Puzzle oder Rätsel oder beides – Secret of the Scientist von Noris (Rezension)

Secret of the Scientist | Escape | ab 14 Jahren | 1 bis 2 Spielende | Noris

Da stehen wir nun in einem uns fremden Anwesen. Hinter uns ist die Tür ins Schloss gefallen und lässt sich nicht mehr öffnen. In dem Raum vor uns liegt alles verstreut auf dem Boden herum und mittendrin – der tote Körper einer Frau. Ist sie die Wissenschaftlerin? Warum musste sie sterben? Es sieht so aus, als müssten wir uns den Weg aus dem Haus und seine Geheimnisse Stück für Stück erarbeiten.

Puzzelteile und die Decodierscheibe sind die Hauptzutate für dieses Escapespiel
Drei Dinge auf einmal: Puzzle und Escape und Abenteuer.

 

 

Das Spiel
Secret of the Scientist
ist ein Escape-Puzzle und bei Noris erschienen. Es ist für 1-2 Spielende geeignet und kann ab 14 Jahren gespielt werden.

Secret of the Scientist definiert sich selbst Escape Room Puzzle Abenteuer. Dabei setzt es auf einen guten Mix. Lass die Spielenden fünfmal puzzeln, gib ihnen danach eine knackige Logikaufgabe zu lösen und stricke das ganze um die Geschehnisse in einem mysteriösen Haus. Der Weg heraus bleibt zunächst ein Rätsel. Das ist eigentlich eine gute Kombi. Also schauen wir uns die einzelnen Bestandteile genauer an.

Klappen mit bunten Symbolen beherbergen das Spielmaterial.
Finger weg von den Klappen. Erst müssen die Rätsel gelöst werden, dann geht’s weiter.

Los geht immer alles damit, dass wir eine bestimmte Klappe in der Spielschachtel öffnen dürfen. Diese trägt eine Markierung mit vier kombinierten Merkmalen aus Farben und Formen. Das macht sie deutlich von den anderen unterscheidbar. Natürlich dürfen wir dort nur reinschauen, wenn wir ausdrücklich dazu aufgefordert werden. Dann entnehmen wir das darin befindliche Material. Das ist in der Regel ein Kunststoffbeutel mit den Puzzleteilen und je nach Klappe zusätzliches Rätselmaterial aus Papier.

Insgesamt lösen wir in Secret of the Scientist fünf Puzzlesequenzen. Die kleinste umfasst knapp 40 Teile, das größte um die achtzig. Jede wird durch einen Infotext auf dem Klappendeckel eingeleitet, an dessen Ende sich eine Aufgabe anschließt, wenn das Puzzle fertig ist. Jedes fertige Ergebnis zeigt eine Szene in einem Raum, der zu dem Haus gehört, in dem wir gefangen sind. Verwundert stellt man aber schnell fest, dass das Rechteck nicht die einzige Form sein muss, in der ein Puzzle fertiggestellt werden kann.

Ein Blick auf drei ineinander gesteckte Puzzelteile
Na, kennen Sie diesen Herrn? Könnte wichtig werden.

Das Puzzeln nimmt je nach Größe zwischen 10 und 15 Minuten in Anspruch, obwohl es eigentlich gar nicht viele Teile sind. Das liegt vor allem daran, dass wir uns nicht am klassischen Layout orientieren können. So geht’s auch schon mal ums Eck, um den Raum fertigzustellen. Die Teile haben eine Standardgröße, klassische Formen, aber eine mangelnde Papierqualität. So ist es uns passiert, dass sich die oberste, farbig bedruckte Schicht von mehreren Teilen löste. Ist schon doof, wenn man da selbst mit Kleber ran muss. Außerdem haben die einzelnen Puzzleteile keine Markierung, zu welcher Klappe sie gehören. Warum das unglücklich gelöst ist, greife ich später nochmal auf.

Ist der Raum erst einmal fertig gepuzzelt, kann direkt mit dem Lösen des Rätsels begonnen werden. Dabei geht es vor allem Dingen darum, das zusätzliche Material aus der aktuell geöffneten Klappe mit Bildinformationen auf den frisch fertig gestellten Puzzleräumen zu kombinieren. Dabei setzt das Spiel auf bekannte Rätseltypen: mathematische Logikrätsel, Dechiffrieren und Zuordnungen. Jedoch erwies sich schon das erste Rätsel als knackig und herausfordernd. Für blutige Anfängerinnen und Anfänger ist das sicher schon eine harte Nummer. Wie gut, dass man sich Hinweise geben lassen kann, wenn es im Kopf nicht klick macht.

Die Lösung eines Rätsels besteht immer entweder aus Zahlen oder Formen, denen man die Buchstaben A bis D zuordnen kann. Dann sucht man sich entsprechende Schlüsselteile, setzt diese zusammen und legt diese auf den Puzzle-Decoder. Je nach Zusammensetzung wird das Ganze dann noch im oder entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht. Jeweils am Rand der vier Schlüsselteile werden nun einen Teil der Lösung: eine Form, die Farbe der Form, ein Motiv und die Farbe des Motivs.

Ein Blick auf die Decodierscheibe.
Auf jeden Buchstabe wird ein Schlüsselteil gelegt. Dann wird die Scheibe gedreht.

Befindet sich die korrekte Form-Farbenkombination, die gerade gefunden wurde, auf einer Klappe, wird diese geöffnet und das nächste Puzzlerätsel wartet darauf gelöst zu werden. Wenn sie nicht zu sehen ist, muss man den Lösungsweg nochmal überdenken. Der Puzzle-Codierer lügt nicht. Wichtig ist aber auf jeden Fall, die gepuzzelten Räume liegen zu lassen. So entsteht langsam, aber allmählich der komplette Grundriss des Hauses. Und Achtung: Vielleicht muss man ja nochmal in den Räumen für andere Rätsellösungen vorbeischauen. Also bloß nicht vor dem Ende zusammenpacken!

Zum Schluss klärt das Spiel noch über die Bedeutung der Leiche aus dem ersten Raum im Zusammenhang mit alledem auf, was sich im Verlauf des Spiels noch an Handlung offenbart. Das ist aber insgesamt recht belanglos und wirkt konstruiert. Ein Spannungsbogen entwickelt sich da nicht. Secret of the Scientist kann mit oder ohne Zeitdruck gespielt werden. Wählen die Spielenden die Variante gegen die Uhr, kann man am Schluss in einer Tabelle ablesen, wie gut das erzielte Ergebnis ist. Dabei orientiert sich das Spiel an der benötigten Zeit.

Die Spielanleitung umfasst nur webig Text. Die Handlung entsteht durch die neuen Rätsel.
Die Spielanleitung umfasst nur webig Text. Die Handlung entsteht durch die neuen Rätsel.

Hat man irgendwann alles gelöst, werden alle Puzzles natürlich wieder zurück gepackt. Leider gibt es im Spiel keine Ziptüten, in die man das Material zurück räumen kann, denn die Puzzleteile kamen in Kunststoffbeuteln, die aufgerissen werden mussten. Die sind jetzt natürlich kaputt. Auch sind die Puzzleteile nicht markiert. Was genau kommt nochmal in welche Klappe? Und was passiert, wenn die Teile einzelner Räume beim Weckpacken durcheinander geraten? Kleine Markierungen wären für den Rückbau sicher hilfreich gewesen. Auch wenn man dieses Escape-Puzzle wohl nur einmal spielen wird, ist es doch noch immer gut, an Freunde verliehen zu werden, zumal nichts zerstört werden muss.

 

Fazit
Secret of the Scientist will ein Escape Room Puzzle Abenteuer sein. Wir flüchten: check! Wir puzzeln: check! Erleben wir ein Abenteuer? Leider nein. Die Rätsel sind jedoch gut und herausfordernd. Das Puzzeln motivierte uns sehr. Erstens waren wir positiv überrascht, dass wir umdenken mussten. Zweitens arbeitet der Kopf schon gleich mit, die Augen flitzen über die Details, die entstehen, denn immerhin kann ja alles für das nächste Rätsel wichtig sein.

 


Bewertung / Test

+ Guter Mix auf Puzzeln und Rätseln
+ Interessanter Puzzle-Decoder
– Wohin mit dem Material beim Wegpacken?
– Puzzleteile nicht wertig
– Abenteuer entsteht keins


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Escape”

  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
3.3

Secret of the Scientist (2021)

Spielidee: Identity Games
Grafik: Identity Games
Verlag: Noris
Anzahl der Spielenden: 1-2 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 14 Jahren
Eigene Altersempfehlung: 10 bis 12 Jahre macht sicher im Duo mit einer erwachsenen Person auch schon Sinn
Spieldauer: 2,5 Stunden

Generationentauglichkeit: Als generationentauglich würde ich Secret of the Scientist nur bedingt einstufen. Schrift und Puzzleteile, alles ist eher klein bis winzig geraten.

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