Roll your own – For One: Kniffel von Schmidt Spiele(Rezension)

For One: Kniffel | Solo-Spiel | ab 8 Jahren | 1 Person | Reiner Knizia | Schmidt Spiele

Wer „Kniffel“ hört, denkt höchstwahrscheinlich sofort an das Würfelspiel mit Große Straße, Chance und Full House. „Kniffel“ ist in Deutschland so sehr verbreitet, dass man die Regeln eigentlich niemandem mehr erklären muss. Du kennst es doch auch, oder? Wäre schon verrückt, wenn man da tatsächlich noch etwas Neues hinzufügen könnte, wie etwa eine Jagd auf die beste Punktzahl.

Würfel und Spielbrett
Schon mehr als ein Lederbecher und ein Schreibblock

 

Das Spiel
For One: Kniffel
ist ein Solo-Spiel von Reiner Knizia und bei Schmidt Spiele erschienen. Es ist für 1 Person geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Da haben sicher ein paar Leute mit der Stirn gerunzelt, als es dann plötzlich hieß, dass es nun eine Solo-Variante des Würfel-Klassikers „Kniffel“ geben wird. Aber das ist doch gar nicht so unwahrscheinlich. „Kniffel“ ist doch ein Musterbeispiel par excellence für das, was wir mittlerweile Multiplayer-Solo nennen. Stell dir darunter ein Spiel vor, das zwar alle gemeinsam spielen, aber jede Person im Prinzip nur das eigene Süppchen kocht! Und nun hat der Mann der 1000 Ideen, Reiner Knizia, das in die Tage gekommene Spielprinzip mit „For One: Kniffel“ für eine Person optimiert und deutlich aufgepeppt.

Zuerst bekommst du nämlich jetzt ein Spielbrett geschenkt, auf dem du deine Würfel ablegen kannst. Alleine dafür liebe ich das Spiel jetzt schon. Auf dich warten nun insgesamt 25 Herausforderungen, die über fünf Kapitel verteilt sind. Dabei bleibt alles bei den Klassik-Kniffel-Regeln: oberer Teil mit gleichen Zahlen, unterer Teil mit Extra-Herausforderungen und Chance. Neu ist aber, dass du nur spielen darfst, wenn du noch mindestens fünf Würfel im Vorrat hast. Gehen sie dir aus, musst du eine Wertung einleiten, auch wenn du vielleicht noch nicht dein optimales Ergebnis erreicht hast oder sogar eines streichen musst. Und das bleibt immer noch der Albtraum einer jeden Kniffel-Partie.

Würfel, die auf dem Spielplan abgelegt sind
15 auf die Dreier – das kommt eher selten in Standard-Partien vor.

 

Wie das so üblich ist, reichen die Herausforderungen, die an dich gestellt werden, von easy bis heftig und führen Schritt für Schritt neue Spielregeln ein. Eine Übersicht sagt dir, wieviele der insgesamt 17 Würfel und welche Challenge-Plättchen du für jede Herausforderung nutzen darfst. Schlag einfach im Challenge-Heft nach und wähle aus.

Ich empfehle übrigens gerne die Herausforderungen in der Reihenfolge zu spielen und erst eine neue anzunehmen, wenn du das Goldlevel erreicht hast. Im Challenge-Heft steht nämlich auch, welchen Rang du mit deiner erwürfelten Punktzahl erreichst. Damit sollte dein Ehrgeiz angestachelt sein und du hüpfst nicht kreuz und quer durch die Level.

Blick auf die Extra-Marker
Für jeden Marker gibt es eine kurze Erklärung im Challenge–Heft.

 

Je nach Herausforderung musst du beispielsweise Mindestanforderungen in einer Kategorie erfüllen. Dann reichen nicht nur irgendwelche Würfel auf der Chance, sondern es muss mindestens der Wert 20 erreicht werden. Felder mit Feuer-Markern müssen erst gelöscht werden. Es warten aber auch 2x-Boni oder Würfelmanipulation-Marker auf dich. Scheitern oder Erfolg: in der For-One-Version verlässt du dich nicht nur auf dein Glück, sondern kannst auch eine Taktik für die unterschiedlichen Herausforderungen entwickeln. In jeder Challenge gehst du auf deine persönliche Highscore-Jagd. Und den Gold-Rang willst du auf jeden Fall erreichen, bevor du dich der nächsten widmest.

Wenn du deine alle Wertungen erreicht oder Würfel aufgebraucht hast, kommt es zur großen Endabrechnung. Für die habe ich anfänglich noch den Taschenrechner benutzt. Aber nach drei oder vier Partien geht das auch im Kopf ganz zügig. Je nach deinen erspielten Ergebnissen hast du Schiebemarker auf deinem Spielbrett abgelegt. Die werden jetzt zusammengezählt.

Feuermarker müssen entfernt werden
Erst einmal die Feuermarker weg.

 

Für Leute mit dicken Fingern, so wie ich sie habe, sind die Schiebemarker herausfordernd. Da kann ein Ergebnis schon mal verrutschen. Deswegen ein bisschen aufpassen. Das gilt übrigens auch für die Kniffel-unüblichen Miniwürfel. In einer grobmotorischen oder in die Tage gekommenen Hand sind die etwas unhandlich. Findest du in deinem Spielevorrat insgesamt 17 weiße und einen gelben Würfel? Dann nimm gerne diese. Auf dem Spielplan, wo sie abgelegt werden, ist dafür Platz.

Blick in den unteren Bereich.
Läuft im unteren Bereich.

 

Aber auch so wird „For One: Kniffel“ nicht wirklich generationentauglich. Was nämlich für die Würfel gilt, zählt auch für die klein geratenen Marker. Teste einfach für dich aus, was deine Augen-Hand-Koordination und taktilen Möglichkeiten noch zulassen.

Eine „For One:Kniffel“-Herausforderung nimmt etwa 10 bis 15 Minuten deiner Zeit in Anspruch. Gerade passend für eine Runde beim Kaffee, einer Lücke im stressigen Zeitplan oder einer langweiliger Werbeunterbrechung im Fernsehen. Und das Beste: Du musst nie und niemals auf andere Personen warten.

Totale auf das Brett und die kleine Schachtel
Mit Brett deutlich besser.

 

Fazit
Was soll ich lange drumherum reden? Als Veteran, der immer seltener passende Leute findet um zu Kniffeln, finde ich „For One: Kniffel“ ich richtig gut. Keine Warterei auf die anderen, Entscheidungen weit über dem bekannten ‚Was nehme ich-nur‘-Gefühl und einen Sack voll Highscore-Herausforderungen!

Aus Glücks- wird Puzzlespiel mit Langzeitmotivation. An die kleinen Würfel musste ich mich mit meinen dicken Fingern allerdings gewöhnen.

Aus der „For One“-Reihe gibt es übrigens aktuell noch drei weitere Titel in denen verschiedene eingängige Spielmechaniken auf die Bedürfnisse einer einzelnen Person angepasst wurden.

 

Bewertung / Test
+ bekanntes Spielprinzip
+ ausreichend Langzeitmotivation
+ unkomplizierter Spielablauf
+ aus Würfelspiel wird Würfelpuzzle
– zu klein, um generationentauglich zu sein

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Solo spielbar”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

For One: Kniffel (2023)

Spielidee: Reiner Knizia
Grafik: Leon Schiffer
Verlag: Schmidt Spiele
Anzahl der Spielenden: 1 Person
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 10 Minuten pro Partie

Generationentauglichkeit: Sind deine Augen und deine Hände noch in Ordnung? Dann versuche es doch mal.