Nah am Wasser bauen: Ishtar von iello (Rezension)

Ishtar : Die Gärten von Babylon | Familienspiel | ab 12 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Bruno Cathala und Evan Singh | iello | generationentauglich

Wir sollen die Wüste begrünen! In der großen Landschaft gibt es einzelne Brunnen, die sind unerlässlich, um mit dem Gartenbau überhaupt zu beginnen. Kaum hat man losgelegt und nimmt seinen Garten in Besitz, sieht man in der Ferne Andere, die sich um ihren Brunnen herum ausbreiten mit ihrem eigenen Gelände. Das birgt die Gefahr, das sie den eigenen Platz bald begrenzen.

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Ishtar: die Gärten von Babylon
 ist ein Familienspiel von Bruno Cathala und Evan Singh und bei iello erschienen. Es ist für 2 – 4 Spielende geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.

Der Spielplan wir modular aufgebaut. Die Zahl der Module richtet sich nach der Zahl der Spielenden. Das ist goldrichtig, denn unser Gartenbau braucht Platz und spannend wird es erst, wenn man sich ins Gehege kommt.

Auf jedes Modul kommt ein Brunnen auf den vorgegebenen Platz. Weitere Markierungen zeigen, wohin Edelsteine gelegt werden, die es in drei Farben gibt. Zudem gibt es Felder mit Felsen, die nicht überbaut werden dürfen.

Spielbrett zu Beginn: Brunnen und zahlreiche Edelsteine
In der leeren Wüste wimmelt es von Edelsteinen.

In der zentralen Auslage gibt es -wohlsortiert- Gartenplättchen in unterschiedlicher Form, mit unterschiedlicher Zahl von Blüten. Einige tragen Symbole, die Sonderaktionen ermöglichen. Die aktive Person sucht sich eines der Felder und somit eines der Plättchen aus und deponiert dort seine Gießkanne. Die folgenden Spielenden können das im Uhrzeigersinn nächste Feld nutzen. Wenn sie andere, spätere Felder nutzen wollen, kostet das Edelsteine.

Die zentrale Auslage mit Gartenplättchen
Von dieser Auslage wählen die Spielenden die Gartenplättchen.

Das eigene Spielertableau zeigt Aktionsmöglichkeiten, die sich im Falle eines entsprechenden Symbols auf dem gewählten Plättchen nutzen lassen. Jede kostet allerdings zwei Edelsteine und es ist erst die untere Möglichkeit zu nutzen, bevor man die Aktion darüber nehmen kann. Nach einmaliger Erklärung ist sofort klar, was sich hinter den Symbolen verbirgt, das ist alles logisch und nicht schwierig.

Tableau eines Spielenden: hier gibt es Optionen für extra Spielzüge und Siegpunktoptionen
Das Spielertableau gibt Möglichkeiten, die gewonnenen Edelsteine einzusetzen.

Das Legen der Plättchen auf dem Wüstenplan folgt einigen Regeln, auch die sind nicht schwierig: das erste Plättchen bedarf den Anschluss an einen Brunnen, ab da darf man anlegen. Die überbauten Edelsteine bekommt der Spielende. Ist ein Gärtnersymbol oder ein Fragezeichensymbol auf dem Plättchen, darf man einen Gärtner einsetzen und diesen Garten somit in Besitz nehmen. Das erinnert an Carcassonne. Ishtar ist vom Spielgefühl und vom Schwierigkeitsgrad her durchaus vergleichbar.

Eine ganz wichtige Regel ist, dass die Gärten auf Abstand bleiben müssen, Brunnen nicht durch Plättchen verbunden werden dürfen. So ist es zielführend, sich schnell in Richtung der Gegner:innen auszubreiten, um deren Möglichkeiten einzuschränken. Andererseits macht es Sinn, mehrere Gärten zu belegen. Die Brunnen geben, je nach Farbe, unterschiedlich Siegpunkte am Ende. Sollte man sich auf einen hochwertigen Brunnen konzentrieren, oder sich an die weniger begehrten halten? Die unterschiedlichen Formen gilt es sinnvoll einzupuzzlen und sich Platz zu lassen für weitere Teile. Ebenso wichtig ist es, wertvolle Edelsteine einzusammeln. Eine reizvolle Aufgabe!

Spielsituation: einige Gartenplättchen sind gesetzt
Das Spielbrett füllt sich: es wird schwieriger, gute Plätze für die Gartenplättchen zu finden.

Fünf offen ausliegende Karten ermöglichen, nach dem eigenen Spielzug mit den gewonnenen Edelsteinen einen Baum oder gleich mehrere Bäume zu kaufen. Die Karten erfordern eine unterschiedliche Kombination von Edelsteinen und geben entsprechend Siegpunkte. Die Bäume werden auf einem freien Grasfeld platziert.

Die zweite Möglichkeit, die Edelsteine einzusetzen ist, wie bereits erwähnt, das eigene Tableau. So lassen sich zum Beispiel Plättchen mit Blüten erwerben, die freie Grasfelder überdecken. Jede Blüte bringt am Ende einen Siegpunkt.

Beendet wird Ishtar, wenn an zwei Plätzen keine Pflanzplättchen mehr zur Verfügung stehen.

 

 

Fazit
Ishtar ist ein schön gemachtes Legespiel, das an Carcassonne erinnert. Die Regeln sind leicht gelernt, logisch und übersichtlich. Die Tiefe kommt beim Spielen ohne zum langen Grübeln zu verführen. Das Ausdehnen der Gärten macht das Spiel interaktiv. Mehrere Wege, um Siegpunkte zu generieren reizen dazu, in einer erneuten Partie eine andere Strategie auszuprobieren.

Regeln wie Ausstattung laden ein, auch mit mehreren Generationen von Spielenden eine Partie zu versuchen. Die Symbole auf den Spielertableaus sind etwas klein, doch gut erkennbar und schnell verständlich. Die Altersangabe des Verlages finde ich zu hoch angesetzt: ab 10 Jahren sollte es kein Problem sein.

Die Anleitung ist vorbildlich, das Extra-Blatt für den Spielaufbau und Glossar für das Spielertableau praxisgerecht. Super!

 

Bewertung / Test
+ schön gestaltet, wertiges Material
+ gut verständliche Regeln, nicht schwierig
+ mittlere taktische Tiefe erschließt sich beim Spiel
+ gut gemachte Anleitung

 

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
4.1

Ishtar: Die Gärten von Babylon (2019)

Spielidee: Bruno Cathala und Evan Singh
Grafik: Biboun
Verlag: iello
Anzahl der Spielenden: 2 – 4
Altersempfehlung Verlag: ab 12 Jahren

Eigene Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 45 Minuten

Generationentauglichkeit: durchaus. Manches erfordert aber Feinmotorik.

 

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