Soziales Deduktionsspiel und Stichspiel in einem – Shamans von Corax Games (Rezension)

Shamans | Familienspiel | ab 10 Jahren | ab 3 – 5 Spielenden | Cédrick Chaboussit | Corax Games 

Du bist ein Schamane erklärt uns die Anleitung. Dass dies nicht zwingend der Fall sein muss, um das Spiel gewinnen zu können, werden wir in den nächsten Runden herausfinden. Je nach Teilnehmendenzahl stehen sich bis zu drei Schamanen und zwei Schatten gegenüber. Wer zu welcher Gruppe gehört ist aber natürlich nicht bekannt, denn beide verfolgen unterschiedliche Ziele.

Schachtel, Karten und Marker auf dem Spielplan
Spielebox mit dem gesamten Material

 

Das Spiel
Shamans ist ein Familienspiel von Cédrick Chaboussit und bei Corax Games erschienen. Es ist für 3 – 5 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Dass „Shamans“ ursprünglich ein Kickstarter ist, kann man gut an der Qualität des Materials sehen. Die edle Box lässt schon erahnen, was mich im Inneren erwartet: tolle Karten und dicke stabile Marker sowie Tokens, dazu noch ein schöner Spielplan mit Glanzeffekt. Wow!

Spielplan mit dem schon vorgerückten Marker und angelegten gespielten Karten
Spielaufbau für drei Spielende

 

Leider ist die Farbwahl der Karten nicht so ganz gelungen. Einige Farben sind nicht wirklich gut auseinander zu halten, gerade wenn das Licht am Spieltisch nicht so hell ist . Glücklicherweise haben die Karten aber noch eine Symbolik, die zwar für Rechts- und Linkshänder geeignet ist, aber leider nur auf einer Seite. Das ist schade da die gespielten Karten am Spielbrett sortiert werden müssen. Da hätte ein Druck auf beiden Kartenseiten das Handling vereinfacht.

Hier bei gutem Licht sind die Karten noch zu unterscheiden, man muss aber schon genau hinsehen.
Kartenhand vor der Auslage und dem Plan

Im Spiel selbst geht es nun darum seiner jeweiligen Rolle, die in jeder Runde neu verteilt wird, gerecht zu werden, um so an die begehrten Siegpunkte zu kommen. Die Schamanen versuchen das Gleichgewicht im Spiel zu erhalten, die Schatten möchten dies verhindern, indem sie den Marker, der das Gleichgewicht symbolisiert, in Richtung Ende des Spielbrettes bewegen.
 

Großer Marker zur Anzeige des Gleichgewichtes, Artefakte mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Siehpunktmarker
Marker, Artefakte und Siegpunkte

Und all dies geschieht in Form eines Stichspiels, bei dem aber die gespielte Farbe nicht zwingend bedient werden muss. Das wäre zum Beispiel eine Möglichkeit der Schatten den Marker ans Ende zu bewegen, allerdings würde man sich damit auch direkt offenbaren. Weitere Möglichkeiten bieten die Artefakte, die man bekommen kann indem man die niedrigste Zahl der gespielten Farbe bedient. Durch diese Artefakte kann man verschiedene Effekte ausführen wie etwa Spieler eliminieren oder den Marker auf dem Spielfeld bewegen.

Diese Karten werden vor jeder Runde verdeckt verteilt und entscheiden über die Rolle die man spielt
Schamane- und Schattenkarten

Gespielt wird eine Runde so lange, bis alle Karten gelegt wurden, oder der Marker das Ende des Spielfeldes erreicht hat.
In der nächsten Runde werden die Rollen neu verteilt. Somit spielen wir zwar kooperativ, aber letzten Endes doch alleine für sich alleine. Denn sobald jemand der Spielenden 8 Siegpunkte erreicht hat, ist das Spiel gewonnen. Dies hatte in unseren Runden aber auch einen gravierenden Nachteil. Ist jemand kurz vor diesen acht Siegpunkten, spielt man nicht mehr so, wie die Rolle es eigentlich vorsieht, da man ja sonst seinen Mitspielenden zum Sieg verhelfen würde.

Fortgeschrittenes Spiel mit schon einigen gespielten Karten
Fortgeschrittene Auslage

 

Auch ist bei uns in allen Runden und egal in welcher Besetzung, ob mit drei, vier oder fünf Spielenden, aufgefallen, dass die Schatten es deutlich einfacher haben ihr Ziel zu erreichen. Sollte also jemand zwei- oder dreimal das Glück haben die Schattenkarten zu bekommen hat diese Person es deutlich einfacher das Spiel zu gewinnen.

Eine Generationentauglichkeit würde ich dem Spiel absprechen wollen. Es kommt zwar vollständig ohne Text daher, aber die unglückliche Farbwahl sowie die nicht eindeutige Symbolik sind für die Jüngsten sowie ältere Spielende nicht wirklich geeignet.

 

Fazit
„Shamans“ ist trotz der oben genannten Mängel ein schönes Spiel, mit dem wir unseren Spaß hatten. Es blieb auch selten bei einer Runde. Da die Spielzeit sich ja mit maximal 50 Minuten in Vollbesetzung in Grenzen hält, kann man auch über die Probleme hinwegsehen. Aber um höhere Weihen zu erhalten, hätte man die Balance mehr ausarbeiten müssen und die Farbwahl etwas besser abstimmen sollen.

Was uns auch nicht so gut gefallen hat, war der Aufwand den gespielten Stich am Brett zu sortieren. Dies ist zwar nicht ganz unwichtig um zu wissen, welche Karten noch im Spiel sind, hält aber immer etwas auf.

So bleibt es bei einem netten Spiel, das zwei Mechanismen miteinander auf Neue mischt und für ein paar Spielrunden zu gefallen weiß, mehr aber leider auch nicht.

 

Bewertung / Test
+ tolles Material
+ Soziale Deduktion und Stichspiel in einem
– Balancingprobleme
– unglückliche Farbwahl
– viel Sortieraufwand

 

(Eine Rezension von Marlon Heinz)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

Shamans von Corax Games (Rezension)
  • ... Altersgruppe bis 10 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe bis 50 bis 79 Jahre

Shamans (2020)

Spielidee: Cédrick Chaboussit
Grafik: Maud Chalmel
Verlag:  Corax Games
Anzahl der Spielenden: 3 – 5 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Ab 10 Jahren mit Hilfe
Spieldauer
: 30 – 50 Minuten

Generationentauglich: Ich finde es nicht tauglich, da die Farbgebung der Karten trotz Symbolik nicht für ältere Spielende geeignet ist

 

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