Das Quiz mit dem Spiegel – Quiziko von moses. (Rezension)

Quiziko | Quizspiel | ab 14 Jahren | 2 bis 5 Spielende | Paul Schulz & Arno Steinwender | moses. | generationentauglich | pädagogisch wertvoll

Was erwartest du an Material in einem Quizspiel? Fragekarten mit Antworten? Ja, die sind auch hier dabei. Farbige Marker für mehrere Personen, um Punkte anzuzeigen? Na klar, „Quiziko“ hat sie. Aber was ist denn das? Hättest du mit einem Spiegel in der Schachtel gerechnet? Und was genau machen wir mit dem? Finden wir es raus.

Quiziko ist ein Karten getriebenes Quizspiel
Kling wie ein Wettanbieter – ist aber viel besser!

 

Das Spiel
Quiziko
ist ein Quizspiel von Paul Schulz & Arno Steinwender und bei moses. erschienen. Es ist für 2-5 Spielende geeignet und kann ab 14 Jahren gespielt werden.

Bei „Quiziko“ spielst du gegen andere und testest dein Wissen. Wer früher etwas weiß, bekommt mehr Punkte für die richtige Antwort. Hast du zuerst 15 Punkte gesammelt, gewinnst du das Quiz, das sich selbst für „Alles-bis-nix-Wisser“ empfiehlt. Und ich füge noch hinzu: auch für „Alles-bis-nix-Wisserinnen“.

Wer mitspielt, bekommt sechs Marker einer Farbe, auf deren Vorderseite gut erkennbar jeweils ein Buchstabe von A bis F zu sehen ist. Die Rückseite ist neutral gehalten. Vor allen liegt eine Antworttafel. Darauf werden später deine Marker abgelegt, wenn du glaubst die Antwort auf eine Frage zu kennen. Die Schachtel, die eigentlich eher ein Würfel ist, stellst du nah zu euch, denn wir brauchen sie zum Spielen. Der Rand der unteren Schachtelhälfte ist die Punkteleiste. Den Deckel drehst du um und legst eine Fragekarte so darauf, dass sie mit ihren Ecken über den Rand des Schachteldeckels heraus ragt. Keine Sorge, gleich wissen wir auch, wofür wir den Spiegel nutzen. Legt ihn aber schon mal in die Nähe. Und packt noch daneben die grauen, länglichen Abdeckplättchen.

Jede Karte stellt eine Frage und bietet sechs Antworten im Ausschlussverfahren
Und, weißt du es?

Jemand mit einer geeigneten Stimme liest sich und den anderen nun die Frage laut vor. Diese können aus allen möglichen Themenbereichen kommen, wie etwa Ernährung, Popkultur, Geschichte oder Biologie – da haben die beiden Autoren das Feld weit gestreut. Es können aber auch plötzlich ganz abgefahrene Fragen auftauchen, wie beispielsweise In welchem Land findet traditionell die Weltmeisterschaft im Frauentragen statt? Im Anschluss werden die sechs Antwortmöglichkeiten vorgelesen. Jeder Option ist ein Buchstabe zugeordnet, nämlich A bis F – und natürlich ist nur eine Antwort richtig.

Wer jetzt schon glaubt, die Antwort zur Frauentragen-Weltmeisterschaft zu kennen, legt selbstsicher den Marker der eigenen Farbe mit dem entsprechenden Buchstaben verdeckt auf die oberste Position der Antworttafel. Wer sich unsicher ist oder schlichtweg keine Ahnung hat, wartet einfach noch, denn jetzt kommt der Spiegel zum Einsatz. Und das geht so.

Mit dem Spiegel kann man immer eine falsche Antwort ausschließen
Okay, E war es nicht. Macht mich das schlauer?

Auf der Rückseite jeder Fragekarte steht in jeder Ecke verdeckt ein Buchstabe. Praktischerweise sind das genau die Stellen, die über den Schachteldeckel herausragen. Das ist echt clever gelöst. Ihr überprüft nun mithilfe des Spiegels eine beliebige Kartenecke. Der Spiegel zeigt nun den Buchstaben zu einer möglichen Antwort A-F, der auf jeden Fall falsch ist. Das kommuniziert ihr natürlich mit den anderen am Tisch. Alle sollen immer den kompletten Überblick behalten. Deckt dann mit den länglichen Plättchen auf eurer Fragenkarte diese falsche Antwort ab. Es bleiben somit nur noch fünf Antwortmöglichkeiten. Euer Warten wird also durch den Ausschluss einer falschen Antwort belohnt. Eure Chance zur richtigen Antwort ist plötzlich schon bei 20%.

In diesem Rhythmus geht es immer weiter: antworten oder warten – dann die nächste Ecke prüfen. Natürlich kommt in den darauffolgenden Runden euer Marker nicht mehr auf die höchste Position der Antworttafel, sondern entsprechend der aktuellen Spielrunde auf den entsprechenden Abschnitt. Das macht ihr solange weiter bis entweder alle geantwortet haben, nur noch zwei Antwortmöglichkeiten – und damit eine Fifty-Fifty-Chance übrig bleibt – oder alle anderen außer dir schon geantwortet haben. Dann darfst du ein letztes Mal den Spiegel nutzen, musst dich aber dann entscheiden.

Komischerweise wird diese letzte Option anfänglich oft falsch gespielt, weil fälschlicherweise gedacht wird, dass man alleine warten kann, bis nur noch zwei Antwortmöglichkeiten, nämlich die falsche und die richtige, übrig sind. Also aufpassen, dass ihr diese Regel korrekt erklärt. Sonst warten Hasenfüße einfach die ganze Zeit. Macht ja auch keinen Spaß.

Alle haben einen Marker auf das Antwortboard gelegt. Dann werden die Marker umgedreht, sodass die Buchstaben sichtbar sind.
Dreimal D – das passt. C war wohl zu gierig auf drei Punkte.

Wenn alle einen ihrer farbigen Chips verdeckt auf die Antworttafel gelegt haben, kommt der Moment der Wahrheit. Zuerst dreht ihr eure Marker um, dann wird die Fragenkarte umgedreht. An ihrem oberen Rand steht nun der passende Buchstabe zur korrekten Antwort für genau diese Frage. Nun gibt es für alle mit dem korrekten Buchstaben Punkte. Wer am frühesten richtig geantwortet hat, also wessen Marker am weitesten oben ist, bekommt 3 Punkte. Natürlich können das auch mehrere Personen sein, die dann mit der vollen Punktzahl belohnt werden. Wer an zweiter Stelle richtig geantwortet hat, bekommt zwei Punkte und alle, die danach auch noch die Antwort wussten bekommen noch einen Punkt. Eure Belohnung markiert ihr am Rand des Schachtelbodens auf der Punkteleiste.

Die Punktemarker von Gelb und Blau stehen schon bei Vier.
Ein Vorsprung kann auch wieder schnell verloren gehen.

Entsorgt die Karte, schnappt euch die nächste vom Stapel und spielt solange, bis jemand von euch 15 Punkte hat. Im schnellsten Fall sind spielt ihr also 5 Runden. Aus unserer Erfahrung sind das sind es etwa 7 bis 8 pro Partie. Die Vorgabe, dass man „Quiziko“ in 20 Minuten gespielt hat, ist durchaus realistisch. Wir sind meistens schneller durch. Und da ist dann natürlich noch Potential für eine Anschlusspartie.

Die Fragekarten sind doppelseitig, sodass man durch 150 Karten 300 Fragen hat. Da kann man sich schon gerne ein paar Mal mit seinen Freunden zum Spielen treffen. Überlegt euch schon mal eine Struktur, wie ihr bespielte von unbespielten Fragenkarten voneinander trennt, wenn ihr beim Aufräumen wieder alles in die Box macht. Wir haben noch kein wirklich überzeugendes System gefunden und behelfen uns mit der Spielanleitung als Trenner.

 

Fazit
„Quiziko“ macht als Quizspiel vieles richtig! Selbst bei völliger Ahnungslosigkeit hat man durch taktisches Warten noch die Möglichkeit Punkte abzugreifen. Es macht also nichts, wenn man nicht mit exklusivem Allgemeinwissen oder einem Superbrain durch die Welt geht. Tatsächlich kommt es häufig vor, dass bei den Nix-Wisser:innen plötzlich durch Augenkontakt eine plötzliche Solidarität entsteht, bis zu den beiden letzten Antwortmöglichkeiten gemeinsam durchzupassen. Und wenn man dann sogar noch aus Zufall richtig tippt, kommt schon häufig ein herzhaftes Gelächter in der Spielrunde auf.

Die Idee mit dem Spiegel und den falschen Antworten, die durch ihn eliminiert werden, finde ich wirklich großartig! Das klappt auch richtig gut. Und irgendwie wollen alle mal mit dem Spiegelchen unter die Karte linsen. Da kommen dann doch die inneren Spielkinder in uns durch.

Die Fragen können sehr spezielles Wissen voraussetzen.
Immerhin kann ich eine Frage aus dem Stehgreif beantworten.

Bei den Fragen scheint mir manchmal der Mix in den Schwierigkeiten nicht immer zu stimmen. Bei der Anzahl der Weinanbaugebiete in Deutschland oder dem Jahr der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen kann ich natürlich nur tippen oder Mut zur Lücke beweisen. Bei der Frage, welcher Vogel seine Eier in die Nester anderer Vögel legt, ist die Antwort naheliegend und fast schon zu einfach. Tatsächlich haben wir bei einer Frage mit geographischem Inhalt nachweislich einen Fehler aufgedeckt. Dieser hat sich aber in der redaktionellen Arbeit eingeschlichen. Die richtige Antwort war vorhanden, es kam nur zu einem Buchstabendreher.

Das Wegpacken nach dem Spielen ist für mich Ordnungs-Nerd eine Herausforderung. Ich habe ja schon hingewiesen, dass ich noch nach dem besten System suche, gespielte und unbespielte Fragekarten voneinander zu trennen. Wenn ich aber am Schluss einfach alle Marker, Abdeckplättchen und den Spiegel oben in die Kiste pfeffern soll, zittern mir die Hände. Das kann ich nicht. Zuerst hatte ich mir ein Papiertütchen geholt, um alles darin zu verstauen, dann einen kleinen Stoffbeutel. Nun geht es meinem inneren Monk beim Öffnen und Schließen der Box wieder besser.

Das Material ist aber auf jeden Fall für das generationenübergreifende Spielen tauglich. Die Schrift der Fragenkarten ist überraschend groß und gut lesbar. Die Marker sind größer als der Durchschnitt und die Buchstaben kontrastreich dargestellt. Das passt alles. Wie immer haben Menschen, mit Lust auf und Gelegenheit zu Wissen und Bildung einen gewissen Vorteil. Unsere 14-jährige Mitspielerin schaute schon manchmal verblüfft in die Runde. Mein Schwiegervater dagegen, ehemaliger Lehrer und Besitzer eines mehrbändigen Lexikons, war bei „Quiziko“ voll in seinem Element.

 

 

Bewertung / Test
+ Quiz mit Spiegelmechanik
+ Taktieren kann auch zum Ziel führen
+ generationentauglich
– Schwierigkeitsgrad der Fragen nicht immer ausgewogen

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)


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ACHTUNG – hier geht es zu unserem YouTube-Kanal:
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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe 14 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Quiziko (2022)

Spielidee: Paul Schulz & Arno Steinwender
Grafik: ohne Angabe
Verlag: moses.
Anzahl der Spielenden: 2-5 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 14 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Testet „Quiziko“ gerne auch ab 12 oder macht altersübergreifende Teams.
Spieldauer: etwa 20 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja, Kontrast und Schriftgröße sowie Markergröße stimmen.
Pädagogisch wertvoll: Ein bisschen Wissensvermehrung schadet doch nie, oder?

 

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