Zurück in der Hauptstadt des Verbrechens – MicroMacro Crime City: Full House von Edition Spielwiese (Rezension)

MicroMacro Crime City: Full House | Kooperatives Familienspiel | ab 10 Jahren | 1 bis 4 Spielende | Johannes Sich | Edition Spielwiese

Und wieder mitten rein ins Verbrechen! Mit Full House ist der zweite Teil der MicroMacro-Reihe erschienen. Dabei handelt es sich aber um keine Erweiterung, sondern um ein vollständiges Spiel. Auch hier lauert das Verbrechen buchstäblich hinter jeder Ecke. Als Spürnasen wollen wir natürlich auch die sechzehn neuen Wimmelbild-Fälle lösen.

Ein Plan, eine Anleitung, eine Lupe und 16 Fälle stecken in Full House.

Ein Plan, eine Anleitung, eine Lupe und 16 Fälle stecken in Full House.

 

Das Spiel
MicroMacro Crime City: Full House
ist ein kooperatives Familienspiel von Johannes Sich und bei Edition Spielwiese erschienen. Es ist für 1-4 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

MicroMacro: Crime City bekam 2021 den Preis ‚Spiel des Jahres‘ für sein neuartiges Spielkonzept. Kein Wunder, dass es nun einen zweiten Teil gibt. Als Detektive blicken wir auf eine scheinbar wilde Wimmelstadt. Die ist wie gewohnt auf einem überdimensionalen Schwarz-Weiß-Spielplan dargestellt. Überall passieren neue Verbrechen. Doch nur durch genaues Hinsehen lassen sich die Täter überführen, Motive aufspüren und die sechzehn neuen Krimi-Geheimnisse aufdecken.

‚Full House‘ spielt in einem neuen Teil der Stadt. Hier gibt es ein Theater, Bürokomplexe, ein Museum und eine riesige Baustelle. Damit auch die kleinen Details wahrgenommen werden können, steckt eine Lupe in der Schachtel. Als Team sucht man sich einen der neuen Fälle aus – schon kann es losgehen. Natürlich kann man auch alleine starten.

Dieser Fall hat zwei von fünf möglichen Sternen und ist kinderfreundlich.

Zwei Sterne – das schaffen wir locker!

Wie im Vorgänger besteht ein Fall aus etwa fünf bis zehn Karten. Los geht’s immer mit einer kurzen Beschreibung und einer ersten konkreten Aufgabe. Dann wird auf dem Spielplan gesucht. So muss man zum Beispiel einen Tatort suchen oder herausfinden, wo das Opfer wohnt oder was es so am Tag gemacht hat. Ist die erste Aufgabe gelöst, geht’s zur nächsten Karte, solange, bis alle abgearbeitet wurden und der komplette Fall abgeschlossen ist.

Wie gewohnt haben die Fälle unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Diese werden durch Sterne dargestellt. Ein Stern bedeutet ‚einfach‘, fünf Sterne sind für absolute Profis. Im Gegensatz zum Vorgänger hat nun aber jeder Fall ein zusätzliches Symbol. Das weist darauf hin, wie kinderfreundlich die Story ist. Das ist auch ganz gut so, denn auch diesmal schreckt das Spiel nicht vor körperlicher Gewalt, Mord und Sex zurück. Gut, wenn man da als Eltern eine Vorauswahl treffen kann, wenn man mit Kindern spielt.

Drei unterschiedliche Symbole dienen als Wegweiser.

Drei unterschiedliche Symbole dienen als Wegweiser.

 

 

Fazit
Keine Frage: Wer den ersten Teil mochte, der wird auch an ‚Full House‘ seinen Spaß haben. An dem prima Spielkonzept haben die Macher festgehalten. In dem neuen Teil der Stadt gibt es wieder so viel zu entdecken. Dabei ist es faszinierend, dass zeitlich komplexe Vorgänge unproblematisch durch kleine Zeichnungen dargestellt sind. Insgesamt wirkt ‚Full House‘ auf uns eine ganze Nummer schwieriger und herausfordernder. Für so machen Drei-Sterne-Fall muss man sich schon ganz schön das Gehirn verknoten und die Augen strapazieren. Da kann jedes Detail wichtig sein. Gut ist immer, wenn man sich eine Spielhilfe organisiert, um Stellen auf der Karte zu markieren. Wir nutzen beispielsweise Glassteine, um nicht den Überblick zu verlieren. Die könnten auch in der Schachtel sein – sind sie aber nicht.

Eine Lupe ist im Spiel dabei.

Den Durchblick behalten ist wichtig. Außer der Lupe wären Glassteine sehr hilfreich.

Ein kleines Problem haben wir mit der Kinderfreundlichkeitsskala, die unserer Meinung nach nicht immer zu 100 Prozent nachvollziehbar ist. Nur so viel: Auch überfahrene Katzen können einem Kind ganz schon nachgehen, obwohl der Fall als kindertauglich gekennzeichnet ist. Letztlich bleibt ganz klar unsere Empfehlung: Vorher selber spielen, dann einschätzen, ob es für die eigenen Kinder taugt.

Wegen der schwer erkennbaren Mini-Zeichnungen würden wir das Spiel der älteren Generation gerne ersparen. Überhaupt sollte der Ort, an dem gespielt wird, extrem gut ausgeleuchtet sein. Wie auch im Vorgänger spielen wir ‚Full House‘ am liebsten zu zweit. Denn wer sich den Stadtplan auf dem Kopf anschauen muss, hat da nicht wirklich Spaß. Also Detektive: Licht an, Sehhilfe auf und ab nach Crime City.

Sarahs Rezension des ersten Teils findet ihr übrigens >>hier<<.

 

Bewertung / Test
+ hält am überzeugenden Spielprinzip fest
+ minimale Regeln
+/- Kinderfreundlichkeitsskala
– Markierungshilfen fehlen

(Eine Rezension von Lilli & Oli Clemens)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kooperative Spiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
4.3

MicroMacro: Crime City Full House (2021)

Spielidee: Johannes Sich
Grafik: Daniel Goll, Tobias Jochinke, Johannes Sich
Verlag: Edition Spielwiese (Pegasus)
Anzahl der Spielenden: 1-4 Personen (empfohlen 2)
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Je nach Fall prüfen
Spieldauer: 10-20 Minuten

Generationentauglichkeit: Zu jung geht nicht, wegen des Inhalts, zu alt geht nicht, wegen der Illustrationen.

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