Arbeitet zusammen, aber gewinnt allein! Hydra von Miguel Angel Galán Garcia (Rezension)

Hydra | Kooperatives Spiel | ab 8 Jahren | 1-4 Personen | Miguel Angel Galán Garcia | kooperativ | Wyrmgold GmbH | generationentauglich

Hydra: Verpackung und Spielmaterial

in Semi-Kooperatives Spiel, in dem man zusammen gegen eine stetig wachsende Hydra kämpfen muss. Jeder verfolgt das gleiche Ziel, gemeinsam die Hydra zurückschlagen, damit sie die Stadtmauern nicht zerstört. Gleichzeitig willst du aber die Person sein, die am Ende mit dem meisten Ruhm nach Hause kommt – und somit entsteht in diesem eigentlich kooperativen Spiel ein Wettstreit um Ehre.

Die vier Hydren bahnen sich ihren Weg über die Küste zur Stadt, wo sie versuchen alle Mauern einzureisen. Auf ihrem Weg wachsen sie immer weiter und weiter. Jede Hydra hat einen Zähler für die Anzahl ihrer Köpfe und wenn sich eine bewegt, wird ihr Hals länger und sie wandert nach vorne.

Ihr gegenüber stehen bis zu vier Helden. Sie haben einige Techniken, um sich zu wehren. In jeder Runde hast du die Wahl zwischen fünf Aktionen. Einmal kannst du dich als Aktion auf jedes Feld bewegen, auf dem kein Hydra-Kopf steht. Den Hals kann man damit ebenfalls erklimmen. Oder du teleportierst dich zu den markierten Portalfeldern. Man kann aber auch provisorische Holzbarrikaden errichten, um die Bewegung der Hydra einmalig zu stoppen, oder man stellt sich der Hydra im Kampf. Dabei kann man mit dem Schwert zuschlagen, was die Anzahl der Köpfe reduziert – oder mit der Harpune die Länge der Hälse kürzen.

Hydra - Spielsituation

Welche Aktionen man zur Verfügung hat, geben die sechs offen liegenden Aktionskarten vor; ebenso wie die eigenen Handkarten, welche aus (meist) drei Aktionskarten und einer Hydra-Karte bestehen. Offene Aktionskarten teilt ihr euch, genau wie die Aktionen in der Stadt. Du darfst immer eine Stadtaktion ausführen, das sind dieselben fünf Aktionen, die somit immer zur Verfügung stehen. Diese sollten jedoch besser nur im Notfall verwendet werden, denn sonst bleiben Aktionskarten übrig. Das ist ein Nachteil, denn jede Aktionskarte zeigt nicht nur die Helden-Aktion, sie zeigt auch die Hydra-Aktion. Am Ende der Runde werden alle Hydra-Aktionen ausgeführt von jeder Aktionskarte, die nicht verwendet wurde. Das beinhaltet, dass eine Hydra ihre Köpfe nachwachsen lässt, sich nach vorne bewegt, indem ihr Hals länger wird, und/oder zubeißt. Ein Held, der von einer Hydra gebissen wird, verliert Ruhm und wird zurück in die Stadt gespült.  Das kann aber auch mitten in der Runde passieren…

Im Spielverlauf entsteht durchgehend ein spannendes Hin und Her – Versuche einer Hydra die Köpfe abzuschlagen und sie zum Rückzug zu zwingen, wechseln sich mit neu gewachsenen Köpfen in der nächsten Runde ab. Es ist nicht unbedingt erforderlich, die Hydra komplett zu besiegen, es reicht aus, sie genügend Runden hinzuhalten, bis sie sich von allein zurückzieht.

Gleichzeitig bringt der Kampf Ruhm und Ehre – egal ob ihr mit dem Schwert zuschlagt, die Harpune einsetzt oder Barrikaden errichten: bringt alles Ruhmpunkte. Diese werden separat mitgezählt und bilden neben den eigentlichen Spielverlauf einen spannenden Wettstreit. Somit kommt es häufiger vor, dass man vielleicht absichtlich die Hydra wachsen, oder beißen lässt, damit jemand anderes geschwächt wird. In einer unserer Spielerunden konnten wir die Hydra fast vollständig besiegen, haben uns jedoch dagegen entschieden, da sonst ein anderer Held gewonnen hätte… Somit bleibt das Spiel auch spannend, egal wie es gerade um die Stadtmauern steht.

Zuletzt bietet das Spiel durch die Variation der Szenariokarten einen hohen Wiederspielwert. Diese geben an, auf welcher Position und mit wie vielen Köpfen die Hydren starten. Außerdem zeigen sie, wie viele Runden gespielt werden, wie viele Aktions- und Hydra-Karten gezogen werden und welche Hydra-Karten ) verwendet werden.  Eine elegante Lösung den Schwierigkeitsgrad anzugeben.

Fazit

Ich habe großen Gefallen Hydra gefunden. Die Atmosphäre kommt  gut rüber: Man fühlt sich wie ein Abenteurer, der den Hals einer Hydra erklimmt, um sie zurückzuschlagen. Der hohe Wiederspielwert liegt nicht nur an den Szenario-Karten, sondern ebenfalls am unberechnenbaren Verhalten der Verbündeten. Das sorgt für Spannung für jeden. 

 

Bewertung

+Semi-Kooperativ
+gute Atmosphäre
+taktische Entscheidungen
+schönes Spielmaterial (aus Holz)

 

(Eine Rezension von Alec Wagner)



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Hydra (2025)

Entwickler: Miguel Angel Galán Garcia
Verlag: Wyrmgold GmbH
Anzahl der Spielenden: 1-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 bis 60 Minuten