haben. In trockenen Jahren geschieht das nicht, dafür liegen drei Karten offen in der Auslage, die dem Tauschen dienen.

Teil des Spielplans mit Ressourcen und Karten

 

Die Karten haben mehrere Funktionen. Die obere Leiste bringt Ressourcen. Der Clou ist, dass beim Ausspielen einer weiteren Karte in dieser Funktion die obere(n) nochmals aktiviert werden. Die Begrenzung bringt der Lagerplatz und ob genügend Ernte auf den Feldern vorhanden ist. Kann ich nicht alle erhaltenen Ressourcen unterbringen, muss ich die übrigen gegenüber anbieten. Eine wichtige Feinheit: Bei dieser Gelegenheit und nur hier darf ich Ressourcen aus dem Lager entfernen. Der/Die Beschenkte darf das jedoch nicht, allerdings ist das Annehmen freiwillig.

Zwei Karten, die für die Beschaffung von Ressourcen verwendet werden

 

Die gelagerten Ressourcen benötige ich zum Erfüllen von Rezepten auf den blauen Bierkarten oder den braunen Brotkarten. Was aus dem Lager verwendet wurde,  kommt zurück in den Vorrat. Auch hier haben wir in der ersten Partie einen Fehler gemacht, der zudem unlogisch war. Wir haben sie auf die Felder zurückgelegt. So kommt es ja nie zu einem Mangel.

Spätestens beim Erfüllen der Rezepte finde ich heraus: Es ist gut, sich zu merken, welche Karten ich weitergegeben habe. Am besten habe ich zwei Rezepte weitergegeben, die ich erfüllen kann, weil ich eines davon im nächsten Schritt zurückbekomme. Aber das sind Feinheiten nach einigen Partien Erfahrung.

Für die Wertung ist es wichtig, gleichwertig zu brauen und zu backen. Das ist im Verlaufe einer Partie im Auge zu behalten.

 

Karte mit Rezeptur für Bierbrauen, passende Zutaten im Vorrat

 

Damit habe ich dann nun Entsprechendes hergestellt, aber noch nicht verkauft. Letzteres geschieht mit Hilfe der unteren Zeile der Karten. Sie zeigen einen Vorteil unter dem Symbol der Zugphase, auf das sie sich beziehen. Auf beider Spielseite befinden sich entsprechende Markierungen, wo ich die Karte passend unter den Spielplan schiebe. Das dient absolut der Übersicht. Gut ist es, sich so einen weiteren Lagerplatz zu beschaffen oder auch besondere Wertungen zum Spielende. Nutze ich eine Karte in dieser unteren Funktion, darf ich meine zubreiteten Karten von ihren Plätzen aufräumen und für die Wertung auf die Seite legen.

 

Jeweils eine Karte Bier und Brot verdeckt, es wird eine andere Karte unter den Spielplan geschoben
Der zugefügte Stern zeigt die gewählte Funktion der Karte.

In den fruchtbaren Jahren geschieht die Interaktion durch das Draften (das Tauschen) der Karten. In den trockenen Jahren kann ich besser planen, doch brauche ich immer wieder den Tausch einer Karte mit einer der drei ausgelegten Karten. Wer aufmerksam ist, kann das vorhersehen und mir die Karte vorher wegnehmen. Zudem kann es zum Mangel an einzelnen Zutaten kommen, die es gerade in einem trockenen Jahr schier unmöglich machen, etwas zu brauen oder zu backen. Es läuft nicht immer so fluffig, wie gewünscht. Das wäre ja auch zu einfach. Auf jeden Fall kann ich die unteren Funktionen der Karten nutzen, das ist auch immer gut.

Karten und Block für die Endabrechnung

 

Sind die acht Jahre durchgespielt, damit waren fast alle Karten im Spiel, kommt es zur Wertung. Dabei werden die Brot- und die Bierkarten getrennt betrachtet, der aufgedruckte Münzwert jeweils addiert. Dazu werden noch die eingesetzten Wertungskarten gerechnet. Die geringere Summe bei Bier oder Brot ist das Endergebnis. Es kommt also auf die gleichmäßig hohe Verteilung der Münzen an, nicht unbedingt auf die Anzahl der Karten.

Die Anleitung ist gut und hinreichend illustriert. Man muss halt einmal genau lesen. Dann sind die Abläufe nicht schwer zu verstehen. Das Material ist wertig und ich finde es ausgesprochen schön. Die Ressourcen sind gut zu unterscheiden, griffig, wenn auch nicht sonderlich groß. Gleiches gilt für die Schriften. Lediglich auf einzelnen Karten mit mehr Text ist die Schrift eher klein, ansonsten mit Schwarz auf beigem Grund gut lesbar. Die Symbole sind groß und ebenfalls gut unterscheidbar.

 

Fazit
Beer & Bread“ ist ein so richtig schönes Spiel für zwei Personen. Der Einstieg ist auch für Gelegenheitsspieler zu schaffen. Die sich im Laufe der Partien entwickelnde Spieltiefe lässt es mich aber eher als Kennerspiel einordnen. Das Beschaffen der Ressourcen, das Erfüllen der Rezepte und die durch Karten möglichen Optimierungen erfordern Vorplanung. Es ist aber auch möglich, das Spiel aus dem Bauch heraus zu gestalten.

Die Spielzüge verlaufen recht schnell, es gibt kaum Wartezeiten. „Beer & Bread“ spielt sich zunächst eher solistisch, doch mit Spielerfahrung nimmt die Interaktion zu. Auch wenn die Abläufe sich ähneln, hat es einen relativ hohen Wiederspielwert. Warum man in der deutschen Ausgabe den Titel auf Englisch belassen hat, erschließt sich mir nicht. Angesichts dessen, dass zunehmend auch englischsprachige Spiele im Handel zu finden sind, kann der Titel vom Kauf abhalten wenn man nicht genauer hinschaut.

Kinder ab 10 Jahren können Beer & Bread sicher erfolgreich spielen, für Senioren:innen könnte vielleicht die Komplexität dagegenstehen. Das hängt von der allgemeinen Spieleerfahrung ab, grundsätzlich sehe ich da keine Bedenken.

 

Bewertung / Test
+ hoher Wiederspielwert
+ logische, thematisch stimmige Abläufe
+ schön gestaltet

 

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“2-Personen-Spiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Beer & Bread (2022)

Spielidee: Scott Almes
Grafik: Michael Menzel
Verlag: Deep Print im Vertrieb von Pegasus Spiele
Anzahl der Spielenden: 2
Altersempfehlung Verlag: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten

Generationentauglichkeit: prinzipiell ja, solange die Komplexität nicht dagegen spricht

 

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