Memoarrr! geht in die zweite Runde – Memorinth von Edition Spielwiese/Pegasus (Rezension)

Memorinth | Familienspiel | ab 6 Jahren |  2 bis 4  Spielende | Richard Harrhoff | Edition Spielwiese/Pegasus | pädagogisch wertvoll 

Bei Brettspiele ist es meist wie bei Filmen. Ist der erste ein Volltreffer, möchte man diesen mit einem zweiten Teil noch übertreffen. Von Memoarrr waren, und sind auch heute noch, viele begeistert. Wer Memory mag, liebt Memoarrr. Manchen geht es jedoch so wie mir. Ich konnte mit Memory noch nie viel anfangen. Doch Memoarrr hat sogar mich begeistert und packe es von selbst immer wieder auf den Tisch.
Ich freute mich wie ein Schnitzel, als ich Memorinth zum Testen bekam. Kann der zweite Teil auch soviel wie der erste? Zugegeben, die Erwartung war sehr groß.

Spieleschachtel mit Inhalt

 

Das Spiel
Memorinth
 ist ein Familienspiel von Richard Haarhoff und bei Edition Spielwiese/Pegasus erschienen. Es ist für 2-4 Spielende geeignet und kann ab 6 Jahren gespielt werden.

Die Karten werden in einem 5 x 5 Raster ausgelegt. Es muss darauf geachtet werden, dass die Karten abwechselnd die Tag – und die Nachtseite zeigen. Außerdem müssen die Bäume immer richtig rum angelegt werden. Auf die Karte in der Mitte kommen die Spielfiguren. Die acht Märchenkarten werden gemischt, jeweils zwei davon kommen an jede Seite. Die Märchenkarten bestimmen nämlich später, in welche Richtung wir laufen dürfen. Wer beginnt, schnappt sich die Tag- und Nachtkarte und legt die Tagseite vor sich hin. Nun ist das Spielfeld auch schon vorbereitet und es geht los.

 

Spielaufbau

Spielaufbau für 4 Spielende. Alle starten in der Mitte.

 

Wenn Du beginnst, darfst Du Dir eine Tageskarte auf dem Spielfeld aussuchen und diese umdrehen. Diese Karte zeigt nun die Nachtseite. Welche Märchenfigur ist darauf zu sehen? Denn Du darfst nun Deine Spielfigur eine Karte in dessen Richtung wandern lassen, sofern dies möglich ist. Ein Schritt ist nämlich nur möglich, wenn auch ein Weg dorthin führt. Die Tag/Nachtkarte wird umgedreht, sodass nun der Mond zu sehen ist. Der nächste Spielende darf nun eine Nachtkarte auf die helle Seite drehen. Welche Figur ist jetzt zu sehen? Ist ein Weg eingezeichnet, darf die Spielfigur eine Karte weiter bewegt werden.

So geht es im Uhrzeigersinn immer weiter, bis eine Spielfigur den Weg nach draußen gefunden hat. Da man nicht sofort die gleiche Karte wieder umdrehen darf, sollte man sich die Märchenfiguren von Anfang an merken, damit man bewusster die Wege nach draußen finden kann. Dadurch, dass die Karten auf viele sehr überladen wirken, war schnell die Aufmerksamkeit verloren. Als Spielziel gilt: Wer kann zuerst den Wald verlassen?

Außerdem gibt es noch zwei schwierigere Variationen:
Für die erste Variation wird die Aktionskarte benötigt. Wie im Grundspiel werden die Tages- und Nachtkarten in der Spielmitte ausgelegt. An den Seiten kommt aber dieses Mal nur eine Märchenfigur. Die übrigen vier Märchenfiguren werden an den vier Seiten der Aktionskarte gelegt. Die Spielregel bleibt fast wie beim Grundspiel. Nur wird hier, wenn eine Figur von der Aktionskarte aufgedeckt wird, die angezeigte Schiebeaktion ausgeführt.

 

Kartenbeispiele

Rotkäppchen, der gestiefelte Kater und Co. im 21. Jahrhundert.

 

Wird die zweite Variation gespielt, wird die Rückseite der Aktionskarte benötigt. Hier treten jetzt auch die Glückskleemünzen und die Kobolde, die auf den Karten aufgedruckt sind, in Aktion. Möchten wir nämlich an einem Kobold vorbei, müssen wir ihn mit einer Münze bezahlen. Wird eine Märchenfigur von der Aktionskarte aufgedeckt, wird eine bestimmte Aktion ausgelöst. So können z. B. zwei Waldkarten ausgetauscht werden, zwei Märchenkarten wechseln ihre Plätze, es darf eine Unterseite eines Waldplätzchens angesehen werden oder man bekommt eine Glückskleemünze.

 

Fazit
So sehr mich Memoarrr mitgerissen hat, konnte mich persönlich Memorinth leider nicht abholen. Die Idee selbst finde ich mega und ist eigentlich total einfach. Aber die Karten wirken zu überladen. Die Kobolde irritieren, und irritieren noch mehr, wenn man sich eh schon schlecht was merken kann. Kinder konnten sich etwas schwer mit der Gestaltung der Märchenfiguren anfreunden. Bei Erwachsenen kam diese jedoch wieder überwiegend gut an. Freunde von Memory kommen hier vollkommen auf ihre Kosten. Die Kartenqualität ist gut. 

 

Bewertung / Test
+ Es ist meist schnell gespielt
+ Mit der modernen Gestaltung der Märchenfiguren, hat man wohl versucht, es auch für Erwachsene interessant zu machen
+ Eine neue Memory-/Labyrinthvariante
– Wer Schwierigkeiten mit dem Merken hat, wird hier noch weniger Freude haben, als bei einem normalen Memory
–  Nur was für Memoryfans
– Die Karten wirken grafisch zu überladen

 

(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre

Memorinth (2020)

Spielidee: Richard Haarhoff
Grafik: Pablo Fontagnier
Verlag: Edition Spielwiese/Pegasus
Anzahl der Spielenden: 2-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 6 Jahren
Spieldauer: 10 Minuten

Generationentauglich: Jein. Ist man ein Freund von Memory, kann es jede Generation ansprechen. Man braucht aber sehr gute Augen.

Pädagogisch wertvoll: Merkfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit wird hier geübt.

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