Es war die Nachtigall und nicht die Lerche – Romeo & Julia von Huch! (Rezension)

Romeo & Julia | 2-Personen-Spiel | ab 12 Jahren | Julien Prothière, Jean Philippe Sahut | Huch! 

Nicht immer sind oder waren unsere Eltern mit der Wahl unserer Partner:innen einverstanden oder zufrieden. Aber in den meisten Fällen können sie erstmal an der unliebsamen Verbindung ihres Nachwuches nichts ändern. Anders war das bei Romeo und Julia. Ihre Familien haben das Liebesglück nicht nur nicht geduldet, sondern aktiv verhindert. Ob die beiden es, ohne wirklich miteinander zu kommunzieren, trotzdem geschafft haben, sich in Verona treffen zu können, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

 

Zu sehen ist das Spiel Romeo & Julia von Huch! mit dem gesamten Spielinhalt.

Romeo & Julia von Huch!

Das Spiel
Romeo & Julia 
ist ein 2-Personen-Spiel von Julien Prothière & Jean Philippe Sahut und bei Huch! erschienen. Es ist für 2 Spielende geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden. Ziel des Spiels ist es, die Liebe durch heimliche Treffen von Romeo & Julia auf ihren Maximalwert ansteigen zu lassen, ohne dass der Hass seinen Höhepunkt erreicht.

Zu sehen ist der Spielaufbau von Romeo & Julia.

Spielaufbau -in der kleinen Schachtel hat alles seinen Sinn & Zweck.

Zunächst entscheiden wir uns, wer von uns Romeo und wer Julia spielt. Wir nehmen uns das entsprechende farblich sortierte Deck mit Orten und Personen. Mit diesen Karten entscheiden wir das gesamte Spiel immer wieder, an welchen Ort sich Romeo und Julia begeben und wen sie aus ihrer Familie mitnehmen. Die Crux an dem Ganzen? Die beiden Liebenden dürfen sich nicht einfach so absprechen.

Zu sehen sind die charakterabhängigen Decks mit Ort- & Personenkarten.

Jeder Charakter hat ein eigenes Deck

Die Kommunikation erfolgt nur eingeschränkt über Botschaftskärtchen, die zwar im Verlauf des Spiels wieder erworben werden können, aber ein rares Gut in Verona sind. Schaffen es Romeo & Julia sich am selben Ort zu treffen?

Das ist abhängig davon, welche Karten wir vorher zunächst verdeckt ausgewählt haben. Pro Runde haben wir davon jeweils 4 Orts- und 4 Personenkarten auf der Hand. Hier gilt es also, klug zu taktieren, auszuwählen, wie wir uns möglichst oft treffen und dabei gleichzeitig die Familien auf Abstand halten können. Wenn wir uns im Rahmen der Kommunikation auf das Treffen geeinigt haben und dann tatsächlich am selben Ort sind, steigt ihre Liebe um eine Stufe an (sollte es Julias Balkon gewesen sein, steigt sie sogar um 2). Doch Achtung, befinden sich verfeindete Familienmitglieder am selben Ort, dann steigt auch der Hass.

Nur Bruder Lorenzo kann solche Situationen durch seine Neutralität schlichten. Er ist auch der einzige, der gegen die mächtige Hasskreatur vorgehen kann, die egal, mit wem sie am selben Ort ist, den Hass steigen lässt. Außerdem sorgt das Versetzen von Romeo & Julia auf die Orte, für das Auslösen bestimmter Aktionen. In der Regeln dürfen wir Familienmitglieder in der Stadt versetzen, sodass möglichen Konflikten aus dem Weg gegangen werden kann. Gewonnen haben wir, sobald die Liebe die maximale Stufe erreicht hat. Verloren haben wir, sobald der Hass seinen Maximalwert erreicht hat.

Zu sehen sind die Figurenchips von Romeo & Julia

Romeo kontrolliert die roten Montagues und Julia die blauen Capulets.

Jedes Mal, wenn die Liebe um eine Stufe ansteigt, muss eine zufällige Ereigniskarte gezogen werden. Diese sorgt für eine Neuverteilung der Familienmitglieder auf die unterschiedliche Orte und kann so Situationen verbessern aber manchmal auch extrem verschlimmern und zu ziemlichen Frust führen.

Gespielt werden kann in bis zu 10 Leveln, die mit aufsteigendem Level immer schwieriger werden. Das bietet also viel Widerspielreiz für Logikliebhabende und Denksportprofis.

Zu sehen sind die Levelkarten von Romeo & Julia.

In den verschiedenen Levels starten die Familien an unterschiedlichen Orten, es gibt verschiedene Startressourcen und die Ereigniskarten setzen sich anders zusammen.

 

Fazit
Ich habe mich selten so dumm während des Spielens gefühlt, wie bei Romeo & Julia. Das Spiel wirkt auf den ersten Blick total harmlos, um dann während der ersten Züge mit der Keule auszuholen und mich mit einem Schlag auf den Boden der Tatsachen zu holen. Hola die Waldfee, was für eine krasse taktische Denkaufgabe steckt in dieser kleinen Schachtel. Auch nach mehreren Runden habe ich das Spiel bisher nicht Mal im ersten Level lösen können. Das frustriert schon ein wenig und mindert auch die Motivation, es erneut auf den Tisch zu packen.

Durch das Zufallselement der Ereigniskarten ergeben sich unabhängig von den unterschiedlichen Orten und Personen manchmal nahezu unlösbare Aufgaben. Das führt vor allem in den gehobeneren Level dann zum Teil zu echtem Missmut. Davon abgesehen sieht das Spiel aber wirklich toll aus. Die Ausstattung ist hochwertig und die Illustrationen sehr stimmig gestaltet. Das Gefühl der permanenten Bedrohung durch die verfeindeten Familien kommt gut rüber. Leute, die gerne anspruchsvolle Logikpuzzle mögen und mal ein nettes Spiel für zwischendurch wollen, können sich Romeo & Julia definitiv mal näher ansehen.

Es gibt ja wirklich wahnsinnig viele positive Rezensionen zu dem Spiel. Ich weiß um ehrlich zu sein noch nicht, ob es bei mir nochmal auf den Tisch finden wird, was aber eher an meiner eigenen Unfähigkeit, als dem Spiel als solchem liegt. Denn diese Art von negativen Emotionen, die in mir geweckt wurden, brauche ich nicht wirklich am Spieletisch. Fairerweise muss man sagen, dass ich das Spiel noch mit mehreren Personen ausprobieren sollte, da meine Mitspielende zwar gerne mit mir spielt, aber keine Freundin von etwas kniffligeren oder schwierigeren Spielen ist. Falls sich meine Meinung dann ändert, füge ich das natürlich der Rezension noch im Nachhinein zu.

 

Bewertung / Test
+ kompakte Schachtel mit schönem Spieldesign
+ hochwertige Komponenten
– eintöniger Spielmechanismus
– für mich schon auf einfachen Leveln zu schwierig
– Zufallskomponente führt zu Frustration

 

(Eine Rezension von Sarah Eischet)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“2-Personen-Spiel”

  • ... Altersgruppe 12 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Romeo & Julia (2020)

Spielidee: Julien Prothière, Jean Philippe Sahut  ab 12 Jahren | 10-35 Minuten  | Huch!
Grafik: David Cochard
Verlag: Huch!
Anzahl der Spielenden: 2 Personen
Altersempfehlung Verlag: ab 12 Jahren
Spieldauer: 10 – 35 Minuten

Generationentauglichkeit: Nein, die Illustrationen sind zum Teil gruselig und das Spiel eine wirklich anspruchsvolle Denkaufgabe.

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