Eine spannende Reise zu sich selbst – Volle Kraft voraus! von Helvetiq (Rezension)

Volle Kraft voraus! | Pädagogische Spiele | ab 8 Jahren | 2 bis 8 Spielende | Mélanie Cotting & Quentin Bays | Helvetiq | pädagogisch wertvoll | generationentauglich

Spiele fördern die Entwicklung. Manche mehr, manche weniger, aber alle dienen dazu, dass wir uns weiterentwickeln. Es werden bestimmte Bereiche gefördert. Meistens geht es um logisches Denken oder um unseren Bewegungsapparat. In den letzten Jahren kamen aber auch vermehrt kooperative Spiele in den Handel, die eben auch die sozialen Kompetenzen anregen sollen. Wie man sieht, werden schon viele Bereiche, was Kopf und Hand, sowie was meine Umwelt beeinflusst, spielerisch gefördert.

Doch „Volle Kraft voraus“ geht noch einen Schritt weiter. Hier geht es nämlich um das eigene „Ich“, um die eigenen Emotionen, um die Ziele, die möchte ICH erreichen möchte. Wie geht es mir in welcher Situation? Welche Hürden muss ich überwinden um mein Ziel erreichen zu können? Haben meine Mitspielenden Tipps für mich?

„Volle Kraft voraus“ lädt uns auf die hohe See unserer Gefühle ein und begleitet uns Stück für Stück zu unserem persönlichen Leuchtturm.

Spieleschachtel mit Inhalt

 

Das Spiel
Volle Kraft voraus!
 ist ein pädagogisches Spiel von Mélanie Cotting & Quentin Bays und bei Helvetiq erschienen. Es ist für 2 – 8 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Bevor wir beginnen können, müssen erstmal ein paar Karten gemischt und ausgelegt werden. Wie wir am besten das Spiel aufbauen, ist in der Anleitung bildlich gut dargestellt. Das Ziel ist, dass wir gemeinsam zuerst den Leuchtturm umgedreht haben, bevor uns die Welle erreicht. Doch bis es soweit ist, geschieht so einiges.

Sind die Karten nun vorbereitet, bekommen alle ein Logbuchblatt. Nun darf sich jede:r ein Ziel aussuchen. Doch es sollte realistisch sein. Also wie z. B. „Ich möchte besser die Uhr lesen können“, oder „Ich möchte alleine Einkaufen gehen“. Im Laufe des Spiels wird das Blatt noch weiter ausgefüllt. Haben sich also alle für ein Ziel entschieden, kann das eigentliche Spiel losgehen.

Spielaufbau. Die Karten werden zu einem Leuchturm mit Meer aufgebaut. Die Aktionskarten werden ebenfalls bereitgelegt.
Zuerst sieht man die dunkle Seite der Karten. Außerdem gibt es noch viele weitere verschiedene Karten, die das Spiel individuell machen.

 

Im Uhrzeigersinn ziehen alle nacheinander eine Kompasskarte. Diese führen uns durch das Spiel. Unter den Kompasskarten warten verschiedene Aktionen auf uns. Entweder wird eine Leuchtturm- oder Wellenkarte umgedreht, wir müssen würfeln oder bekommen Münzen.

Unter den Kompasskarten verbergen sich Münzen, den Hinweis auf einen Eintrag ins Logbuch oder dass wir z. B. eine Spielfeldkarte umdrehen sollen.
Von gelb über orange zu rot. die Kompasskarten führen uns durch das Spiel. Unter jeder Karte versteckt sich eine neue Aktion.

 

Mit den Münzkarten können wir Laterne-Karten erwerben, die uns nicht nur Diamanten bescheren, sondern auch eine Frage stellen, damit wir uns selbst besser kennen lernen können. In späteren Phasen versteckt sich unter den Kompasskarten ein Würfel. Dann kommen auch drei weitere Kartenarten auf uns zu. Sie helfen uns Erfahrungen auszutauschen. Mitspielende werden gebeten Tipps für das eigene Ziel zu geben oder zu hinterfragen, was uns daran hindert unser Ziel zu erreichen. Was kann man für sein Ziel tun? Auch die Gefühle spielen bei den Karten oft eine Rolle. Die Spielenden sollen in sich gehen um mit mehr Sicherheit und Selbstvertrauen aus dem Spiel wieder herauszugehen.

Das Spiel endet, wenn entweder die fünfte Leuchtturmkarte wurde oder alle Wellenkarten umgedreht sind.

Durch das Steuerrad, Pinguin, Rettungsring oder Laterne bekommen wir weitere Hinweise um unser Ziel erreichen zu können.
Mit Hilfe der unterschiedlichen Karten erfahren wir, wie wir Stück für Stück unserem Ziel näher kommen können.

 

Haben wir alle Karten des Leuchtturms umgedreht wartet noch die Schatzkiste mit einem positiven Spruch auf uns.
Haben wir alle den Leuchtturm umgedreht, wartet noch ein inspirativer Spruch auf uns.

 

Fazit
Bevor das Spiel begonnen werden kann, muss jedem erst mal klar sein, um was es bei dem Spiel überhaupt geht. Man sollte sich gut überlegen, in welcher Runde man es spielt. Ich selbst habe es nur mit meiner eigenen nahen Familie und mit engen Freunden gespielt. Auf einen offenen Spieletreff habe ich es nicht dabei gehabt. Eigene Ziele von sich preis zugeben ist etwas sehr persönliches. Dazu muss man zu den anderen Vertrauen haben und sich etwas besser kennen. 

„Volle Kraft voraus“ ist für den pädagogisch-therapeutischen Einsatz entwickelt. Es hilft dem Kind sein eigenes „Ich“ zu entwickeln, sich selbst ernst zu nehmen, ein Ziel vor Augen zu haben. Wie kann man auf positive Weise Problemen begegnen? Selbstvertrauen wird aufgebaut. Nimmt man das Spiel nicht ernst, hat es auch keinen Nutzen. Man muss es achtsam und bewusst einsetzen. Doch nicht nur von Kindern kann das Selbstvertrauen gestärkt werden. Auch für Erwachsene jeden Alters kann das Spiel hilfreich sein. Schließlich haben doch alle mindestens ein Ziel, oder?

Die Qualität des Materials ist hochwertig und ansprechend gestaltet. Ich denke, dass das Spiel dazu konzipiert ist, dass man es meistens gewinnt. Wir haben zumindest es in jeder Testrunde geschafft den Leuchtturm zum leuchten zu bringen, bevor uns die Welle überflutet hatte. Da spielten aber auch die Leuchtturmkarten eine große Rolle, da man dafür ständig Diamanten bekommt. Mit 20 Diamanten darf man nämlich eine Wellenkarte wieder zurück drehen.

 

Bewertung / Test
+ In Therapie/Pädagogik einsetzbar.
+ Stärkt das Selbstvertrauen, man lernt sich selber besser kennen.
+ Das Spiel ist durch und durch lösungsorientiert.
– Nicht für einen offenen Spieletreff oder mit unbekannten Personen geeignet.

 

(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)

Rezensentin Köstlinger Christiane

 

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Pädagogische Spiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • Altersgruppe 50 bis 70 Jahre
  • Altersgruppe ab 71 Jahre

Volle Kraft voraus! (2020)

Spielidee: Mélanie Cotting & Quentin Bays
Grafik: Felix Kindelán
Verlag: Helvetiq
Anzahl der Spielenden: 2-8 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: kommt auf die Anzahl der Mitspielenden an. Jedoch mindestens eine halbe Stunde bei zwei – drei Personen.

Generationentauglich: Ja. Jede Generation hat ein Ziel, auch wenn es nur ein täglicher kleiner Spaziergang ist.

Pädagogisch wertvoll: Auf alle Fälle. Man lernt sich selber besser kennen und hinterfragt die eigenen Gedanken und Gefühle.

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