Drachenlocken leicht gemacht – Schwingenschlag von Feuerland (Rezension)

Schwingenschlag | Kennerspiel | ab 12 Jahren | 1 bis 5 Spielende | Connie Vogelmann | Feuerland

In einer Welt, in der Drachen existieren und den Himmel bevölkern, sind wir angehende Drachenprofis. Wir graben Höhlensysteme aus, um sie für diese einzigartigen, fliegenden Geschöpfe bewohnbar zu machen. Je mehr wir von ihnen wissen, umso besser können wir uns um diese wunderschönen Kreaturen kümmern. Je anspruchsvoller und seltener die Drachen sind, die in unseren Höhlen leben, desto näher bringen sie uns unserem Ziel entgegen, von allen Drachenprofis am Ende am erfolgreichsten zu sein.

Bei Schwingenschlag gibt es jede Menge Spielmaterial. Den Drachengildenkreis, Höhlenkarten, Drachenkarten, Rundentafel, Münzen, Eier, Ressourcen, Wertungsblock, Spielkomponenten in unterschiedlichen Farben und die Kartentafel.
Bei Schwingenschlag gibt es jede Menge Spielmaterial. Den Drachengildenkreis, Höhlenkarten, Drachenkarten, Rundentafel, Münzen, Eier, Ressourcen, Wertungsblock, Spielkomponenten in unterschiedlichen Farben und die Kartentafel.

 

Das Spiel
Schwingenschlag
ist ein Kennerspiel von Connie Vogelmann und bei Feuerland erschienen. Es ist für 1-5 Spielende geeignet und kann ab  12 Jahren gespielt werden.

Beim Betrachten der Spieleschachtel von „Schwingenschlag“ fühle ich mich natürlich sofort an Flügelschlag erinnert. Ein ähnliches, zauberhaftes Artwork wurde hier bei der Gestaltung gewählt. Auch die persönlichen Höhlentableaus erinnern an das bekannte Schwesternspiel. Bevor wir loslegen können, haben wir allerdings noch ein bisschen was aufzubauen.
Der Drachengildenkreis mit einem zufällig gewählten Gildenplättchen, die entsprechende Seite passend der Gruppengröße oben liegend, wird in der Tischmitte platziert. Mit der Kartentafel verfahren wir ebenfalls so, diese bestücken wir mit 3 Drachen- und 3 Höhlenkarten. Die Rundentafel mit dem Rundenmarker und 4 zufällig gezogenen Rundenzielen, findet ebenfalls noch ein gut sichtbares Plätzchen. Eier, Münzen und Ressourcen legen wir als allgemeinen Vorrat in Griffweite.

zu sehen ist der allgemeine Spielaufbau plus ein persönliches Spieltableau.
Unser Startaufbau: Die Kartentafel mit der Auswahl an Drachen- und Höhlenkarten, die Rundentafel mit den Rundenzielen, der Drachengildenkreis, der allgemeine Vorrat an Ressourcen, Münzen und Eiern. Aus den insgesamt 6 Karten darf ich nur 4 behalten. Erst nach dieser Entscheidung wähle ich die 3 Ressourcen und nehme mir noch ein Ei.

 

Zu sehen sind die Startressourcen einer Person.
So sieht mein persönlicher Vorrat zu Beginn des Spiels aus.

 

Nun folgt unser persönlicher Aufbau: Alle erhalten ein Höhlentableau, alle Spielkomponenten einer Farbe (1 Spielfigur, 1 Gildenstein und 8 Marker), 6 Münzen und 1 Ei. Des Weiteren werden an alle je 3 Drachen- und 3 Höhlenkarten ausgeteilt. Von diesen wählen wir uns 4 Karten, egal in welcher Kombination aus. Die restlichen Karten werden abgeworfen. Nun dürfen wir uns noch 3 Ressourcen-Marker aus dem allgemeinen Vorrat nehmen. Wir haben die Wahl zwischen Gold, Kristall, Fleisch und Milch.
Unsere Spielfigur wird auf das Feld Basislager gestellt, das Ei kommt auf eines der Nestsymbole und der Gildenstein kommt auf das Startfeld des Drachengildenkreises. Alles andere wird neben unserem Tableau platziert.

Über 4 Runden erschaffen wir unser eigenes, vielfältiges Drachenhabitat bestehend aus 3 verschiedenen Höhlenarten. Die Karmesin-Kaverne, die Gold-Grotte und den Amethyst-Abgrund. Zunächst müssen wir die Höhlen mit Hilfe der Höhlenkarten ausgraben, sobald ein „Teilstück“ ausgegraben ist, können wir dort bereits einen Drachen anlocken und später dann auch die Höhle erforschen. Das waren im Grunde schon die möglichen Hauptaktionen von „Schwingenschlag“.

Schauen wir uns zunächst einmal die Aktion Ausgraben etwas näher an. Diese Aktion kostet mich zunächst einmal immer 1 Münze, in weiter hinten liegenden Spalten auch zusätzlich noch ein Ei. Ich lege die Münze auf das Feld Ausgraben auf meinem Tableau und platziere eine Höhlenkarte aus meiner Hand auf einer Höhle meiner Wahl. Auf dem Tableau ist bereits der erste Teil jeder Höhle schon ausgegraben, also lege ich meine Karte auf das Feld rechts daneben. Meist bringt das Ausspielen eine sofortige Belohnung, die ich gleich ausführen darf. Dann wäre meine Aktion auch schon beendet, und es geht nun im Uhrzeigersinn weiter.

Zu sehen ist das persönliche Spieltableau einer Person. Eine Höhle wurde bereits ausgegraben.
Die Aktion Ausgraben: Die Kosten von 1 Münze platziere ich auf dem entsprechenden Feld. Ich lege meine Höhlenkarte in der Gold-Grotte ab. Das Feld links ist bereits ausgegraben. Ich erhalte sofort 2 Gold.

 

Kommen wir nun zu der Aktion Anlocken. In meinem Zug möchte ich nun eine Drachenkarte auf den ausgegrabenen Teil einer Höhle platzieren. Hierzu zahle ich die fixen Kosten von 1 Münze, plus die angegebenen Kosten auf der Drachenkarte. Beim Ablegen des Drachen muss ich auf seine bevorzugten Habitate achten. Nicht jeder Drache ist mit jeder Höhle als Unterkunft zufrieden. Einige Drachen bringen beim Ausspielen einen sofortigen Effekt mit sich, manche nach Rundenende, Spielende oder auch bei der Aktion Erforschen.

Erneuter Blick auf das Spieltableau. Der erste Drache wurde angelockt.
Nun locke ich einen Drachen an. Zahle die Grundkosten und lege die Münzen wieder auf das dafür vorgesehene Feld. Zusätzlich muss ich noch die Drachenkosten bezahlen. In diesem Falle, Fleisch. Gold und Kristall.

 

Nun sind wir eigentlich schon bei der letzten Hauptaktion, Erforschen. Abhängig davon, welche unserer drei Höhlen wir erforschen, „finden“ wir unterschiedliche Dinge. Die Karmesin-Kaverne dient uns hauptsächlich zur Ressourcenbeschaffung. In der Gold-Grotte erhalten wir Drachenkarten, und im Amethyst-Abgrund bekommen wir Höhlenkarten. Dabei dürfen wir bei der Aktion Erforschen nur immer soweit mit unserer Spielfigur in die Höhle vordringen, bis uns das erste Stoppschild den Weg versperrt. Alle Items, die wir auf dem Weg bis dorthin passiert haben, dürfen wir in unseren Vorrat legen. Auch Drachenfähigkeiten, die beim Erforschen aktiviert werden, werden sofort abgehandelt, ebenso wie Schritte auf dem Drachengildenkreis und die damit verbundenen Boni.

Zu sehen ist der Spielzug Höhle erforschen.
Die Kosten für das Erforschen einer Höhle, werden direkt davor abgelegt. Beim ersten Besuch kostet es 1 Münze. Ich darf mit meiner Spielfigur soweit in die Höhle gehen, bis mir ein Stoppschild den Weg versperrt. In diesem Fall erhalte ich eine Drachenkarte und einen Schritt auf dem Drachengildenkreis.

 

Doch Forschung war schon immer teuer. Betreten wir eine Höhle zum ersten Mal, kostet uns dies 1 Münze, beim zweiten Mal 1 Münze und 1 Ei und beim dritten und letzten möglichen Mal in einer Runde, sogar 1 Münze und 2 Eier. Die Abgaben werden immer auf dem Feld vor der entsprechenden Höhle abgelegt.
Wir spielen eine Runde solange, bis alle Spielenden gepasst haben. Dies passiert spätestens, wenn es keine Münzen mehr im eigenen Vorrat gibt. Ist die Runde vorbei, wird das aktuelle Rundenziel ausgewertet. Die Punkte werden mit einem Marker markiert. Dann beginnt die nächste Runde. Dabei werden die Karten der Auslage ausgetauscht. Alle erhalten wieder 6 Münzen und 1 Ei und die nächste Runde beginnt. Sämtliches Ablegen von Karten oder das Erforschen der Höhlen beginnt immer vom Höhlenausgang von links nach rechts.

Zu sehen ist die Drachengilde. Ein allgemeiner Spielplan die den Spielenden Boni einbringen.
Hier noch ein Blick auf den Drachengildenkreis. Wir können hier verschiedene Boni erhalten. Auf den braunen Feldern angekommen, dürfen wir uns auch einen Bonus von der in der Mitte ausliegenden Tafel auswählen.

 

Nach unserer letzten Runde, werten wir alle erzielten Punkte aus. Die Wertigkeiten der Drachen, gelagerte Ressourcen oder Karten, Rundenziele, Drachengildenkreispunkte und und und. Ein Wertungsblock unterstützt uns hier dabei. Wer am Ende die meisten Punkte hat, ist natürlich ein wahrer Drachenprofi!

 

Fazit
Ich schätze das Spiel Flügelschlag sehr und habe mittlerweile eine mittlere zweistellige Anzahl an Partien hinter mir. Auch wenn mir die Abläufe von diesem Spiel gut geläufig sind, benötigte ich bei „Schwingenschlag“ schon 2 Runden, um die teilweise anderen Abläufe kennenzulernen. „Schwingenschlag“ ist anspruchsvoller als der bekannte Vorgänger. Hier ist es noch schwieriger an „dringend Benötigtes“ heranzukommen. Sind die Höhlen noch nicht gut mit Drachen bewohnt, lohnen sich Erforschungsgänge in den Höhlen nicht besonders. Darauf zu verzichten, kann man sich aber nicht erlauben, da ständig etwas fehlt. Hier ist gute Planung und tatsächlich auch ein bisschen Kartenglück gefragt. Bringen die Höhlenkarten gute Ausspiel-Boni mit sich, ist zumindest das Ressourcen Thema nicht ein allzu großes Problem. Für meinen Geschmack spielte sich „Schwingenschlag“ nicht ganz so smooth, wie Flügelschlag. Die Spielzeit ist ebenfalls etwas länger.
Das Artwork ist auf höchstem Niveau und durch sein Drachenthema sicherlich noch aufwendiger in der Entstehung gewesen. Dem Spiel liegt noch ein 30 seitenstarkes Heft bei, in dem sämtliche Drachenkarten detailreich erklärt sind, sozusagen ein Exposé an Drachen-Steckbriefen. Die gesprenkelten Dracheneier sind ein echter Hingucker. Was mir an „Schwingenschlag“ von der Mechanik her, ausgesprochen gut gefällt ist, solange ich Münzen habe, kann ich noch Aktionen durchführen. Hier wird man nicht durch eine bestimmte Anzahl an Handlungen pro Runde ausgebremst. Wer gut haushaltet und eventuell auch noch einige Boni mit Münzen erhält, kann mehr Aktionen als die Mitspielenden durchführen. Und wie oft passiert das, dass es genau um einen Spielzug nicht reicht?!
Man muss nicht unbedingt beide Spiele besitzen. Spielende, denen Flügelschlag etwas zu leicht ist, sollten sich aber auf jeden Fall „Schwingenschlag“ ansehen! Auch für Solopartien ist gesorgt, „Schwingenschlag“ bringt in der schweren Schachtel auch noch ein Automa-Karten Set mit.

 

Bewertung / Test
+ Illustration und Spielmaterial sind wie gewohnt extrem schön gestaltet
+ Schwingenschlag ist das anspruchsvollere, taktischere Flügelschlag
+ durch strategisches Planen sind mehr als die eigentlichen 6 Spielaktionen möglich
+ 4 unterschiedliche Gildenplättchen bringen noch mehr Abwechslung
– spielt sich in den ersten Partien nicht so fluffig
– das Fantasy-Thema ist toll ausgearbeitet aber Geschmacksache, Drachen sind recht abstrakt

 

(Eine Rezension von Sandra Waesch)


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Schwingenschlag (2024)

Spielidee: Connie Vogelmann
Grafik: Clementine Campardou
Verlag: Feuerland
Anzahl der Spielenden: 1-5 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren.
Eigene Altersempfehlung: Ab 12 Jahren.
Spieldauer: 90 Minuten

Generationentauglichkeit: Nur zum Teil. Die Ressourcen sind recht kleinteilig. Die Schrift auf den Karten nicht überdimensioniert.