Augen auf beim Drachenfang – Space Dragons von Edition Spielwiese (Rezension)

Space Dragons | Familienspiel | ab 10 Jahren | 3 bis 5 Spielende | Richi Haarhoff | Edition Spielwiese | generationentauglich

Okay Crew, ich habe euch ausgesucht, weil ihr die Besten zwischen hier und dem Andromeda-Nebel seid. Jetzt geht sie los – unsere Jagd auf die Weltraumdrachen. Aber nicht leichtsinnig werden. Schilde hoch, Zielsensoren aktivieren. Vielleicht lungern ja noch ein paar andere Jäger hier im Quadranten. Und keine krummen Dinger, verstanden?

Die Schachtel liegt af den ausgebreiteten Karten. Vier Drachen sind zu sehen.
Los geht die Jadg auf die Weltraumdrachen

 

 

Das Spiel
Space Dragons
ist ein Kartenspiel von Richi Haarhoff und bei Edition Spielwiese erschienen. Es ist für 3-5 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Space Dragons ist Stichspiel mit Weltraumthema. Das kommt bekannt vor. Allerdings verzichtet es auf bekannte Regeln, wie etwa Trümpfe, Bedienzwang oder Joker. Stattdessen befinden sich zusätzlich zu den Zahlenwerten von 1 bis 80 eine ganze Reihe von Symbolen auf den Karten. Die bringen beim Ausspielen Effekte mit und helfen dabei, bei der Abschlusswertung Extrapunkte zu bekommen. Das sorgt für eine spannende und abwechslungsreiche Jagd auf Weltraumdrachen und Punkte.

Eine Runde Space Dragons gliedert sich in zwei Phasen. In Abschnitt 1 stellen sich alle eine Crew zusammen, mit der sie ins Abenteuer ziehen wollen. Dazu erhalten sie aus dem gemischten Crewkartenstapel neun Karten auf die Hand, die restlichen bilden den Vorratsstapel. Jede davon zeigt ein nett illustriertes Alien, wie bereits erwähnt eine Zahl zwischen 1 und 80 und eine Auswahl an Symbolen. Dann wird gedraftet. Dabei nimmt jeder eine Karte, legt diese verdeckt vor sich ab und gibt den Rest weiter. Das geht solange, bis jeder neun verdeckte Crewkarten vor sich liegen hat, die dann auf die Hand genommen werden.

Ein Detailblick auf die Crewkarten
Wilde Kerle. Jede Karte gibt es nur einmal.

Nun wird der verdeckte Drachenstapel aus sieben Karten vorbereitet. Ein Drache trägt einen Punktewert zwischen 8 und 12. Je größer die Zahl, desto besser für die Endwertung. Auf diesen Karten können zusätzlich auch Symbole sein. Um sie kämpft man jetzt in der Phase 2, der Drachenjagd. Dabei gilt, dass die Person den Stich gewinnt, welche die Crewkarte mit dem höchsten Kartenwert ausspielt. Und jetzt sorgen die Symbole dafür, dass richtig Pfeffer ins Spiel kommt.

Einige Karten zeigen zusätzlich zu ihrer Zahl Schildsymbole. Werden sie gespielt, schützt sich das eigene Schiff vor zukünftigem Schaden durch die anderen. Um dies anzuzeigen, nehmen sich die Spielenden Karten vom Vorratsstapel und schieben sie so unter das eigene Raumschiff, dass auf dem Kartenrücken ein Schild sichtbar ist. Außerdem zählt jedes dieser Schilde, das noch am eigenen Raumschiff sichtbar ist, zum Schluss des Spiels einen Punkt.

Fünf Spielende kämpfen um den Drachen. Die Karte 77 hat den größten Zahlenwert.
Die 77 macht das Rennnen. Dafür hagelt es Schaden von allen Seiten.

Für jede Flamme, die ausgespielt wird, nimmt man stattdessen Schaden am eigenen Schiff. Wieder greifen die Spielenden zum Vorratsstapel, legen die Karte aber so unter das eigene Raumschiff, dass das Flammensymbol zu sehen ist. Jedes davon ist zu Schluss gleich fünf Minuspunkte wert. Gut, wenn im weiteren Verlauf des Spiels ein Crewmitglied ein oder mehrere Werkzeugsymbole mitbringt . Pro Symbol wird ein Schaden am eigenen Raumschiff geflickt. So gehen auch die Minuspunkte wieder weg. Das letzte Symbol zeigt ein Fadenkreuz. Das knallt bei der Person rein, die den Stich gewinnt und demoliert deren Schiff.

Die Karte 1 gewinnt sicher keinen Stich, repariert aber 3 Schaden am eigenen Schiff.
Diese Karte fängt nicht mal eine Drachenschuppe, repariert aber 3 Schaden am eigenen Schiff.

Zu den Plus- und Minuspunkten, die durch die Symbole am Raumschiff generiert werden, können manche Crewkarten auch einfach so Bonus- oder Maluspunkte für die Schlussrechnung bringen. Und dann kommen da noch Symbole für Wissenschaft, Stimmung und Kriminalität. Denn dafür gibt es zum Ende des Spiels auch noch eine separate Wertung. So belohnt beispielsweise das Spiel die Person mit 10 Punkten, welche die meisten Stimmungssymbole ausgespielt hat. Bei der Kriminalität ist es aber genau anders rum. Nur die mit den wenigsten Symbolen bekommen Punkte.

Ein Blick auf die drei ausliegenden Wertungskarten
Genau überlegen, was man ausspielt. Bei der Wertung zum Ende köommt es auf jedes einzelne Symbol an.

So wird jeder der sieben Stiche im Kopf zu einer kleinen Rechenaufgabe. Nehme ich den Drachen für 11 Punkte, muss aber Schaden nehmen, weil ich keine Schilde habe. Dafür rutsche ich aber in der Wissenschaftswertung wieder nach vorne, was erneute Punkte bringt. Da lohnt es sich sogar mal auf die Auslage der anderen zu schielen. Das Taktieren beginnt mit jedem Stich neu. Und das macht Space Dragons als Stichspiel tatsächlich besonders.

Die Wertung am Schluss ist allerdings anfangs ein bisschen fummelig. Vielleicht hätte da ein Wertungsblock ein bisschen mehr Übersicht gebracht. So muss halt im Kopf oder mit einem Schmierblatt gerechnet werden, bis alle Punkte festgehalten sind. Aber nach ein paar Runden klappt das auch schnell und unkompliziert.

Das Spiel ist vorbei. Das Bild zeigt die Auslage einer Person.
Mal rechnen. Punkte gibt es für Drachen, Schilde und Schaden, Extrapunkte auf Karten und die Platzierung n den Symbolwertungen.

Eine Runde Space Dragons dauert etwa 20 Minuten. Das ist sicher schnell genug, um direkt eine zweite Runde dranzuhängen. Da sowohl von den Drachen- als auch den Crewkarten immer nur eine kleine Auswahl pro Runde genutzt werden, ist die Variabilität, und dadurch der Wiederspielwert recht hoch. Außerdem sind die Wertungskarten für Kriminalität, Stimmung und Wissenschaft sogar doppelseitig. Jede Seite hat eine eigene Wertungsoption. Auch da kann man nach Lust und Laune mischen.

Das Spiel ist komplett sprachneutral. Die Symbolsprache regelt alles außerordentlich gut. Die einzelnen Symbole sind aber fast ein bisschen zu klein geraten. Das Weltraumthema holt sicher jüngere Menschen mehr ab, ist aber kein Grund, diesem Spiel keine Chance zu geben. Immerhin geht es ja darum, Drachen zu fangen. Das klappt mit sehr einfachen Regeln, erfordert aber bei allen sieben Stichen taktische Überlegungen. Es gewinnt nicht automatisch die Person, die am Ende die meisten Drachen geschnappt hat. Schade, dass mindestens drei Personen zusammen kommen müssen, um es zu spielen.

Ein Blick auf den Inhalt des Spiels. 103 Karten sind in der Schachtel-
Es braucht nur Karten, um Drachen zu fangen.

 

 

Fazit
Space Dragons ist ein Kartenspiel, das Spaß macht. Beim Abwägen der Konsequenzen einer jeden gespielten Karte kribbelt es schon in den Fingerspitzen. Der Kopf denkt ständig mit. Das holt sicher auch Vielspielende ab. Dazu sind die Regeln sehr schnell erlernt und ein Runde ist fix gespielt. Die Karten sind witzig illustriert, vor allem die Drachen sind gelungen. Die Tatsache, dass schon mindestens drei Personen zusammenkommen müssen, um nach den Space Dragons zu jagen, soll auf jeden Fall Motivation sein, Freunde oder Familie zu einer Runde einzuladen.

 

Bewertung / Test
+ taktische Überlegungen trotz einfacher Regeln
+ witzig illustriert
+ schneller Spielverlauf
+ Karten besitzen mehrere Funktionen
– Wertungsblock wäre hilfreich
– Symbole unerwartet klein
– erfordert mindestens 3 Personen

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3.8

Space Dragons (2021)

Spielidee:Richi Haarhoff
Grafik: Florian Biege
Verlag: Edition Spielwise | Pegasus
Anzahl der Spielenden: 3-5 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten
Generationentauglichkeit: Die Symbole sind schon klein geraten. Wenn die Augen keine Probleme machen, klappt das ansonsten gut. Das Weltraumthema holt sicher jüngerer Menschen mehr ab

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