Reizvoller Mix – Explorers von Ravensburger (Rezension)

Explorers | Familienspiel | ab 8 Jahren | 1 bis 4 Spielende | Phil Walker-Harding | Ravensburger Verlag 

Explorers erfindet das Rad nicht neu, doch die Mischung der Mechaniken macht Spaß. So zusammengesetzt ist es doch neu und durchaus erfrischend. Also als Zutaten fand ich Elemente aus „Trails of Tucana“, „Dizzle“ und „Ganz schön clever“, alle drei gute bis sehr gute Spiele. Schnell gelernt, viele Variationsmöglichkeiten.

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Explorers
 ist ein Familienspiel von Phil Walker-Harding und bei Ravensburger Verlag erschienen. Es ist für 1 – 4 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Vier der acht Landschaftsplättchen füllen den eigenen Rahmen. Die Anleitung verlangt, dass alle Spielenden mit dem gleichen Aufbau starten, gleiche Plättchen, gleiche Ausrichtung. Oben in den Rahmen kommen drei unterschiedliche Aufgabenplättchen, auch hier starten die Spielenden mit der gleichen Auswahl.

Acht unterschiedliche Landschaftssplättchen
Acht verschiedene Landschaftsplättchen stehen zur Auswahl.

Sodann markieren alle ihr Startfeld, auch hier kreuzen alle Spielenden dann das gleiche Dorf an. Das ist alles sinnvoll, denn auch nur eine andere Ausrichtung eines Plättchens kann das eine oder andere erleichtern oder erschweren. Von den acht Erkundungskarten kommt eine zufällige aus dem Spiel zu Beginn einer Runde. Als Startspieler ziehe ich die oberste Erkundungskarte, auf der zwei Landschaftsarten (=Tucana) abgebildet sind. Nun habe ich die Wahl, welche Seite ich zu mir drehe. Auf dieser Landschaftsart darf ich dann drei Felder abkreuzen, aber immer an vorhandene Kreuze anbauend (=Dizzle).

Bei der ersten Partie sind die Landschaftsplättchen vorgegeben.

Wohin ich nun tendiere, was ich beginne zu sammeln, das macht den großen Reiz aus. Sammle ich Nahrung, bekomme ich in einer Runde bis zu 10 Punkte. Diamanten werden nach jeder Runde in ihrer Summe gerechnet (=Sehenswürdigkeiten bei Tucana). Schlüssel sammle ich, um in die Tempel kommen zu können. Die Dörfer sollten möglichst rundum abgekreuzt werden. Klar, dass bei der ersten Partie die Anleitung noch neben mir lag, doch sind die Symbole schnell gelernt.

Habe ich mich entschieden, dürfen die Mitspielenden ebenfalls drei Kreuze machen in der Landschaft, die ich nicht gewählt habe, oder zwei in der gleichen.

Spielsituation
Das Jokerplättchen lässt eine Mischung zu.

Bei den Jokerplättchen darf ich bei den abgebildeten Landschaften beliebig Kreuze setzen, aber ebenfalls nur angrenzend. Habe ich ein Pferd abgekreuzt, darf ich ein weiteres Kreuz machen. Ist eine Landkarte erreicht, darf ich dafür das gezogene Plättchen ignorieren und vier Kreuze in einer Landschaft machen. Durch erreichte Boni kann es leichte Kettenreationen geben (=Ganz schön clever)

Natürlich überlege ich, wohin ich möchte, bin aber immer darauf angewiesen, welches Erkundungsplättchen gezogen wird und brauche immer einen Plan B. Bei den Tempeln ist es wichtig, schneller zu sein als die Mitspielenden, denn das generiert mehr Punkte. Wir haben alle mit den gleichen Voraussetzungen die Partie begonnen und haben natürlich den Ehrgeiz, das beste Ergebnis zu erzielen. Von den genannten Punktegeneratoren gibt keines eine stärkere Strategie. Es ist gar nicht so einfach, alles Gewünschte zu erreichen, also wird es auch nicht langweilig.

Situation am Ende einer Partie
Nach vier Runden folgt die Endabrechnung.

Nach jeder Runde wird diese gewertet und der nächste Spielende darf beginnen. Nach vier Runden endet das Spiel. Die Markierungen der mitgelieferten Stiften lassen sich restlos trocken abwischen. Die Stifte lassen sich nach Verbrauch nachkaufen. Sorgfältiges Schließen beugt dem Austrocknen vor.

Sechs Rückseiten von Landschaftsplättchen geben unterschiedliche Aufgaben
Aufgabenplättchen als Expertenvariante.

Die drei Aufgabenplättchen lassen sich umdrehen und liefern auf der Rückseite etwas schwierigere Aufgaben. Die zurück gelegten Landschaftsplättchen lassen sich ebenfalls umdrehen und liefern mit etwas Spielerfahrung neue Herausforderungen.

Das Anleitungsheft ist umfangreich, weil es in vier Sprachen abgefasst ist. Die eigene Anleitung umfasst 10 Seiten, ist ausführlich und enthält übersichtlich alle Erklärungen, die Experten- und die Solovariante. Man findet sich schnell zurecht und kann schnell etwas nachschlagen.

Die Landschaftsplättchen enthalten 8×8 Felder, das sind im ausgelegten Rahmen 196 Felder. Ganz schön viel auf der kleinen Fläche. Jedes Feld hat eine Seitenlänge von 7mm. Das macht es für Senioren schon sehr klein, sowohl von der Handhabung als auch von der Größe der Symbole. Eine XL-Version, wie sie es für Codenames gibt, das wäre schon genial. Inhaltlich wäre das Spiel generationengeeignet.

Es gibt die Gefahr, beim Beschriften etwas zu verwischen, die ist aber nicht groß. Am Spielrand oben kann man die Symbole Landkarte und Schlüssel einkringeln und dann abstreichen. Das ist übersichtlicher und praktischer als auf dem Spielfeld.

 

 

Fazit
In der Schachtel, die nicht einmal doppelt so groß ist wie „Ganz schön clever“, steckt viel Spielspaß. Durch die Möglichkeiten der Abwechslung und der Erweiterung wird es auch nach vielen Partien attraktiv bleiben. Klare, leicht erlernbare Regeln machen es ideal für Familien.

Es gibt viele Möglichkeiten, an Punkte zu kommen, aber keine finale Gewinnstrategie (wenn doch, bitte beim Rezensenten melden!). Vorausplanung ist nur begrenzt möglich und das ist gerade der Reiz, aus den gezogenen Erkundungsplättchen das Beste zu machen. Meine Strategie ist meist, in die Fläche zu gehen, möglichst weit zu kommen. Führt manchmal zum Gewinn, aber nicht immer. Wenig Frustration, hoher Reiz auf eine Revanche.

Natürlich spielt es sich eher solitär als interaktiv, doch im Wettbewerb miteinander dämpft den Spaß nicht.

 

Meinung von Christiane:
Als ich das Spielmaterial zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich positiv überrascht, da die Spielbretter und Einzelteile sehr stabil und auch sehr hübsch gestaltet sind. Doch, und da stimme ich mit Paul vollkommen überein: Warum haben sie die Tableaus nicht ein bisschen größer gemacht? Das ist echt sehr schade, da ältere Mitspielende es schwer haben werden, den Überblick zu behalten.
Ansonsten gefällt mir Explorers sehr gut. Bisher hab ich es einmal gespielt und werde es bestimmt noch öfters auf den Tisch bringen.

Meinung von Sarah:
Mir gefällt das Spiel super. Vor allem für Spielanfänger:innen wie meine Eltern eignet sich das Spiel super, denn die Regeln sind wirklich simpel. Eine schnelle Partie ist jederzeit möglich und Revanche wieder eigentlich immer gefordert.

 

Bewertung / Test
+ leicht erlernbar, gut erklärende Anleitung
+ erlaubt mehrere Strategien
+ belohnend statt ärgernd
– Felder zu klein, sonst wäre es generationentauglich

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
„Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Explorers (2021)

Spielidee: Phil Walker-Harding
Grafik: Sabrina Miramon
Verlag: Ravensburger
Anzahl der Spielenden: 1 – 4
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglichkeit: Die Felder sind zu klein, ebenso die Symbole darin.

 

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