Magische Punkt-zu-Punkt-Rätsel – Imagenius von Piatnik (Rezension)

Imagenius | Kinderspiel | ab 7 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Olivier Mahy | Piatnik | pädagogisch wertvoll

Kennt ihr die Punkt-zu-Punkt-Rätsel, bei denen ihr durchnummerierte Punkte miteinander verbinden müsst? Und bei denen am Ende, wenn alle Punkte richtig miteinander verbunden sind, ein Bild erscheint? Viele Kinderzeitschriften und Kinderrätselblöcke enthalten solche Rätsel. Ich habe als Kind selbst viele solcher Rätsel gelöst. Wobei gelöst wahrscheinlich das falsche Wort ist. Denn wenn einem zwischen den Punkten schon Katzenaugen entgegenblicken, ist eigentlich schon vor Beginn klar, was es werden wird. Der Rätselspaß ist da eher klein. „Imagenius“ macht sich dieses Spielprinzip zu eigen, hat es aber auf zauberhafte Weise weiterentwickelt.

Das Spielmaterial von Imagenius

 

Das Spiel
Imagenius
ist ein Kinderspiel von Olivier Mahy und bei Piatnik erschienen. Es ist für 2-4 Spielende geeignet und kann ab 7 Jahren gespielt werden.

In „Imagenius“ müsst Ihr durch das Verbinden bestimmter Symbole Bilder entstehen lassen, sozusagen herbeizaubern. Ihr seid Zauberlehrlinge und erhaltet zu Spielbeginn eine abwischbare Zeichentafel (=Zaubertafel) und einen Stift (=Zauberstab). Stellt die Sanduhr in die Tischmitte. Mischt die Karten und legt 4 davon ebenfalls in die Tischmitte. Deckt die bereit gelegten Karten vorerst noch mit dem Deckblatt ab. Jetzt seid Ihr bereit zum Zaubern!

Keine Angst, vor dem Gespenst!
Diese Karte ließ ein Gespenst erscheinen!

 

Für den Einstieg beinhaltet das Spiel 3 Einsteiger-Sets, die euch mit den 3 Zeichenregeln vertraut machen:
Regel 1: Symbole, die auf der Karte mit einer Linie verbunden sind, müssen mit einem geraden Strich verbunden werden.
Regel 2: Symbole, die auf der Karte alleine stehen (ohne Verbindungslinie), müssen eingekreist werden.
Regel 3: Symbole, die mit einer Sternschnuppe gekennzeichnet sind, müssen mit einer gebogenen Linie verbunden werden.

Einsteiger-Sets, für die ersten Spielrunden.
Die 3 Einsteiger-Sets erklären die Zeichenregeln und erleichtern euch den Einstieg ins Spiel.

 

Gespielt werden 8 Runden (= 4 doppelseitig bedruckte Karten). Ihr spielt gleichzeitig. Deckt die erste Karte für alle gut sichtbar auf. Ihr müsst nun die auf der Karte abgebildeten Symbole möglichst schnell auf eurer Zaubertafel finden und miteinander verbinden. Wer den geheimen Gegenstand am schnellsten erkennt, schreibt den Begriff oben links auf seine Zaubertafel und dreht die Sanduhr um. Alle anderen haben jetzt noch 30 Sekunden Zeit, den Gegenstand ebenfalls noch zu entschlüsseln.

Noch nicht ganz fertig.
Könnt ihr die Krone schon erkennen?

 

Nach Ablauf der Sanduhr wird aufgelöst. Ob eure Lösung richtig ist, könnt ihr in der Spielanleitung anhand der aufgedruckten Kartennummer nachprüfen. Für richtige Antworten erhaltet ihr Sterne. Wer die Sanduhr umgedreht und richtig gelöst hat, darf 2 Sterne auf seiner Zeichentafel abkreuzen. Für eine falsche Antwort muss 1 Stern wieder gelöscht werden, sofern aus früheren Runden schon Sterne angekreuzt sind. Alle anderen erhalten für die richtige Antwort 1 Stern, bei falscher Lösung wird ihnen kein Stern abgezogen.

Die Lösungen sind im Spielheft enthalten.
Anhand der Kartennummern lassen sich die Lösungen im Spielheft nachprüfen.

 

Nach Vergabe der Sterne bereitet ihr die nächste Runde vor. Löscht dazu mit dem Schwämmchen auf der Rückseite eures Stiftes die Zeichnung auf eurer Zaubertafel. Wer in der vorherigen Runde am Schnellsten war und die Sanduhr umgedreht hat, muss für diese Runde seine Zaubertafel umdrehen und auf der schwierigeren schwarz-weißen Seite zeichnen. Deckt den nächsten Gegenstand auf, indem ihr die aktuelle Karte umdreht oder eine neue Karte zieht.

Der Zauberlehrling der nach 8 Gegenständen, die meisten Sterne gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

 

Fazit
Imagenius ist thematisch toll umgesetzt und hat mich bezaubert. Hier wird der Stift zum Zauberstab und die Symbole sind nicht einfach nur Symbole, sondern Zutaten für eine Zauberformel. Das einfache und doch anspruchsvolle Spielprinzip hat mir sehr gut gefallen. In meinen Spielrunden musste ich aber die Feststellung machen, dass nicht jeder meine Meinung teilt. Ich empfand das Spiel als positiv anspruchsvoll und war neugierig auf das entstehende Bild. Andere empfanden es als „leidige Sucherei“. Geschmäcker sind eben verschieden.

Vom schön illustrierten Cover angezogen, holten die Kinder im Spieletreff unter einer Vielzahl von Spielen „Imagenius“ aus dem Regal. Die jüngeren Kinder haben sich mit dem Spiel aber etwas schwer getan. Sie haben die Symbole nur schwer gefunden und waren überfordert. Der anfängliche Spielreiz hat dadurch bei einigen schnell nachgelassen. Ich würde das vom Verlag vorgegebene Alter von 7 Jahren etwas anheben und empfehle es ab 8 Jahren.
Die älteren Kinder hatten das Spiel schneller verinnerlicht und Gefallen gefunden. Bei ihnen wurde Karte um Karte gelöst. Der Reiz des Spieles liegt ganz klar darin, dass in keinster Weise erkennbar ist, welches Bild entstehen wird.

Ich würde generell empfehlen, in den ersten Spielerunden mit Kindern die Rätsel miteinander statt gegeneinander zu lösen. Sind die Kinder mit dem Spielprinzip vertraut, kann gegeneinander und auf Zeit gespielt werden. Auch die schwierigere Schwarz-Weiß-Seite würde ich erst nach mehreren Spielrunden mit einbeziehen. Denn durch den Wegfall der Farben fällt ein wichtiges Erkennungsmerkmal weg, was das Finden der Symbole deutlich schwieriger macht.
„Imagenius“ ist für 2-4 Spielende vorgesehen, kann von den Kindern aber auch wunderbar alleine gespielt werden. Es ist ein schöner Zeitvertreib die Zauberformeln zu entschlüsseln und die verborgenen Bilder entstehen zu lassen.

Das Material ist durchdacht. Einsteigersets, doppelseitig bedruckte Zeichentafel für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, ausreichend viele und große Karten und Stifte mit Schwämmchen zum Löschen der Zeichnung. Was mir allerdings gefehlt hat, sind Sichtschirme, da die Kinder doch gerne mal auf die Nachbartafel linsen.

„Imagenius“ ist ein schönes Kinder- und Familienspiel. Für generationsübergreifendes Spielen ist es aber eher weniger geeignet. Die Symbole sind dann doch zu ähnlich und schwer zu unterscheiden. Trotz geteilter Meinungen in den verschiedenen Spielerunden, ist „Imagenius“ für mich eine Spielempfehlung.

 

Bewertung / Test
+ wunderschön illustriert
+ Bilder sind vorab nicht erahnbar
+ unterschiedliche Schwierigkeitsstufen erleichtern den Einstieg
+ Spielprinzip wird schnell verstanden
+ fördert die Konzentration
+ keine Wartezeiten
– Sichtschirme wären schön gewesen
– für manche Kinder und auch Erwachsene war die Herausforderung zu groß

 

(Eine Rezension von Monika Glashauser)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kinderspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre

Imagenius (2021)

Spielidee: Olivier Mahy
Verlag: Piatnik
Grafik: Guillaume Bernon
Anzahl der Spielenden: 2-4 Spielende
Altersempfehlung Verlag: ab 7 Jahren
Eigene Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten
Generationentauglichkeit: Nein. Die einzelnen Symbole sind sich ähnlich und schlecht auseinander zu halten.
Pädagogisch wertvoll: Ja

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