Ein Wissensspiel das keines ist – das Maß aller Dinge von Game Factory (Rezension)

Hiiillfffeeee. Nicht schon wieder ein Wissensspiel. Ehrlich! Ich habe sie noch nie gemocht. Keine Ahnung warum. Vielleicht weil mich Themen über Sport und Prominenz nicht interessieren. Oder weil ich mir nicht mal den Titel des Films merken kann, den ich gestern gesehen habe. Wissensspiele sind einfach nicht meins. Mein Allgemeinwissen erstreckt sich auf die wenigen Bereiche, für die ich Feuer und Flamme bin – solange ich keine Namen oder Jahreszahlen nennen muss. Ich bin ja froh, dass ich mir die Namen meiner Lieblingsspiele merken kann – bei den Autoren wird es dann schon schwieriger. Und Grafiker? Was? Die haben Namen????
Und dennoch präsentiere ich Euch heute ein Wissensspiel, dass mir außerordentlich gut gefällt. Der Grund ist ganz einfach: Es ist kein Wissensspiel, es scheint auf den 1. Blick nur so…

 

Das Spiel
Das Maß aller Dinge ist ein Spiel von Arno Steinwender und Christoph Puhl, welches bei Game Factory erschienen ist. Es kann mit 2-6 SpielerInnen (Juhuuu, ich liebe Gruppenspiele) gespielt werden und ist ab 14 Jahren geeignet (und so viel sei bereits gesagt: Die Altersangabe macht Sinn *g*)

Die MitspielerInnen legen ihr Maßband zurecht, bringen ihre Schätzleisten in Stellung und schon kommt die erste Frage. Die Fragenkarten stellen den SpielerInnen tatsächlich ziemlich abgedrehte und doch höchst interessante Fragen. Fragen, auf die man meist selten die richtige Antwort „weiß“. Sinn des Spiels ist es nämlich, die Antwort zu schätzen. Und dafür haben die SpielerInnen drei Schätzleisten verschiedener Größe vor sich ausliegen. Je kleiner die Schätzleiste ist, die man nun auf die „Das Maß aller Dinge Leiste“ anlegt, umso mehr Punkte gibt es bei richtiger Antwort.

Dabei überträgt man einfach die auf der Fragekarte angegebenen Einheiten auf die Leiste. Jeder darf nun also schätzen, wie alt z. B. das angeblich älteste gefundene Kaufgummi ist oder wieviel Weinberge das Weingut vom Dalai Lama beherbergt. Hat jeder geschätzt, wird die Fragenkarte umgedreht und an die „Das Maß aller Dinge Leiste „ (gab es dafür keinen kürzeren Namen??) angelegt. Nun sieht man, ob die eigene Schätzleiste im richtigen Bereich liegt. Wenn ja gibt es zwischen 2 bis 5 Zentimeter als Punkte, die man auf seinem Maßband abtragen darf. Wer zuerst 15cm sammeln konnte, gewinnt.

 

Fazit
Ich war mir sicher, das Spiel nicht zu mögen. Antworten auf Fragen zu finden, finde ich meistens doof. Doch von Das Maß aller Dinge bin ich schwer begeistert. Es macht Spaß und zwar so richtig. Die Fragen an sich sind der Grund. Denn hier will man gar nicht, dass SpielerInnen mit Wissen punkten können. Sondern es geht rein ums schätzen. Und nachdem die Fragen teilweise total durchgeknallt sind (ich frag mich ja jetzt schon, ob die Autoren selbst auf diese Fragen gekommen sind),  ist sogar das Schätzen der Antworten eine Herausforderung. Selbst wenn mal eine Frage kommt, bei der man meint, die Antwort schonmal gehört zu haben, liegt man gerade bei dieser dann meist daneben.

Wir haben das Maß aller Dinge mehrfach gespielt und eine riesen Gaudi gehabt, mit 3-6 Personen noch mehr als nur zu zweit. Wir hätten übrigens auch nichts gegen 2-4 Maßbändern mehr. Das Spiel schreit nach mehr MitspielerInnen 😉
Achja und die Altersangabe… Auf die hätten wir besser hören sollen. Wir haben eine 11-Jährige mitspielen lassen, da wir dachten – soooo schwer ist das Spielprinzip ja nicht – und dann kam sie, die Frage, die ein Kind erröten lässt. Die Frage nach dem Johannes eines Mannes. Ihr versteht schon. Vielleicht nehmt Ihr die Altersangabe etwas ernster als ich, auch wenn wir alle herzlich gelacht haben.
Einen kleinen Makel hat das Spiel übrigens, neben den tollen Fragen, dem gewohnt schönen Material des Verlages und der guten Spielidee: Es macht so viel Spaß, dass man die Fragen bald durch hat. Also: Wo ist Nachschub? Ich will mehr davon!

 

BEWERTUNG
+ witzige und verrückte Fragen
+ Schätzen macht viel Spaß
+ hochwertiges Material
+ tolle Spielidee
– 300 Fragen reichen uns nicht


(Eine Rezension von Petra Fuchs)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Gruppenspiele”

  • ... Altersgruppe 14 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76
5

Das Maß aller Dinge (2019)

Autor: Arno Steinwender und Christoph Puhl
Grafik: Game Factory
Verlag: Game Factory
Spieleranzahl: 2-6 Spieler
Altersempfehlung Verlag: Ab 14 Jahren
Spieldauer: 20+ Minuten

Generationentauglich: Verschiedene Generationen, sofern mindestens 14 Jahren (oder früh aufgeklärt)  können hier wunderbar gemeinsam sehr viel Spaß haben 🙂

Pädagogisch wertvoll: Also man lernt hier schon so einiges. Aber die Fragen sind so abgedreht, dass sich wohl niemand die Antworten merken wird 😉

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