Kleine Schachtel, großes Spiel – One Card Wonder von OSTIA Spiele (Rezension)

One Card Wonder | Nathaniel Levan |  2-6 Spielende | 15 Minuten | ab 8 Jahren | OSTIA Games | schnelles und einfaches Waren-Wirtschafts-Spiel, spielt sich flott und bleibt bis zuletzt spannend

Spielbox und Rückseite von One Card Wonder

Weltwunder errichten kommt als Brettspiel-Thema nicht aus der Mode. Diesmal bauen wir aber mit wesentlich weniger Aufwand als es damals notwendig war. Denn das Spiel kommt in einer kleinen Schachtel und verspricht, ein „EinkartenWunder“ zu sein.

Tatsächlich habe ich nur eine Karte (eine große). Auf der ist nicht nur eines der großen antiken Bauwerke schön illustriert zu sehen, sondern auch die Ablagefelder für die Markierungen zum Baufortschritt sowie die Boni, die mir die Baustelle bringen kann. Das ist ziemlich viel auf der Karte, sehr fizzelig und schon mal schnell verschoben. Außerdem ist die Markierung, welchen Bauabschnitt ich nacheinander fertigstellen darf (kleine Pfeile) kaum erkennbar, vor allem, wenn meine Markierungen bereits darauf liegen.

Spielaufbau für 4 Mitspielende von One Card Wonder

Wie läuft das Spiel ab? Wir haben alle eine Weltwunderkarte vor uns sowie unser eigenes Spielertableau. Auf der Wunderkarte sind unterschiedlich viele Bauabschnitte. Für diese Bauabschnitte brauche ich eine bestimmte Anzahl an Waren, von denen es fünf im Spiel gibt. Bin ich am Zug, kann ich aus fünf Aktionen eine wählen. Entweder ich ziehe drei Waren aus dem Stoffbeutel, behalte zwei und lege eine in den allgemeinen Vorrat. Oder ich nehme alle Waren einer Sorte aus dem allgemeinen Vorrat. Alternativ ich gebe entsprechend viele Waren ab, um entweder Bauabschnitte auf der Wunderkarte oder Gebäude fertigzustellen. Ich kann außerdem zwei Waren in ein Gold (= Joker) umwandeln. Zusätzlich kann ich eine Aktion durchführen, die mir bereits gebaute Gebäude zur Verfügung stellen.

Diese Gebäude haben es durchaus in sich. Die Boni, die sich nach dem Bau solcher Gebäude ergeben, können den Unterschied ausmachen. Aber es ist auch möglich, ohne den Bau eines einzigen Gebäudes zu gewinnen. Denn mit dem Bau verliert man Waren und einen Zug, den man besser in das Wunder investiert.

Spielerauslage von One Card Wonder

Letztlich ist es ein Wettlauf gegen die Mitspielenden. Wer zuerst den letzten Bauabschnitt des Wunders fertigstellt, hat sofort gewonnen. Das kann manchmal sehr sehr schnell gehen, darum immer ein Auge auf die anderen werfen und sich nicht zu lange mit den verlockenden Gebäude aufhalten.

Das Material ist von hoher Qualität, leider sind die Karten trotz ihrer Größe für die bis zu 12 Bauabschnitte zu klein, sodass man beim Belegen der Bauabschnitte schonmal Erdbeben auslöst. So hätte dem Spiel größeres Material zu mehr spielerischer Größe verholfen.

Einige der zu bauenden Weltwunder von One Card Wonder

Spannend ist die Erweiterung „Anführer“, die ebenfalls in der Spielbox ist. Man spielt mit einem Anführer, der einen bestimmten Vorteil bietet. Man kann ihn jederzeit einsetzen, dann kommt es zum Kampf. Alle anderen Mitspielenden können nämlich jetzt gemeinsam beschließen, meinen Anführer zu bekämpfen, indem sie die Kosten dafür gemeinsam aufbringen und mir geben. Dafür kann ich den Vorteil des Anführers nicht nutzen. Kämpfen sie nicht gegen mich, nutze ich den Anführer. So oder so ist er dann aus dem Spiel. Das ist interessant und bringt viel Interaktion ins Spiel. Richtig gut werden die Anführer aber erst im Spiel ab vier besser ab fünf Personen.

Spielsituation von One Card Wonder

Man darf sich nicht zu viel von diesem kleinen Spiel erwarten. Es ist unterhaltsam für die 15 Minuten, die es längstens dauert. Es erzeugt dank der Grafik ein schönes Spielgefühl, der Spielspaß kommt nicht zu kurz und das ist ja das Beste an einem Spiel. Interessant ist, dass die Anleitung das Thema Weltwunder gar nicht aufgreift. Man hätte das Spielprinzip auf jedes andere Thema aufsetzen können und es würde genau funktionieren. Es gehört wohl zur Minimalausstattung, dass man unnötigen Ballast wie eine Einführung ins Thema einfach weg lässt.

Spielsituation von One Card Wonder


Fazit
„One Card Wonder“ ist ein sehr schnelles, sehr spannendes Waren-Wirtschafts-Spiel, das in Kürze erklärt ist, sich flott spielt und manche knifflige Entscheidung fordert (baue ich ein Gebäude und nutze den Vorteil oder konzentrier ich mich auf mein Wunder?). Es spielt sich mit zwei bis sechs Personen gleich gut, ist auch für Wenigspielende ein leichtes Spielvergnügen und hat gute Absacker-Qualitäten zum Ausklang eines Spielabends.

„One Card Wonder“ gefällt mir sehr gut, die Markierung der Baustellen auf den Wundern hätte deutlich größer sein sollen. Alles in Allem aber sollte man es sich ansehen und es wird im Regal nicht verstauben, das ist sicher. Durch die sehr kleinen Einsetzfelder auf den Karten eher nur bedingt bis gar nicht generationentauglich.

Erweiterungskarten von One Card Wonder

 

Bewertung / Test
+ wenig Material-Aufwand für ein gutes Spiel
+ schnell erklärt
+ Glücksfaktor vorhanden aber bei maximal 15 Minuten Spielzeit in Ordnung
+ inklusive Erweiterung „Anführer“
– haptisch schwierig zu spielen
– Erweiterung Anführer nur für größere Anzahl an Mitspielenden (gut ab 4)

 

 

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele“

  • ... Altersgruppe 10 bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre

One Card Wonder (2022)

Spielidee: Nathaniel Levan
Grafik: Guillaume Tavernier
Verlag: OSTIA Spiele
Spieler:innenanzahl: 2-6 Spielende
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 15 Minuten

Generationentauglich: Durch die sehr kleinen Einsetzfelder auf den Karten eher nur bedingt bis gar nicht generationentauglich.

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