Pokern, Sammeln, Wertung beeinflussen – Die Schätze von Cibula von Boardgame Box (Rezension)

Die Schätze von Cibula | Familienspiel | ab 8 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Romaric Galonnier | Boardgame Box 

Zwei Mechaniken sind hier vereint: das verdeckte Bieten von Spielfiguren (hatte ich unlängst bei „Die Zukunft von Camelot“, das aber jünger ist) und das Abdecken von Wertungsoptionen (das kenn ich von „Njet!“, das zu Unrecht kaum bekannt ist). Daraus ergibt sich ein flottes Familienspiel, bei dem der:die Siegerin erst nach der Abrechnung feststeht.

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Die Schätze von Cibola ist ein Familienspiel von Romaric Galonnier und bei Boardgame Box erschienen. Es ist für  2 – 4 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Die Wertungstafel in der Tischmitte zeigt die Punktwertung verschiedener Schätze. Im Laufe der Partie werden Zahlen abgedeckt, so dass für die Wertung jeweils nur eine Punktezahl stehenbleibt. Die fünf Totemkarten, die zu Beginn aus zehn möglichen ausgelost werden, geben besondere Optionen. Im Wechsel werden Schatzkarten ausgesucht. Dabei ist es wichtig, auf die Sammelleidenschaften der Mitspielenden zu achten.

Spielaufbau

24 orangene Meeple werden zu Beginn unter den Spielenden aufgeteilt, das geht bei 2, 3 oder 4 Spielenden auf. Sodann liegen vier Schatzkarten aus der Stufe 1. Sind diese verbraucht, kommt Stapel 2 an die Reihe.

Gleichzeitig wählen die Spielenden eine Anzahl von Meeplen und zeigen den anderen eine geschlossene Faust. In der Anleitung ist es nicht erwähnt, aber es ist ratsam, die restlichen Meeple in der anderen Hand verdeckt zu halten. Die Mitspielenden könnten sich ansonsten ausrechnen, wie viele in der Faust liegen.

Haben alle ihre Fäuste vorn, werden sie geöffnet und dann verglichen. Wer die meisten Meeple geboten hat, darf zuerst eine Schatzkarte aussuchen. Bei Gleichstand entscheidet der Startmarker, bzw. die Sitzreihenfolge. Die gesetzten Meeple kommen in den allgemeinen Vorrat. Bei zwei Spielenden bekommt jede:r zwei Karten, bei drei Spielenden wird die übrige Karte abgelegt. Ab dem zweiten Zug ist es möglich, gar keine Meeple anzubieten. Wer dies tut, bekommt trotzdem eine Schatzkarte, erhält aber alle Meeple aus dem Vorrat. Möchten das mehrere Spielende, wird aufgeteilt.

 

Vier unterschiedliche Schatzkarten in der Auslage

Manche Schatzkarten haben oben ein Felssymbol. Wer diese Karte nimmt, darf ein Felsplättchen einsetzen und eine Wertung abdecken. Ist ein Totemsymbol abgebildet, darf eine der Totemkarten genommen werden. Unbeliebt sind die Totenmasken. Wer da die Mehrheit hat, bekommt Minuspunkte. Aber zum Einen ist es schier unvermeidbar, irgendwann Totenmasken zu bekommen. Andererseits können die Schatzkarten andere Elemente abbilden, die den Nachteil aufwiegen.

Vier Totemkarten, die zu Beginn ausgelost werden

Sind alle Karten verteilt, sollte auf dem Spielplan in jeder Spalte nur noch eine Zahl zu sehen sein. Nun wird ausgewertet. Bei den Idolen, also den goldenen Masken und bei den Totenmasken geht es um die Mehrheit, bei den drei anderen Schätzen wird pro Abbildung gewertet. Dabei können die erhaltenen Totemkarten die Wertung entscheidend beeinflussen.

Das Wertungsbrett am Ende einer Partie

Beide Elemente machen Spaß, können aber auch gleichzeitig ärgern: Das Sammeln und das gleichzeitige Einfluss Nehmen auf die Wertung. Vor allem ist es aber das Einschätzen der Mitspielenden: wie wichtig sind die ausliegenden Karten, wieviele Meeple werden die anderen einsetzen und dabei ihren Vorrat schwächen? Oder werden sie versuchen zu bluffen? Ist es jetzt ein guten Zeitpunkt, keine Meeple anzubieten, um als Einziger den üppigen Vorrat einzukassieren?

Die Anleitung ist gut strukturiert und bebildert. Die Regeln sollten problemlos erlernt werden können. Es sind drei Hefte in drei Sprachen dabei und die Totemkarten sind in jeder der Sprachen mit einem eigenen Satz vertreten. Das habe ich noch nicht gesehen und ist löblich. Wenn man alle drei Texte auf einer Karte untergebracht hätte, wäre die Schrift gewiss viel kleiner. Farben und Symbole sind gut unterscheidbar. Das Ganze ist in einer kleinen Schachtel untergebracht, die zwar ein Drittel Luft enthält, aber immer noch handlich ist.

Fazit

Bei aller Einfachheit des Ablaufs ist das Spiel reizvoll und hat Wiederspielwert. Sicher können 8-Jährige mitspielen, werden aber erst mit der Zeit hinter die Finessen kommen. Das heimliche Abzählen der Meeple, damit das Wandern von der einen in die andere Hand erfordert Feinmotorik, das Bluffelement erfordert kontrollierte Mimik. Denn manchmal gilt es, den Einsatz von Meeplen vorzutäuschen und gar nichts in der Faust zu haben. Doch, 8-Jährigen kann man das zutrauen. Bei älteren Personen könnte es mit der Feinmotorik schwieriger werden, denn die Meeple sind so klein, dass sie auch in einer Kinderfaust versteckt werden können und damit für Ältere schwieriger zu greifen sind.

Bewertung / Test
+ schnell zu lernen, eingängige Ikonographie
+ Wiederspielreiz
– Spielfiguren klein: prima für Kinder, doch schwierig für Senioren

 

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Titel (Jahr)

Spielidee: Romaric Galonnier
Grafik: Joachim Leclercq
Verlag: Boardgame Box
Anzahl der Spielenden: 2 – 4
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren

Spieldauer: 20 – 30 Minuten

Generationentauglichkeit: mit Einschränkung der erforderlichen Feinmotorik wegen der kleinen Meeple

Pädagogisch wertvoll: Kinder lernen, Mitspielende einzuschätzen und deren Taktik vorherzusehen

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