Wenn Eis Geschichte erzählt – Nunatak – Tempel aus Eis – Kosmos Verlag (Rezension)

Nunatak - Tempel aus Eis | Familien | ab 10 Jahren | 1-4 Personen | Klenko, Kane | Kosmos Verlag | generationentauglich

Da ist ordentlich was drin! Verschiedene Karten, jede Menge bunte "Eisklötze", viele Bauplatten, die Tempelspitze und natürlich die Rahmenteile für den Spielplan.
Da ist ordentlich was drin! Verschiedene Karten, jede Menge bunte „Eisklötze“, viele Bauplatten, die Tempelspitze und natürlich die Rahmenteile für den Spielplan.

 

Schon beim Anheben der Schachtel von „Nunatak – Tempel aus Eis“ ist klar: Hier steckt ordentlich was drin. Thematisch bewegen wir uns in den Überresten riesiger Eistempel, den sogenannten Nunataks, errichtet von einer längst vergessenen Zivilisation. Und genau dieser Zivilisation gehören wir in diesem Spiel an. Unser Ziel ist es, den Tempel gemeinsam wieder aufzubauen – natürlich nicht ganz uneigennützig, denn am Ende zählen, wie so häufig, die meisten Siegpunkte.
Der Spielplan bietet hier bereits gegenüber anderen Spielen eine Ausnahme: Er besteht aus mehreren Teilen, die bei jedem Spiel neu angeordnet zusammengesetzt werden. Dies sorgt für eine angenehme, minimalistische Abwechslung.
Runde für Runde wählen wir Baukarten aus der Auslage, platzieren dann entsprechend Eisblöcke in unserer Spielerfarbe auf dem Spielplan und erhalten – je nach Situation – sofort oder später Punkte.
Die Baukarten sind dabei der zentrale Motor des Spiels. Über sie sammeln wir Sets, gleiche Karten oder bestimmte Kombinationen, die am Spielende ausgewertet werden. Manche Karten bringen zudem besondere Fähigkeiten mit sich, wie etwa das Tauschen von Bodenplatten, was dem ansonsten eher ruhigen Aufbau immer wieder kleine taktische Momente verleiht.

Die Entscheidung für eine blaue Baukarte, berechtigt mich einen meiner orangenen Eisklötze auf eine blaue Markierung zu platzieren.


Punkte gibt es aber nicht nur fürs eigene Bauen. Sondern auch für Beteiligungen in Bauprozessen und Sammeln von verschieden Baukarten Kombinationen. So wächst der Tempel nach und nach in die Höhe, ähnlich eine Pyramide. Immer wieder werden neue Bodenplättchen auf bereits bebaute Ebenen gelegt. Wenn unsere Eisblöcke dabei als tragende Plattform dienen und wir in ausreichender Blockanzahl beteiligt sind, werden wir dafür mit Punkten belohnt. Dieses unterstützende Bauen bei „Nunatak – Tempel aus Eis“ fühlt sich thematisch sehr stimmig an und sorgt dafür, das man ständig abwägt, wo man seine eigenen Blöcke platziert.
Des Weiteren verändern sich im Laufe des Spiels die Baukarten: Sie werden stärker dadurch, dass sie nun zweigeteilt, also mit zwei verschiedenen Symbolen ausgestattet sind und ermöglichen es nun, noch gezielt weiter an der eigenen Sammelstrategie arbeiten zu können. Das gibt „Nunatak – Tempel aus Eis“ eine schöne Entwicklungskurve. Wer es am Ende schafft, die Tempelkuppe ganz oben aufsetzen zu dürfen, darf sich über zusätzliche Extrapunkte freuen.
Je nach Spieleranzahl – besonders bei zwei oder vier Personen – ändern sich einzelne Regeln leicht. Insgesamt ist „Nunatak – Tempel aus Eis“ eine gelungene Mischung aus Bauen und Set Collection im Familienspielbereich. 
Eine gut strukturierte Spielerhilfe erleichtert den Einstieg und macht das Nachschlagen in der Anleitung nahezu unnötig.

 

Der fertige Tempel aus „Eis“.

 

Fazit
„Nunatak – Tempel aus Eis“
überzeugt durch sein gut durchdachtes und schönes Material, den dezent variablen Spielaufbau und ein stimmiges Zusammenspiel aus gemeinsamen Bauen und individueller Punktejagd. Der wachsende Eistempel ist ein echter Blickfang auf dem Tisch und sorgt für ein starkes Spielerlebnis, das sowohl Familien mit Kindern als auch Gelegenheitsspieler abholt. Der Solomechanismus dürfte einige erfreuen, hier spielt man einfach „nur“ nach Punkteergebnis. Für Vielspielende hat „Nunatak – Tempel aus Eis“ allerdings zu wenig Tiefe, die Zielgruppe für „Nunatak“ ist hier auch eine andere. Trotzdem eignet sich dieses Spiel für gemeinsame Besuche im ewigen Eis, auch wenn die Spielvorlieben am Tisch unterschiedliche Level haben. 

 

Bewertung / Test
+ schönes, wertiges Spielmaterial 
+ Set Collection im sehr einfachen Stil
+ mehrere Möglichkeiten der Punktegenerierung
+ gute Ikonisierung auf den Baukarten
+ Spielerhilfen inklusive Kurzerklärungen      
– für Vielspieler zu wenig taktische Tiefe


(Eine Rezension von Sandra Waesch)

 

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Nunatak - Tempel aus Eis (2023)

Spielidee: Kane Klenko
Grafik: Stephen Kerr
Verlag: Kosmos Verlag
Anzahl der Spielenden: 1-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja, die Kartentexte sind ausreichend groß